Intelligenz
Die These, dass Sozialverhalten oder die kognitiven Fähigkeiten eines Menschen erblich seien, hat sich allen widersprüchlichen Studienergebnissen zum Trotz hartnäckig bis in die Gegenwart gehalten. Auch wenn Definitionen von Intelligenz umstritten und Tests zur Messung eines Intelligenzquotienten fragwürdig sind, lockt die Suche nach Intelligenz-Genen doch immer wieder von Neuem Forscher an: Es gibt keine Mastergene, welche die Intelligenz eines Menschen stark beeinflussen, lautet nun das Ergebnis einer Studie britischer Wissenschaftler vom Londoner King’s College, die das Genom und die Leistungsfähigkeit von 7.000 Siebenjährigen verglichen. Dabei wollen sie zwar sechs Genorte ausgemacht haben, welche mit der Ausprägung der Intelligenz stark zusammenhängen. Allerdings bestimmen diese sechs DNA-Abschnitte die kognitiven Fähigkeiten lediglich zu etwas mehr als einem Prozent. Nach Ansicht der Forscher widerlegt dies aber nicht die bisher gültige These, dass mindestens die Hälfte der Unterschiede in der Intelligenz von Menschen genetisch bedingt seien. Vielmehr muss es ihrer Ansicht nach noch viele weitere, bisher unentdeckte Gene geben, die eine Rolle spielen. „Wir haben noch einen langen Weg vor uns“, kommentierte Studienleiter Robert Plomin das Ergebnis. Wohin dieser führen soll, sagte er allerdings nicht.
New Scientist, 01.12.07; www.wissenschaft.de, 29.11.07



