Lungenkrebs
Eine Variante des Gens für das Enzym CYP3A4 ist nach Ansicht von Wissenschaftlerinnen des Deutschen Krebsforschungszentrums mit einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs assoziiert. Das betreffende Stoffwechselenzym sei dafür verantwortlich, dass Schadstoffe aus Tabakrauch in krebserzeugende Produkte umgewandelt werden, schreiben die Toxikologen Angela Risch und Heike Dally in der Zeitschrift Phamacogenetics (2003, Vol. 23: 607-618). Eine Studie an 800 Lungenkrebspatienten habe nun ergeben, dass Raucher mit der betreffenden Genvariante ein mehr als doppelt so hohes Risiko haben, am kleinzelligen Bronchialkarzinom zu erkranken als Träger anderer Varianten dieses Gens. Dabei sei das Krankheitsrisiko bei Frauen höher als bei Männern. Für starke Raucher, die bereits seit zwanzig Jahren täglich eine Schachtel rauchen, sei das Risiko sogar auf das Dreieinhalbfache, bei Frauen auf das Achtfache erhöht. Raucher ohne diese Genvariante sollten sich dennoch nicht in Sicherheit wiegen, betonen die Wissenschaftlerinnen.
Ärzteblatt, 17.11.03



