Lernen
Eine Forschungsgruppe an der Freien Universität Berlin hat Fruchtfliegen genetisch manipuliert, um darüber Aufschlüsse über genetische Bedingungen des Lernens zu erhalten. Dafür hemmten sie genetisch die Produktion des Enzyms "Proteinkinase C". Sie stellten fest, dass die so gentechnisch veränderten Fliegen zu einer bestimmten Art des Lernens, operante Konditionierung genannt, nicht fähig waren, zu anderen Lernformen aber schon. Die Fliegen konnten weiterhin lernen, ein mit Hitzereizen versehenen blauen Behälter zu meiden und ihn von einem neutralen grünen Behälter zu unterscheiden. Sie lernten aber im Gegensatz zu nicht gentechnisch veränderten Fliegen nicht, den Hitzereiz durch eigenes Agieren - nämlich durch Fliegen nach links - zu vermeiden. Letzteres Lernen bezeichneten die ForscherInnen als „Gewohnheitslernen‟ und kamen direkt von der Fliege auf den Menschen. Dieses Lernen entspreche dem Suchtverhalten. Visionen der Genmanipulation beim Menschen wurden auch gleich in der Presseerklärung mitgeliefert: Wenn sich diese Vermutungen bestätigten, „ ließe sich die Entstehung einer Sucht möglicherweise dadurch verhindern, dass die Produktion des Enzyms "Proteinkinase C" bei diesen Menschen durch entsprechende Medikation gehemmt wird‟.
Pressemitteilung FU Berlin, 31.07.08



