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Faulheit

Aus trödelnden Affen können mittels eines Gentransfers Workaholics werden. Dies geben Forscher um Barry Richmond vom US-amerikanischen National Institute of Mental Health in Bethesda, Maryland, in der Online-Ausgabe der Zeitschrift PNAS bekannt. Wie die meisten Menschen neigen Affen dazu, eine Aufgabe zu verschieben, wenn der Erfolg beziehungsweise die Belohnung für die Mühen in weiter Ferne scheinen. Ein nahes Ziel dagegen weckt den Eifer. Die Forscher versuchten, den Arbeitsethos der Tiere zu manipulieren, indem sie vier Affen ein DNA-Fragment ins Gehirn spritzten. Dadurch sei ein Gen, das für einen Dopaminrezeptor codiert, kurzfristig ausgeschaltet worden. Dopamin ist ein Botenstoff, mit dem im Gehirn Signale übertragen werden. Außerdem ist es - unter anderem - verantwortlich für die Wahrnehmung von Glücksgefühlen und Erfolg. Nach der Behandlung konnten die Affen den Wissenschaftlern zufolge keine Informationen mehr darüber verarbeiten, wann sie mit einer Belohnung zu rechnen hatten. Sie arbeiteten von Beginn an eifrig und fast fehlerfrei. Diese Ergebnisse könnten nach Ansicht von Richmond und seinen Kollegen für die Behandlung von Menschen mit Schizophrenie, Depressionen oder Zwangsneurosen bedeutend sein. Bei diesen Erkrankungen sei ebenfalls die Assoziation von Arbeit und Belohnung gestört.
PNAS online, 9. August 2004, Onlineveröffentlichung: www.pnas.org/cgi/reprint/0403639101v1.pdf