Altern
Glaubt man ForscherInnen aus England und den Niederlanden, so haben sie das Gen fürs Altern gefunden. WissenschaftlerInnen der Universität Leicester, des King’s College und der Universität Groningen erklären in ihrer Studie „Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Krankheiten und der Alterung des Erbguts“, dass es eine Gen-Variante gibt, welche in unmittelbarem Zusammenhang zu den Telomeren steht. Telomere sind eine Art „Schutzkappe“ am Ende der Chromosomen. Mit jeder Zellteilung verkürzen sich die Telomere, bis es zum Zell-Tod kommt. Ausgehend von der Telomerlänge kann das Chromosomen-Alter bestimmt werden. Der Studie zufolge soll eine bestimmte Gen-Variante Einfluss auf die Telomerlänge haben. Menschen, die mit dieser Variante geboren wurden und somit kürzere Telomere besitzen, hätten aufgrund des frühzeitigeren Zelltodes ein höheres biologisches Alter und litten früher an Alterserkrankungen - laut den ForschernInnen drei bis vier Jahre früher als Menschen ohne diese Gen-Variante. Diese liegt nahe des Gens TERC, welches schon länger als relevant für den Erhalt der Telomerlänge erachtet wird. Genauer betrachtet ist dies also keine völlig neue Entdeckung, zumal die Gen-Variante, wie es die ForscherInnen in ihrer Veröffentlichung in Nature Genetics Online formulieren, in „keinem konsequenten Zusammenhang zu der Telomerlänge“ steht. Trotz alledem pochen die WissenschaftlerInnen darauf, dass „ihre“ Entdeckung von entscheidender Bedeutung für zukünftige Untersuchungen von Alterungsprozessen sei.
Nature Genetics online, 07.02.10



