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Treue

Ein amerikanisches Forscherteam um Miranda Lim von der Emory-Universität in Atlanta berichtet in der Fachzeitschrift Nature (Band 429) von Experimenten, bei denen zwei Arten von Wühlmäusen bezüglich ihres Sozialverhaltens miteinander verglichen wurden. Dabei hätten sie festgestellt, dass die Männchen der Wiesenwühlmaus des öfteren ihre Partnerinnen wechseln, während die der Präriewühlmäuse monogame Beziehungen eingehen. Laut Lim und ihren Kollegen ist das Treue-Verhalten auf Vasopressin-Rezeptoren im Belohnungszentrum des Gehirns zurückzuführen, von denen sie bei den Präriewühlmäusen einen erhöhten Anteil gefunden hätten. Nach dieser Feststellung habe das Team das entsprechende Rezeptor-Gen namens V1aR in das Gehirn der Wiesenwühlmäuse eingeschleust, die daraufhin ihr promiskuitives Verhalten eingestellt hätten und ihrer derzeitigen Mäusedame treu geblieben seien. Die Forscher erhoffen sich durch die Erkenntnisse neue Einblicke, wie Verhaltensweisen auch bei Menschen möglicherweise durch die Aktivität eines einzelnen Gens zustande kommen können.
www.wissenschaft.de, 23.07.04