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ewige Jugend

Mal wieder meint man dem Traum vom ewigen Leben näher gekommen zu sein. Der Wissenschaftler Jaime Guevara-Aguirre wurde auf ein abgelegenes ecuadorianisches Dorf aufmerksam, unter dessen Bevölkerung eine Form erblicher Kleinwüchsigkeit verbreitet vorkommt. Diese Personen besitzen durch eine Genmutation defekte Rezeptoren für ein Wachstumshormon, was zwar zu einer geringen Körpergröße führt, sie aber auch vor Alterserkrankungen wie Krebs und Diabetes schützen soll. Hat man also das Gen für die ewige Jugend gefunden? Nun ja. Zumindest werden die betroffenen Personen nicht tatsächlich älter - sie sterben zwar nicht an Krebs und den Folgen der Diabetes, jedoch ungewöhnlich oft an nicht altersbedingten Todesursachen. Die ForscherInnen hoffen nun, Gesunden durch die Blockade des Rezeptors zu einem längeren Leben verhelfen zu können. Die Süddeutsche zitiert allerdings zwei Experten, die bezweifeln, dass gesunde Menschen von der Hemmung eines wichtigen Zellvorgangs profitieren. Sie betonen, dass PatientInnen mit Wachstumshormon-Defekt oft eine kürzere Lebenserwartung haben. Guevara-Aguirre selbst kritisiert, dass seine Forschung den Pharmakonzernen zwar wichtige Daten zur Entwicklung teurer Medikamente zur Verfügung stelle. Er habe jedoch große Probleme, von eben diesen Firmen Medikamente zu erhalten, mit denen die negativen gesundheitlichen Folgen der genetischen Besonderheit der Kleinwüchsigen gelindert werden könnten.
Sueddeutsche.de, 18.02.11; NYTimes.com, 16.02.11; Welt online, 17.02.11