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5. März 2015

(Berlin, 5. März 2015) Unsere Zeitschrift, der Gen-ethische Informationsdienst (GID), erscheint seit genau 30 Jahren. Vor wenigen Tagen veröffentlichten wir die neueste Ausgabe des GID. Sie widmet sich in ihrem Schwerpunkt der Berichterstattung über die Agro-Gentechnik durch die Lobbygruppe ISAAA.

1. September 2014 Uta Wagenmann

Kurzsichtiger Werberat "Eine Herabwürdigung von Menschen mit Trisomie 21 erkennen wir allein in dem Bewerben von Tests zur Früherkennung nicht", so die lapidare Antwort des deutschen Werberates auf unsere Beschwerde gegen die Werbung für pränatale Bluttests, mit denen nach Trisomien beim Ungeborenen gefahndet wird. Da mit den Tests "frühzeitig" das Vorliegen oder Nicht-Vorliegen eines Down-Syndroms beim Ungeborenen festgestellt werde, liege es "in der Natur der Sache, dass über die Möglichkeiten der Diagnostik aufgeklärt" werde.

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9. März 2015

(Lüneburg und Berlin, 9. März 2015) Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat in einem Bescheid vom 5. Februar 2015 einen mit Hilfe von kurzen Abschnitten synthetischen Erbguts (Oligonukleotiden) entwickelten sogenannten RTDS-Raps der Firma Cibus als „nicht als Gentechnik im Sinne des Gentechnikgesetzes“ eingestuft. Dadurch könnten jetzt entsprechende herbizidresistente Pflanzen ohne Sicherheitsprüfung und Kennzeichnung angebaut werden. Gegen diesen Bescheid legen zahlreiche Organisationen und Unternehmen Widerspruch beim BVL ein. Zudem veröffentlichen sie ein gemeinsames Forderungspapier und appellieren an Landwirtschaftsminister Schmidt, die Freisetzung zu stoppen. Sie befürchten eine unkontrollierte Ausbreitung der Pflanzen in der Umwelt und warnen vor einer Aushöhlung des EU Gentechnikrechtes.

24. Februar 2015

(Berlin, 24. Februar 2015) Das GeN hat den Verband der privaten Krankenversicherungen zu einer offensiven Informationspolitik bezüglich Gentest-Ergebnissen aufgefordert. Der Zusammenschluss soll nicht nur das GenDG auf seinen Internetseiten verlinken. Seine Mitgliedsunternehmen müssen auch umgehend einen eindeutigen Hinweis in ihre Antragsunterlagen aufnehmen, dass Gentests nicht zu den Untersuchungen gehören, nach denen gefragt wird und darüber keine Auskunft erteilt werden muss.

20. Februar 2015

(Hamm/Berlin, 20. Februar 2015) Am kommenden Montag trifft sich die SPD zu ihrer außerordentlichen TTIP-Konferenz in Berlin. Ein Tagesordnungspunkt wird die Debatte um Verbraucherschutz und Ernährung sein. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und das Gen-ethische Netzwerk weisen in einer gemeinsamen Pressemitteilung darauf hin, dass die geplanten Freihandels- und Investitionsabkommen zwischen der EU und den USA (TTIP) beziehungsweise Kanada (CETA) die Umsetzung der politischen Ziele gefährden, die sich die SPD selbst gesteckt hat.

 

Mai 2009

Ein Glanzstück der Verhaltensforschung ist die kürzlich erschienene Studie zu den genetischen Grundlagen der Anfälligkeit für den so genannten Framing-Effekt. Mit dieser Vokabel wird in der Verhaltensforschung die Beobachtung bezeichnet, dass das Verhalten von Menschen davon beeinflusst wird, in welchem Kontext eine Frage oder Problemstellung erscheint und welche Aspekte herausgestellt werden. Ein Beispiel sind Wahrscheinlichkeiten: Dass von hundert schwangeren Frauen im Alter von 40 Jahren eine ein Kind mit Down-Syndrom zur Welt bringt, wird von den meisten Menschen als 'Risiko' wahrgenommen. Dieselbe statistische Angabe erschiene in einem anderen Licht, wenn sie anders formuliert würde: Von 100 vierzigjährigen Frauen bekommen 99 ein Kind ohne Trisomie 21. Verhaltensforscher meinen, dass manche Menschen für diese Einflüsse weniger anfällig seien als andere, und britische Genforscher haben nun festgestellt, dass diese Unterschiede mit der Länge eines Gens korrespondieren, das den Transport des Botenstoffes Serotonin beeinflusst. So ließen sich Menschen mit zwei kurzen Kopien des Gens deutlich stärker vom Framing-Effekt beherrschen als Menschen mit zwei langen.
Schon die Studie an sich wirft die Frage auf, welchen Zweck solche Forschungen verfolgen. Skeptisch macht auch, wie wohl die 'Anfälligkeit' für den Framing-Effekt operationalisiert, also zu einer mess- und vergleichbaren Größe gemacht worden ist. Weitere Stirnpartien falten sich, wenn die ForscherInnen einschränkend bemerken, dass der gefundene Zusammenhang nur ein Zehntel der individuellen Unterschiede im Verhalten erklärt. Geradezu als ironisch kann dann die Darstellung in der Berichterstattung bezeichnet werden, nach der eine mögliche weitere Ursache für den Einfluss des Framing-Effektes in der Sozialisation läge: Mit dieser Formulierung rückt die genetische Verankerung von Verhalten trotz ihres zuvor beschriebenen geringen Erklärungsvermögens in den Vordergrund - dem Framing-Effekt sei dank.

TELEPOLIS, 06.05.2009; www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30261/1.html
k.A.