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20. April 2017

(Berlin, 21. April 2017) Aus Protest gegen die wissenschaftsfeindliche Politik der US-Regierung werden diesen Samstag in den USA tausende Wissenschaftler_innen auf die Straße gehen. Parallel finden überall auf der Welt, auch in vielen deutschen Städten, Ableger des „March for Science“ statt. Das Gen-ethische Netzwerk (GeN) begrüßt das politische Engagement, das die Forschungscommunity auf die Straße treibt, kritisiert jedoch, dass die Gelegenheit für eine notwendige Kritik am Wissenschaftsbetrieb verpasst wird.

Der March for Science ignoriert die vielfältigen wissenschaftsinternen Diskussionen, die sich in den letzten Jahren mit den Problemen des Forschungsbetriebes auseinandergesetzt haben, leider gänzlich.

25. Januar 2017 GeN

Nach dem Vorbild der Londonder „Fertility Show“ organisiert der britische Messeveranstalter „f2f Events“ die „Kinderwunsch Tage“, eine Messe, auf der Reproduktionszentren ihre Angebote vorstellen. Zielpublikum sind deutlich Menschen mit unerfülltem Kinderwunsch. Dagegen regt sich Widerstand.

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18. April 2017

(Den Haag/Berlin, 18. April 2017) Die fünf am Internationalen Monsanto-Tribunal beteiligten Jurist_innen veröffentlichten heute ihr Rechtsgutachten. Darin legen sie dar, dass der Saatgut- und Agrarchemie-Konzern Monsanto - der von der Bayer AG übernommen werden soll - in zahlreichen Fällen die Menschenrechte auf Nahrung, Gesundheit und eine sichere und gesunde Umwelt verletzt hat. Darüber hinaus kritisieren sie die zunehmende Asymmetrie zwischen den Rechten transnationaler Unternehmen auf der einen und ihren Pflichten auf der anderen Seite. Das Gen-ethische Netzwerk (GeN) begrüßt das Gutachten und unterstützt die Forderungen.

 

6. April 2017

(Berlin, 6. April 2017) Einen Tag nach der Bekanntgabe der EU-Kommission, auch die zweite Mega-Fusion der Agrarchemie- und Saatgutkonzerne zu genehmigen, rufen 24 Nichtregierungsorganisationen und Netzwerke dazu auf, das Wettbewerbsrecht schärfer zu fassen. In der heute herausgegebenen Erklärung heißt es: „Große, international tätige Konzerne haben vielfältige Möglichkeiten, Preise für Verbraucher*innen anzuheben, Löhne zu senken und mit Patenten sowie anderen Formen geistigen Eigentums den Zugang zu landwirtschaftlichen Produktionsmitteln wie Saatgut und genetischen Ressourcen zu blockieren. Mit der Marktmacht steigt auch der direkte und indirekte Einfluss der Konzerne auf nationale und internationale Politik.“

31. März 2017

Mit dem am 29.03.17 veröffentlichten DiskussionspapierEthische und rechtliche Beurteilung des genome editing in der Forschung an humanen Zellen versuchen Wissenschaftler_innen der Leopoldina Druck aufzubauen, um das Embryonenschutzgesetz zu kippen. Sie sprechen sich darin nicht nur für die Forschung an Embryonen aus, sondern auch für die generelle Akzeptanz der „Keimbahntherapie“, also Genome Editing an Embryonen zum therapeutischen Zweck. Wurde Ende 2015 international noch über ein Moratorium diskutiert, also um eine internationale Einigung  darüber gerungen, diese Techniken nicht an menschlichen Embryonen anzuwenden, werden jetzt nationale Forschungs- und Wettbewerbsinteressen angeführt, um diese Anwendung auch in Deutschland zu legalisieren. Das Gen-ethische Netzwerk findet es besorgniserregend, dass Wettbewerbsargumenten so viel Gewicht beigemessen wird und weist darauf hin, dass die Technik keineswegs so genau ist, wie die Begriffe „Genchirurgie“ und „Genschere“ nahelegen.

240 - Februar 2017
GID_Titel240

Die Möglichkeit, aus dem Blut der Schwangeren DNA des Fötus zu isolieren und zu testen, ist ein Instrument der selektiven Pränataldiagnostik (PND). Obwohl dessen Auswirkungen erst ansatzweise diskutiert sind,  soll es bereits in die Krankenkassenversorgung integriert werden.

HIV-Infektion
Juli 2008

Äußerst heikle Ergebnisse präsentieren US-amerikanische WissenschaftlerInnen zum Thema AIDS: Demnach soll eine einzelne Punktmutation, die nur bei aus Afrika stammenden Menschen vorkomme, das Risiko einer HIV-Infektion um 40 Prozent erhöhen. Gleichzeitig mache diese SNP jedoch ihre Träger widerstandsfähiger, so dass ihre Lebenserwartung nach einer HIV-Infektion durchschnittlich zwei Jahre höher sei als bei anderen Infizierten. Für die Studien waren die medizinischen Daten von Angehörigen der US Air Force herangezogen worden, die über die letzten 25 Jahre hinweg gesammelt wurden. Daraus wollen Sunil Ahuja, Direktor des Veterans Administration H.I.V./ AIDS Centers, San Antonio, und Matthew Dolan von den Uniformed Services, University of Bethesda, Maryland, ableiten können, dass Afroamerikaner, die Träger der besagten SNP sind, deutlich häufiger an HIV erkranken als Afroamerikaner ohne diese SNP. Allerdings würde die Krankheit bei ihnen auch langsamer voranschreiten. Bei der SNP handele es sich um eine genetische Mutation, die Menschen im südlichen Afrika früher vor einer bestimmten, heute ausgestorbenen Form von Malaria geschützt habe, behaupten die WissenschaftlerInnen. Aufgrund dieses evolutionären Vorteils sei sie bei AfrikanerInnen heute sehr verbreitet und könnte heute für 11 Prozent der HIV-Infektionen in Afrika verantwortlich sein. Abgesehen davon, dass die Studie den Gen-Zentrismus auf die Spitze treibt (Ursache für eine HIV-Infektion ist ja letztendlich immer eine Virusinfektion und nicht eine genetische Mutation), ist ihre konzeptuelle Basis aber auch in anderer Hinsicht fragwürdig: So sind Methoden, die versuchen, genetische Eigenschaften mit der Abstammung oder Ethnizität eines Menschen zu korrelieren, bestenfalls umstritten. Der Genetiker und HIV-Forscher David Goldstein, Duke University, weist außerdem auf die Gefahr eines Zirkelschlusses hin: Weil AfroamerikanerInnen statistisch häufiger von HIV betroffen seien als andere AmerikanerInnen und die beschriebene SNP besonders häufig oder sogar ausschließlich bei AfroamerikanerInnen vorkomme, würde auf einen ursächlichen Zusammenhang geschlossen. Dieser sei aber nicht bewiesen.

New York Times, 17.07.08; taz, 01.08.08