Jump to Navigation

„Bye-bye! BASF Plant Science!" - Keine Träne des GeN ...

(Berlin, 15. Januar 2012) Einem Bericht der Wirtschaftswoche zufolge plant der BASF-Konzern, die Zentrale seiner Aktivitäten im Bereich der Pflanzen-Biotechnologie in die USA zu verlagern. „Wir werden diesem Geschäftszweig keine Träne hinterher weinen.‟


Bitte beachten Sie auch unsere Ergänzung/ Aktualisierung zu dieser Pressemitteilung vom 16. Januar

„Vorbehaltlich der Bestätigung durch den Konzern, begrüßen wir die Ankündigung von BASF-Vorstand Bock, die Zentrale der Konzerntochter BASF Plant Science in die USA zu verlegen, ausdrücklich‟, so Christof Potthof, Mitarbeiter des Gen-ethischen Netzwerk in Berlin. „Wir werten die Entscheidung als Eingeständnis einer Niederlage gegen die deutsche und die europäische Zivilgesellschaft. Seit Jahren wird die so genannte Grüne Gentechnik in Europa bekämpft. Eine breite Koalition aus Bäuerinnen und Bauern, Umwelt- und VerbraucherschützerInnen und AktivistInnen in lokalen Initiativen ist für Gentechnikfreiheit von Landwirtschaft und Lebensmitteln auf der Straße.‟

Potthof weiter: „Nichtsdestotrotz geben wir uns nicht der Illusion hin, die BASF würde die Aktivitäten in diesem Bereich ruhen lassen. Von den Ankündigungen der Vergangenheit, neben der - bisher gefloppten - gentechnisch veränderten Amflora-Kartoffel auch weitere transgene Sorten auf den Markt bringen zu wollen, wird der Konzern sicher nicht abrücken. Gentechnisch veränderte Pflanzen haben den Charme, dass sie patentiert werden können - das kennt die BASF aus der Chemie, und das gefällt ihr offensichtlich. Der Konzern hat sich in den vergangenen Jahren an die Spitze bei den Pflanzen-Patenten gearbeitet.

Konzentration, Privatisierung und Integration

Die BASF verfolgt den Plan, der landwirtschaftlichen Produktion der Zukunft ihren industriellen Stempel aufzudrücken: Konzentration von wirtschaftlicher Macht, Privatisierung der Ressourcen und Integration der wirtschaftlichen Bereiche - die Biotechnologie und hier speziell die Pflanzen-Biotechnologie wird für die BASF auch in Zukunft eine zentrale Rolle spielen.

Der Konzern hat ein weltweites Netz von Firmen und Kooperationen gespannt, das weiterarbeiten wird. Auch der Erhalt von 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alleine in Deutschland weist ja in diese Richtung.‟


Am kommenden Samstag (21. Januar 2012) demonstrieren wir gemeinsam mit Menschen aus den verschiedensten Gruppen und Verbänden für eine andere Landwirtschaft, Sie finden den Aufruf unter:
http://www.wir-haben-es-satt.de/start/home/aufruf/

Kommen Sie nach Berlin!


Pressekontakt:
Christof Potthof
Mobil: 0163 - 2606 359
christof.potthof@gen-ethisches-netzwerk.de


Siehe auch:
BASF will Zentrale für grüne Gentechnik in die USA verlegen (Online-Ausgabe der WirtschaftsWoche)

BASF-Dossier des Gen-ethischen Netzwerk



Ergänzung/ Aktualisierung zu unserer Pressemiteilung vom 15. Januar 2012:

(Berlin, 16. Januar 2012) In einer Pressemitteilung hat der BASF-Konzern heute seine Planungen für die Zukunft der Pflanzen-Biotechnologie bekannt gegeben. Demnach wird die Zentrale der BASF Plant Science nach Raleigh im US-Bundesstaat North Carolina verlegt.

Die wichtigsten Statements beziehen sich allerdings auf die weiteren Planungen bezüglich der Unternehmensstrategie mit Blick auf den deutschen und europäischen Markt:

„BASF Plant Science wird die Entwicklung und Kommerzialisierung aller Produkte stoppen, deren Kultivierung allein auf die europäischen Märkte ausgerichtet ist. Dies betrifft die gentechnisch veränderten Stärkekartoffeln (Amflora, Amadea und Modena), die gegen Kraut- und Knollenfäule resistente Kartoffel Fortuna, eine gegen Kraut- und Knollenfäule resistente Stärkekartoffel und eine Weizensorte, die resistent gegen Pilzbefall ist. Um alle Optionen für die Kartoffelprodukte zu erhalten, wird BASF Plant Science die  Zulassungsprozesse, die bereits angelaufen sind, fortführen.‟

„Die Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung werden im Wesentlichen an den Standorten Raleigh, Gent/Belgien und Berlin/Deutschland gebündelt.‟

„Die Forschungsstandorte des Unternehmens bei metanomics in Berlin und CropDesign in Gent werden ausgebaut.‟

Zu den in Deutschland und Europa verbleibenden Arbeitsplätzen heißt es in der Pressemitteilung: „Derzeit arbeiten 157 Mitarbeiter für BASF Plant Science in Limburgerhof. Das Unternehmen plant, seine Standorte in Gatersleben/Deutschland und Svalöv/Schweden zu schließen. In Gatersleben arbeiten zurzeit 57 und in Schweden sechs Mitarbeiter. Insgesamt ist vorgesehen, 123 Positionen von Limburgerhof und Gatersleben an andere Standorte der BASF Plant Science, hauptsächlich nach Raleigh, zu transferieren und in den kommenden zwei Jahren 78 Positionen abzubauen. Es ist geplant, in Summe 140 Positionen in Europa abzubauen.‟

In dem Beitrag der WirtschaftsWoche (online) ist zu diesem Thema zu lesen: „Darüber entscheidet der Vorstand wohl noch in diesem Monat, ist aus dem Unternehmen zu hören. Solch eine Entscheidung wäre ein schlechtes Signal für den Technologiestandort Deutschland, bedauert ein Manager. Zudem ist, wie es bei BASF intern heißt, auch ein Abbau von Jobs geplant: Die Zahl der BPS-Stellen soll von 839 auf 750 sinken.‟

Daraus hatten wir in unserer gestrigen Pressemitteilung - wie sich nun herausstellt irtümlich - „750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern alleine in Deutschland‟ gemacht. Aus der heutigen Pressemitteilung der BASF geht nunmehr hervor, dass BASF Plant Science aktuell weltweit 840 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.

Eventuell entstandene Missverständnisse oder Fehlberichterstattungen tun uns leid - wir bitten um Entschuldigung.


Pressemitteilung der BASF vom 16. Januar 2012:

http://www.basf.com/group/pressemitteilung/P-12-109

nach oben