Absurde Assoziationen: Das Gen für... - Alphabet
Veröffentlicht am 28. Juni 2008 - 12:49Trotz der Thesen über das Ende einfacher deterministischer Annahmen in der Genetik, Genomik, Epigenetik oder Proteomik bricht der "Gen-talk" nicht ab, im Gegenteil: Billigere technische Möglichkeiten der Sequenzierung und der Datenverarbeitung führen dazu, dass sich die Genomforschung weiter in vermeintlichen „Eureka!“ überschlägt. Ihr Übriges tut eine Presseberichterstattung, die nicht fähig zu sein scheint, sich ein eigenes Urteil von den Verlautbarungen professioneller Presseabteilungen der Universitäten, Forschungszentren und Biotechfirmen machen zu können. Neben den simplen Thesen über „Gene für …“ reihen sich dann auch die Forschungsergebnisse über so genannte polygene Erbgänge sehr gut ein. Es ist dann die Kombination von mehreren Genen, die für die gesundheitsökonomisch wichtigen „Volkskrankheiten“ wie Diabetes, Herzinfarkt oder Krebs verantwortlich zeichnen sollen.
Nicht berichtet wird hingegen über die Dementi, mit denen oftmals Jahre später die alten Forschungsergebnisse stillschweigend ad acta gelegt werden.
Nicht berichtet wird hingegen über die Dementi, mit denen oftmals Jahre später die alten Forschungsergebnisse stillschweigend ad acta gelegt werden.
Mit den "Genen für..." dokumentieren wir, welche immer neuen Assoziationen die Genforschung zwischen Verhaltensmustern oder Krankheitsbildern einerseits und bestimmten Genen andererseits herstellt. Bisher boten wir in unserer Zeitschrift GID die „Gene für…“ als bittersüße Bonbons in der Heft-Rubrik „Kurznachrichten zu Mensch und Medizin“ an. Nun verlagern wir diese Gen-Sammlung hier auf unsere Homepage: alphabetisch und chronologisch geordnet.
Für eine Mischung aus Belustigung und Schauder sorgen seit Jahren im GID die Kurznachrichten über wissenschaftlich ins Leben gerufene Gene jeder Art: Gene „für“ Alkoholismus, Nikotinsucht, Schizophrenie, Homosexualität, Parkinson, Sportlichkeit, ja sogar über Gene für Fröhlichkeit konnten wir berichten.
Für eine Mischung aus Belustigung und Schauder sorgen seit Jahren im GID die Kurznachrichten über wissenschaftlich ins Leben gerufene Gene jeder Art: Gene „für“ Alkoholismus, Nikotinsucht, Schizophrenie, Homosexualität, Parkinson, Sportlichkeit, ja sogar über Gene für Fröhlichkeit konnten wir berichten.
Unser Gen-Alphabet soll mithelfen, dieses Mysterium zu entlarven. In der Gesamtschau zeigt sich z.B., wie absurd die jährliche Häufung neuer Meldungen über ein „Gen für Homosexualität“ ist. Inzwischen ist es nämlich nicht nur ein Gen, sondern sind es genau genommen ganz schön viele... Eindringlich wahrnehmbar ist vor allem der Wahrheitsanspruch des „Gen-talks“.
Wir freuen uns über die Mitarbeit bei der Vervollständigung des Alphabets.
Gesucht sind vor allem rare „Gen für…“-Dementis, die in Zeitungen erschienen sind.
Funde bitte senden an: gen@gen-ethisches-netzwerk.de, Stichwort "Gen für..."
Trotz der Thesen über das Ende einfacher deterministischer Annahmen in der Genetik, Genomik, Epigenetik oder Proteomik bricht der "Gen-talk" nicht ab, im Gegenteil: Billigere technische Möglichkeiten der Sequenzierung und der Datenverarbeitung führen dazu, dass sich die Genomforschung weiter in vermeintlichen „Eureka!“ überschlägt. Ihr Übriges tut eine Presseberichterstattung, die nicht fähig zu sein scheint, sich ein eigenes Urteil von den Verlautbarungen professioneller Presseabteilungen der Universitäten, Forschungszentren und Biotechfirmen machen zu können. Neben den simplen Thesen über „Gene für …“ reihen sich dann auch die Forschungsergebnisse über so genannte polygene Erbgänge sehr gut ein. Es ist dann die Kombination von mehreren Genen, die für die gesundheitsökonomisch wichtigen „Volkskrankheiten“ wie Diabetes, Herzinfarkt oder Krebs verantwortlich zeichnen sollen.
Nicht berichtet wird hingegen über die Dementi, mit denen oftmals Jahre später die alten Forschungsergebnisse stillschweigend ad acta gelegt werden.
Nicht berichtet wird hingegen über die Dementi, mit denen oftmals Jahre später die alten Forschungsergebnisse stillschweigend ad acta gelegt werden.
Gen für... Chronologie
- Gen für...SportlichkeitOkt 2003Australische Sportwissenschaftler haben ein Gen identifiziert, das die Sportlichkeit eines Menschen mitbestimmen soll: Während ein Träger mit der einen Variante des Gens ACTN3 eher zum Sprinter neige, befähige die zweite Variante zu Ausdauersportarten, so das Ergebnis einer Studie. Da abgesehen von den Genen auf den Geschlechtschromosomen jedes Gen in zwei Kopien vorliegt, gebe es auch Menschen, die beide Veranlagungen haben. Entscheidend für die Eignung zum Sprinter sei die Bildung eines Muskelproteins, das vermutlich eine bessere Umsetzung der Kraft ermöglicht. Insgesamt beruhe die Sportlichkeit eines Menschen aber auf dem Zusammenspiel vieler Gene, schreiben die Forscher Kathryn North et al. im New Scientist.New Scientist 30.08.03
