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Nikotinsucht

Nature und Nature Genetics haben drei Studien zu Lungenkrebs und Nikotinsucht veröffentlicht, die für mediales Aufsehen sorgten. Alle drei epidemiologischen Erhebungen kamen zu dem Ergebnis, dass eine häufig vor-kommende Genvariante auf Chromosom 12 das Lungenkrebsrisiko bei RaucherInnen erhöhe. Darüber waren sie sich aber uneinig: Kari Stefansson, der die Studie des Unternehmens deCode Genetics in Reykjavik lei-tete, erklärte, dass RaucherInnen mit dieser genetischen Disposition mehr Zigraretten rauchten als andere. Das größere Suchtpotential erkläre das erhöhte Krebsrisiko. Demgegenüber erklärten Christoper Amos, Leiter des zweiten Teams an der University of Texas in Houston, und Paul Brennan vom dritten Team eines Krebsforschungsinstituts in Lyon: Ein Suchteffekt des Gens sei nicht aus-schlaggebend für das erhöhte Krebsrisiko. Brennan behauptete zudem, dass das Gen auch das Lungenkrebsrisiko bei NichtraucherInnen erhöhe, was Amos wiederum bestritt. Nur eines ist sicher: Medial bestand am meisten Interesse an der Suchtgen-Hypothese. Und: DeCode Genetics hat bereits angekündigt, das neue Gen in die persönlichen Gentests zu integrieren, die das Unternehmen vermarktet.
NYTimes 03.04.08; Die Zeit, 03.04.08; Nature News, 02.04.08; Nature 03.04.08; Nature Genetics 02.04.08; New Scientist, 03.04.08