• 9. Februar 2010
    von
    alex
    Der Muskel macht’s. Die Versprechen der Gentherapeuten wecken neue Fantasien, allerdings weniger Heilserwartungen als Träume von SportlerInnen. Ließe sich mit in den Beinmuskeln eingebauten Genen die Muskelmasse vergrößern und neue Spann- und Sprungkraft erreichen – was wären das für neue grandiose resp. grausige Aussichten für den Spitzensport! „Gendoping“ hieße dann die neue Disziplin, die den ewigen Wettkampf um Zehntelsekunden in ganz neue Dimensionen rückte, zumal wenn dann auch noch speziesfremde Gene dazu kämen. Manchen soll es sogar recht sein, wenn sich der Leistungssport selbst ad absurdum führt.
GID-Titel197
Diversität biologisch dingfest zu machen, ist das Motto der Genomik. Eng verknüpft mit der Kategorisierung von Menschengruppen sind rassistische Visionen und Praktiken. Wir widmen diesen Schwerpunkt einem weiter zentralen Moment der Humangenetikkritik. Und wir zeigen, dass einmal heraufbeschworene „Biomarker“ in viele gesellschaftliche Anwendungsbereiche „wandern“.

Außerdem unter anderem

  • Gen für...
    Homosexualität
    Feb 2005
    Homosexualität
    In einer Studie an 465 Männern aus 146 Familien mit mindestens zwei männlichen Homosexuellen wiesen 60 Prozent der homosexuellen Männer auf drei Chromosomen identische genetische Variationen auf; diese Variationen sind dagegen nur bei 50 Prozent der heterosexuellen Männer vorhanden. Daraus folgern die Wissenschaftler um Brian Mustanski am National Institute of Health in Bethesda/USA, dass sie die genetische Grundlage der Homosexualität gefunden haben. Bei der Vorstellung der Studie in der Märzausgabe der Zeitschrift Human Genetics relativieren sie zugleich die Bedeutung der Ergebnisse: "Die sexuelle Orientierung ist ein so komplexes Merkmal", so Mustanski, "dass wir nie ein einzelnes Gen finden werden, das bestimmt, ob jemand gay wird oder nicht." Er hält es für sicher, dass erst die Wechselwirkung der verschiedenen Gene miteinander und mit anderen Faktoren zu Homosexualität führen. Zu diesen Faktoren zählen die Wissenschaftler eigentlich alles, was die sexuelle Orientierung eines Mannes eben so beeinflussen kann, unter anderem den Erziehungsstil, die Anzahl älterer Brüder, Umwelt- oder hormonelle Einflüsse.
    afp, 28.01.05; Human Genetics Alert Newsletter, 11.02.05
Das Gen-ethische Netzwerk (GeN) vermittelt seit 1986 Informationen und Kontakte zu Gen-, Bio- und Reproduktionstechnologien. Seit dieser Zeit gibt das GeN den Gen-ethischen Informationsdienst (GID) heraus, der im Jahr zuvor gegründet worden war und heute zweimonatlich erscheint. Der GID berichtet als einzige Zeitschrift in Deutschland gleichermaßen kritisch und wissenschaftlich fundiert in den Bereichen Landwirtschaft & Lebensmittel, Mensch & Medizin sowie Politik & Wirtschaft über diese Technologien. Das GeN nimmt außerdem Stellung zu aktuellen politischen Prozessen, führt Veranstaltungen durch und unterstützt andere Initiativen bei ihrem Engagement.