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Gentechnisch veränderte Kartoffel Amflora der BASF bleibt in Deutschland ein Ladenhüter

(Berlin, 31. Januar 2011) Die BASF Plant Science konnte die deutschen Landwirte offenkundig weder vom Sinn noch von der Rentabilität ihrer gentechnisch veränderten Kartoffel überzeugen. Nur so ist es zu erklären, dass es in diesem Jahr in ganz Deutschland nur zu einem Anbau von zwei Hektar Amflora kommt.

BASF-Konzern gibt Anbau auf zwei Hektar bekannt

Im Herbst hatte der Chef des Mutterkonzerns BASF, Jürgen Hambrecht, noch vollmundig angekündigt, in 2011 werde das Unternehmen 1.000 Hektar bestellen können - jetzt ist zumindest eines klar: das wird zumindest nicht in Deutschland passieren. (Finden Sie hier den Link zur heutigen BASF-Pressemitteilung)

Nach Einschätzung von Christof Potthof, Mitarbeiter des Gen-ethischen Netzwerk (GeN) in Berlin sollte „die BASF das Projekt Amflora zu den Akten legen.‟ Dafür gibt es dem Biologen zufolge eine Reihe guter Gründe:

„Amflora ist ein überflüssiges Produkt, denn es gibt konventionell entwickelte Alternativen."
„Amflora ist ein gefährliches Produkt, denn es ist - trotz eines 14 Jahre währenden Zulassungsverfahrens - nicht ausreichend untersucht. Es hat sich in der Vergangenheit zudem wiederholt gezeigt, dass gentechnisch veränderte Pflanzen nicht zu kontrollieren sind. Kontaminationen anderer Chargen sind nicht die Ausnahme. Sie gehören zum Alltag ... und das ist sehr, sehr schlimm, denn die Konzerne, die diese Kontaminationen verursachen, zwingen dem Rest der Bevölkerung so die Agro-Gentechnik auf.‟


Zudem hat die BASF in den vergangenen Wochen eine regelrechte Amflora-Posse präsentiert: Darin wurde das Stück 'Der Amflora-Anbauer von 2010 - rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln' zum Besten gegeben. Über Wochen blieb unklar, ob der Landwirt, der 2010 für die BASF die gentechnisch veränderten Kartoffeln im mecklenburgische Bütow angebaut hatte, im kommenden Jahr dabeibleibt, und wenn nicht, warum nicht. Jetzt zeigt sich: Er wird keine Amflora-Kartoffeln anbauen. „Eine Risikotechnologie gehört nicht in ein solches Chaos‟, meint Christof Potthof.


Weitere Argumente gegen Amflora sind schon so oft genannt worden, dass sie bereits einen Bart haben: In den Kartoffeln wurden Antibiotikaresistenz-Markergene eingebaut. Es besteht die Gefahr, dass ihre Verwendung dazu beiträgt, dass sich antibiotikaresistente Keime weiter verbreiten bzw. neu entstehen. Die EU-Medikamentenbehörde EMEA in London oder die Weltgesundheitsorganisation WHO haben in der Vergangenheit klare Statements gegen die Verwendung dieser Methode in gentechnisch veränderten Pflanzen veröffentlicht.


Christof Potthof: „Es gibt aber auch andere Entwicklungen, die uns große Kopfschmerzen bereiten. Die BASF ist zum Beispiel mit dem Gentech-Branchenprimus Monsanto eine Forschungs- und Entwicklungskooperation eingegangen, die in den nächsten Jahren eine Investitionssumme von bis zu zweieinhalb Milliarden US-Dollar umfassen könnte. Wenn das größte Saatgut-Unternehmen der Welt mit dem größten Chemie-Konzern der Welt in einem so sensiblen Bereich wie der Saatgutentwicklung gemeinsame Sache macht, dann sollten wir genau hinschauen. Bezeichnenderweise melden beide reihenweise Patente auf Gene, Genprodukte und Organismen an.‟


Das aktuelle GeN- Faltblatt „Biotechnologische Agrar Science Fiction‟ und weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten des Gen-ethischen Netzwerk. (hier)


Pressekontakt:
Christof Potthof, Gen-ethisches Netzwerk
mobil: 0163 26 06 359
Hier geht es zum Kontaktfomular.

Das Gen-ethische Netzwerk ist seit 25 Jahren Teil der Diskussionen um den Einsatz von Gentechnik, Bio- und Reproduktionstechnologien.

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„BASF Plant Science baut 2011 Amflora-Kartoffeln in Deutschland und Schweden an‟
BASF-Pressemitteilung, 2011-01-31 P-11-142 (mehr)

„Nächstes Jahr wird das Unternehmen dann schon 1.000 Hektar mit der Amflora-Kartoffel bestellen können‟
Schweriner Volkszeitung online, 1. September 2010 (mehr)

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