Kokainsucht
Kokainsucht sei genetisch manipulierbar, so wollen Forschungsteams des Deutschen Krebsforschungszentrums und der Universität Genf nach Versuchen mit Mäusen nachgewiesen haben. Die ForscherInnen manipulierten die Mäuse genetisch so, dass eine Eiweißkomponente in den Dopamin produzierenden Nervenzellen „ausgeschaltet“ wurde. Dieses Protein werde unter Einfluss von Kokain sonst in die Rezeptoren eingebaut und bewirke, dass eine so veränderte Synapse verstärkt Nervensignale übertrage. Diese so genannte „drogenvermittelte synaptische Plastizität“ wird in der Wissenschaft schon länger als bedeutend für die Entstehung von Sucht debattiert. Bei den Experimenten in Heidelberg, Mannheim und Genf stellte sich unter anderem heraus, dass sich Mäuse, bei denen die Produktion des NR1-Proteins genetisch blockiert wurde, als weniger rückfallgefährdet erwiesen als die Kontrollmäuse.
Ärzte Zeitung, 15.08.08


