Pränataldiagnostik

Seit der Einführung des Ultraschalls in die Regelversorgung von Schwangeren 1979 hat sich die pränatale Suche nach vermeintlichen Beeinträchtigungen des Fötus zu einem normalen Bestandteil der Schwangerenversorgung entwickelt. Selektive Pränataldiagnostik (PND) verbessert weder die Versorgung der Schwangeren noch die Gesundheit des werdenden Kindes, sondern erzeugt und verstärkt Ängste - die versprochene Sicherheit ist so nicht zu erreichen. Oft steht die Schwangere vor der Entscheidung, das gewollte Kind „trotzdem“ zu bekommen oder abzutreiben.

Die ausufernde Risikoabschätzung wird durch eine Logik von Angebot und Nachfrage bestimmt. Zurzeit wird die Einführung der neuen, nicht-invasiven Tests (NIPT) in die Krankenkassen-Regelversorgung geprüft, der sich das Gen-ethische Netzwerk entgegenstellt. Denn die selektive Fahndung nach Abweichungen von einer gedachten Norm verstößt gegen die UN-Behindertenrechtskonvention. Das GeN tritt in der Tradition der feministischen Kritik an Gen- und Reproduktionstechnologien für ein Recht auf Abtreibung ein, wendet sich aber gegen die behindertenfeindliche pränatale Suche nach Behinderungen.

Beiträge zu diesem Thema

  • Kommt der Test?

    Von
    Kirsten Achtelik , 21. Mai 2019

    Die Entscheidung um die Kassenzulassung der Bluttests auf Trisomien rückt näher, der Diskurs um die gesundheitspolitischen und gesellschaftlichen Folgen nimmt Fahrt auf.

  • Erklärung des Runden Tisches "NIPT als Kassenleistung"

    Kirsten Achtelik ,

    Medizinische Fachverbände und Zivilgesellschaft fordern Moratorium!

  • Argumentationspapier gegen NIPT als Kassenleistung

    Von
    Kirsten Achtelik ,

    Zwölf Verbände sprechen sich gegen die geplante Kassenzulassung dieses Tests auf die Trisomien 13, 18 und 21 bei sogenannten Risikoschwangerschaften aus!

  • „JA“ zur Vielfalt des menschlichen Lebens!

    Von
    Kirsten Achtelik ,

    Gemeinsame Stellungnahme gegen die Kassenfinanzierung des Bluttests auf Trisomie 21.

    Update: Die Orientierungsdebatte zur ethischen Dimension der nicht-invasiven Pränataldiagnostik will der Bundestag in der 15. Kalenderwoche führen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat am 22.3. getagt. Sein Vorschlag: Eine Anerkennung der NIPT soll "im Einzelfall", bei Schwangerschaften mit besonderen Risiken, möglich sein

  • Kassenzulassung bedeutet Normalisierung!

    Von
    GeN ,

    Sollen die gesetzlichen Kassen nichtinvasive Bluttests auf Trisomien bezahlen? Dies könnte auch zu zusätzlicher Angst führen, meint unsere Mitarbeiterin Kirsten Achtelik im Kommentar für Der Hausarzt. Sie fordert eine Debatte, wann welche pränatalen Untersuchungen sinnvoll sind.