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Zittern

Das Hertie-Institut für klinische Hirnforschung hat als Ergebnis einer internationalen genomweiten Assozationsstudie bekanntgegeben, einen genetischen Risikofaktor für den essenziellen Tremor identifiziert zu haben. Dies ist die Bezeichnung für eine Bewegungsstörung, die sich durch Zittern der Hände äußert und unterschiedlich stark ausgeprägt sein kann. Im Forschungsprojekt kooperierten das Institut mit ForscherInnen des isländischen Unternehmens deCode Genetics, der Universität Wien und der Emory University in Atlanta/USA. 750 PatientInnen aus den entsprechenden Ländern sowie 15.000 Kontrollpersonen wurden einbezogen. Die letztendlich präsentierten Ergebnisse der Großstudie haben allerdings eine geringe Aussagekraft: Eine bestimmte Variante des Gens LINGO1 wurde bei den TremorpatientInnen zwar etwas häufiger gefunden als in der Kontrollgruppe. Sie kommt aber auch bei den gesunden Kontrollpersonen so häufig vor, dass das errechnete Risiko, mit der Genvariante an Tremor zu erkranken, nur geringfügig höher ausfällt als ohne dieselbe. Für eine genetische Diagnostik am einzelnen Patienten oder eine Voraussage für Familienmitglieder von Betroffenen taugten die Erkenntnisse nicht.
Ärztezeitung, 13.02.09