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Forschung im Bereich der Grünen Gentechnik

(Berlin, 26. Januar 2015) Anlässlich der Anhörung „Forschung im Bereich der Grünen Gentechnik“ - heute im Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) - hat eine Reihe von Verbänden aus den Bereichen Agrarpolitik, Umwelt-, Verbraucher- und Tierschutz gemeinsame Forderungen für die Verbesserung der Risikoforschung mit gentechnisch veränderten Pflanzen veröffentlicht. GeN-Mitarbeiter Christof Potthof, der selbst bei der Anhörung anwesend sein wird, betont in diesem Zusammenhang, dass für eine plausible Risikoforschung bis heute jede Basis fehlt: Die Gentech-Firmen bestimmen selbst darüber, wer mit ihren Pflanzen forscht - und wer nicht.

Im Rahmen der Anhörung sollen insbesondere die folgenden Fragestellungen behandelt werden (aus der Einladung des BMEL):

  1. Kompetenz für Chancen- und Risikobewertung: Inwieweit sind in Deutschland hinreichende Forschungskapazitäten zur Chancen- und Risikobewertung vorhanden?
  2. Weiterer Forschungsbedarf: Gibt es Aspekte oder Anwendungsperspektiven der grünen Gentechnik, die in den bisherigen Forschungsarbeiten noch nicht aufgegriffen wurden? In welchen Gebieten sollte die bisherige Forschung vertieft werden?
  3. Rahmenbedingungen: Gibt es aus Ihrer Sicht Rahmenbedingungen, die entsprechende Forschungsarbeiten einschränken, bzw. inwieweit ist eine Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen erforderlich, um entsprechende Forschungsarbeiten durchführen zu können?

Verbände fordern verbesserte Risikoforschung

Die beteiligten Verbände fokussieren in ihren Forderungen auf die Rahmenbedingungen für die Risikoforschung mit gentechnisch veränderten Pflanzen. „Ohne wissenschaftliche und ethische Mindeststandards für die Bewertung der Risiken macht ein Blick auf eventuelle Chancen eh' keinen Sinn,“ so Christof Potthof.
Das Gen-ethische Netzwerk ist besorgt, dass die Bundesregierung weiter Forschungsmittel in diesen Bereich investiert, obwohl es solche Standards nicht gibt.
„Im Übrigen wollen wir natürlich nicht, dass es wieder Freisetzungen von gentechnisch veränderten Pflanzen gibt“, so Potthof weiter. Für das GeN ist es seit mehr als zwanzig Jahren erklärtes Ziel, dass es keine gentechnisch veränderte Pflanzen auf Feldern und im Essen gibt. Ganz im Gegenteil: Dass es in der BRD seit ein paar Jahren keine Freisetzungsversuche mehr gibt, ist dem nicht nachlassenden und vielseitigen Widerstand und Protest gegen die Nutzung der - sogenannten - grünen Gentechnik zu verdanken.
Die im Kontext der Anhörung formulierten Forderungen sollen vielmehr deutlich machen, dass auch der aktuelle Status mehr als problematisch ist. Auch wenn es weder gentechnisch veränderte (gv) Pflanzen auf den Feldern gibt, noch Produkte mit bzw. aus solchen Pflanzen in den Läden zu finden sind; in der EU dürften etwa 50 gv-Pflanzen bzw. Pflanzenlinien, die in der Europäischen Union als Futter- oder Lebensmittel genutzt werden, weil sie über eine entsprechende Zulassung verfügen. Deren Bewertung ist jedoch unter unzureichenden Bedingungen zustande gekommen.
Bereits in der Vergangenheit hatten sich Verbände in diesem Sinne eingesetzt, zuletzt 2013 mit einer Petition, die sich an den Deutschen Bundestag richtete (s.u.).
[Update 26. Januar, 17:00 Uhr. Folgende Verbände unterstützen die hier veröffentlichten Forderungen: Bundesverband Naturkost Naturwaren, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Bund Ökologische Lebens­mittel­wirtschaft, Deutscher Berufs und Erwerbs Imker Bund*, Gen-ethisches Netzwerk, Greenpeace, Mellifera, NABU, Sambucus, Save Our Seeds, Testbiotech; * der DBIB ist aufgrund einer technischen Panne in der ersten Auflistung der Verbände nicht aufgeführt; das hier verlinkte pdf-Dokument ist entsprechend aktualisiert]

Verbändeforderungen:

www.gen-ethisches-netzwerk.de/files/1501RT_forschung_gentech_forderungen... (pdf-Dokument, direkter Link, 250 KB)

Kontakt im GeN:

Christof Potthof, christof.potthof@gen-ethisches-netzwerk.de, Tel.: 0163/2606 359

Bundestagspetition 2013:

www.gen-ethisches-netzwerk.de/2558

[Zuletzt geändert (Korrekuren und Verbesserung der Verständlichkeit) am 29. Januar 2014, 10:00 Uhr]
 

AnhangGröße
1501RT_forschung_gentech_forderungen_web.pdf255.67 KB