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Aus der Propagandaküche

Dreck. In Deutschland ist der Anbau von gentechnisch verändertem Mais seit 2009 verboten. Ungeachtet dessen ist auf einer Fläche von 3.000 Fußballfeldern gentechnisch verunreinigtes Maissaatgut auf Felder ausgebracht worden. Die Sache sollte klar sein: Der Verursacher ist in letzter Instanz die Firma Pioneer, also muss Pioneer haften! Stattdessen wird lauthals argumentiert, dass eine Verunreinigung von konventionellem Saatgut mit gentechnisch verändertem Material unvermeidlich ist und deshalb auch hierzulande legalisiert werden müsse. Es fällt nicht schwer, hinter dieser Forderung die Taktik der Industrie zu erkennen, denn...
... die Rufe nach Liberalisierung werden mit der Unvermeidbarkeit der Verunreinigung von nicht-gentechnischen Saatgut begründet. Diese Begründung stellt aber die Verhältnisse auf den Kopf. Die GentechnikkritikerInnen haben immer schon gewarnt, dass die sogenannte Koexistenz - das Nebeneinander von gentechnisch veränderten und nicht gentechnisch veränderten Anbauformen - eine Illusion ist. Kontaminationen sind kaum zu vermeiden.
Es macht darüber hinaus stutzig, dass immer wieder gerade Saatgutpartien betroffen sind. Im vorliegenden Fall sollen Freisetzungsversuche in Ungarn (wo Maissaatgut vermehrt wird) die Ursache sein. Der Verdacht liegt nahe, dass System dahinter steckt. Die Saatgutindustrie macht keinen Hehl daraus, dass ihr die bisherige Regelung - jede Verunreinigung führt dazu, dass eine Lieferung nicht mehr auf die Felder darf - ein Dorn im Auge ist. Kleine Kontaminationen kommen ihr da gelegen; denn sie erhöhen den Druck auf die Politik, die Regelungen zu lockern.
Es bleibt zu hoffen, dass die deutschen Gerichte dieses Spiel nicht mitmachen und die Firmen für ihre Kontaminationen in die Pflicht nehmen. Es lohnt ein Blick über den Atlantik. Der Bayer-Konzern hat in den USA ein Verfahren nach dem anderen verloren und sieht sich zur Zeit mit einer dreistelligen Schadensersatzforderung konfrontiert.