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PM GID 242 Schwerpunkt Reproduktionsmedizin

(Berlin 02.08.2017)

Kinderwunschmesse, Positionspapiere, Bioethik-Foren - die Diskussion um eine mögliche Liberalisierung bisher in Deutschland verbotener Reproduktionstechniken wie "Leihmutterschaft" und Eizell"spende"  hat in diesem Jahr an Fahrt aufgenommen. Die politischen und gesellschaftlichen Akteure bringen sich für die nächste Legislaturperiode in Position. Höchste Zeit auch für das Gen-ethische Netzwerk, eine Bestandsaufnahme des Feldes vorzunehmen und geeignete Gegenargumente zu entwickeln.

Dabei geht es uns nicht um einen Erhalt des Status Quo, sondern darum, eine kohärente Position gegen die Liberalisierung und ihre falschen Versprechen zu finden. Das kann nur in einem Reflexions- und Diskussionsprozess gelingen, in dem die verschiedenen feministischen Argumente auf ihre Gültigkeit überprüft werden. Die Artikel des GID-Schwerpunktes „Hinter dem schönen Schein. Feminismus vs. Reprotech“ werfen daher aus unterschiedlichen Perspektiven Schlaglichter auf die Debatte.

Einig sind sich unsere Autorinnen darin: Die Erfüllung der eigenen (reproduktiven) Wünsche auf Kosten anderer kann keine politische Forderung sein - weder im nationalen noch im internationalen Rahmen. Zwar diskutieren FeministInnen schon seit den 1980er Jahren kritisch über Reproduktionstechniken, eine Aktualisierung der Kritik steht aber weitgehend aus. Auch dieser Schwerpunkt kann nur ein Anfang sein und weder alle wichtigen Perspektiven einbeziehen noch alle Liberalisierungs-Argumente widerlegen.

Ist Eizellenabgabe und Leihgebären Arbeit? Das steht für Susanne Schultz außer Frage. Wie dieses Arbeitsverhältnis jedoch zu verstehen ist und was Gemeinsamkeiten und Unterschiede zur Sexarbeit sind, dazu hat sie einige Thesen aufgestellt.
Viel Diskussionsstoff bieten die Techniken auch für die queere Community und für Menschen mit Behinderung. Kritische Perspektiven fehlen jedoch. Kirsten Achtelik hat einige Diskussionsstränge zusammengefasst und eingeordnet > link.
Ein häufig zu hörendes Argument in der Debatte ist der vermeintliche Vorteil der altuistischen Spende. Ulrike Baureithel stellt darüber grundsätzliche Überlegungen an.
Außerhalb des Schwerpunktes beschäftigt sich Isabelle Bartram  mit den Versprechungen von Genome Edititing in der klinischen Anwendung und Anne Bundschuh mit einer Open-Source-Lizenz für Saatgut.
Einige Artikel sind nur in dem gedruckten Heft zu finden. Das Inhaltsverzeichnis ist online und einzelne Heft können in unserem shop bestellt werden. Gerne schicken wir Ihnen auch ein kostenloses Probeexemplar.

Zur Vorstellung des Heft-Schwerpunktes wird eine Veranstaltung mit Film (Future Baby), Diskussion und Buffet in Berlin stattfinden, zu der alle herzlich eingeladen sind: Mittwoch, 11. Oktober, 19 Uhr im Aquarium, Skalitzer Strasse 6, barrierearm.

Mit besten Wünschen,
Ihre GID-Redaktion