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Denkmuster

Aus einer Kooperation von Hirn- und Genforschung ist folgende Untersuchung hervorgegangen, die den Einfluss der Gene auf unsere Denkstrukturen belegen soll: Jeweils drei Brüdern, von denen zwei eineiige Zwillinge waren, wurden Gedächtnisaufgaben und parallel diverse logische Aufgaben vorgelegt. Mittels bildgebender Verfahren (funktionelle Magnetresonanztomographie) wurde verfolgt, welche Areale des Arbeitsgedächtnisses sich im Gehirn der Versuchspersonen aktivierten. Dabei zeigte sich, dass die Aktivierungsmuster der einzelnen Probanden stark variierten. Allerdings bestand eine größere Ähnlichkeit zwischen den Aktivierungsmustern der eineiigen Zwillinge als mit den älteren oder jüngeren Brüdern. Die Forscher schließen daraus, dass “die individuelle Bevorzugung eines bestimmten Verarbeitungsmodus und dessen Einflüsse auf die Verhaltensleistung unter genetischem Einfluss stehen.” Damit würden, so die Forscher um Klaus Willmed von Hinckeldey und Jan Willem Koten am Universitätsklinikum der RWTH Aachen, gewisse neurobiologische Grundlagen der Individualität eine genetische Komponente aufweisen. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin Science veröffentlicht.

Ärzte Zeitung online, 27.03.09