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Gehölze

171 - August 2005
Gehölze
Gentechnik auf dem Holzweg: Die Argumente, die für die gentechnische Veränderung von Bäumen und anderen Gehölzen ins Feld geführt werden, gleichen denen im Agrarsektor. Ein Einblick in die Prioritäten und die Debatte in diesem Bereich.
 
Potthof, Christof
Politisch ist es in Deutschland mehr als umstritten, welche Rolle die Gentechnik in der öffentlich finanzierten Forschung spielen soll. Dies verdeutlichten die Diskussionen, wenn Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast mal wieder eine ihrer Forschungsanstalten anwies, von dem einen oder anderen Projekt Abstand zu nehmen. Bei transgenen Gehölzen gibt es im privaten Sektor praktisch überhaupt keine Projekte.
Carrere, Ricardo
Privatwirtschaftliche Interessen werden mit den Forschungen an Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen zur Deckung gebracht. Das Ziel ist die Eingliederung der Natur in rundherum ökonomisch verwertbare Produktionsprozesse.
Petermann, Anne
Ein neu erschienener Bericht der Vereinten Nationen gibt einen "vorläufigen Überblick über Biotechnologie in der Forstwirtschaft, einschließlich gentechnischer Veränderungen". Diese Bestandsaufnahme weist jedoch deutliche Informationslücken auf.
Potthof, Christof
Die Argumente, die für die gentechnische Veränderung von Bäumen und anderen Gehölzen ins Feld geführt werden, gleichen denen im Agrarsektor. Ein Einblick in die Prioritäten und die Debatte in diesem Bereich.
Golla, Stefanie & Köhler, Benjamin
Die hier vorliegende Zusammenstellung bezieht sich, soweit nicht anders erwähnt, auf erzielte Forschungs- und Entwicklungsergebnisse und vollzogene Freisetzungen. (Die sehr heterogene Datenlage spiegelt sich in einer entsprechenden Darstellung wieder).

Landwirtschaft & Lebensmittel

Richardt, Katja
Manipulationen der Biotech-Industrie und deren Verbündung mit der Politik spielen eine durchaus entscheidende Rolle für den zunehmenden Einsatz von gentechnisch veränderten Pflanzen in den USA. Konzerne nehmen Einfluss auf Politik, Wissenschaft und Medien. Es entstehen politische Rahmenbedingungen, die eine Etablierung der transgenen Sorten erheblich fördern.
Interview mit Meuser, Friedrich
In einem Verbundprojekt sollte die Zöliakie-auslösende Wirkung von Weizen mit gentechnischen Mitteln aufgehoben werden. Beteiligt waren verschiedene Uni-Institute aus Berlin, Hamburg und London und - zunächst - auch der Gentechnik-Konzern Monsanto. Das Projekt endete am Anfang dieses Jahres.

Mensch & Medizin

Rothmüller, Ninette
Dieser Text befasst sich mit biomedizinischer Forschungspraxis, genauer mit Somatic Cell Nuclear Transfer (SCNT; Klonen durch Zellkerntransfer).(1) Beleuchtet werden Interpretationsfreiräume in der praktischen Umsetzung von Forschungsvorhaben im Bereich Stammzellenforschung. Am Beispiel der Arbeit des Stammzellenteams Newcastle upon Tyne in Großbritannien wird nach einer möglichen Beeinflussung weiblichen Selbstverständnisses durch biomedizinische Praxis gefragt.
Puschke, Martina
Bei der Anwendung und Ausweitung pränataldiagnostischer Untersuchungen entstehe mehr Nutzen als Schaden – dieses Fazit des an der Universität Würzburg durchgeführten "Forschungsprojekts zur Einstellung von Eltern zu ihrem Kind mit Down-Syndrom vor und nach Einführung der Pränataldiagnostik" wird derzeit häufig zitiert. Unerwähnt bleibt dabei, dass der Nutzen der PND lediglich für die wenigen Eltern dokumentiert ist, die sich für ein Kind entschieden haben, unabhängig davon, ob es behindert oder nicht-behindert sein wird. Dabei bleiben die Auswirkungen für das Leben von Menschen mit Behinderung gänzlich unbeantwortet.

Politik & Wirtschaft

Interview mit Röspel, René
Der Vorsitzende der Enquete-Kommission "Ethik und Recht der modernen Medizin", René Röspel (SPD), über unverantwortliche Versprechen, unrealistische wirtschaftliche Erwartungen und die unabsehbare Zukunft der Bioethik.
Janoschka, Thomas
Eine Aktion mit 300 GentechnikgegnerInnen schafft es in die Tagesschau, fast sämtliche Tageszeitungen berichten ausführlich. Verbände distanzieren sich bereits im Vorfeld und die forschungspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Katherina Reiche spricht von "Bio-Terroristen". Noch nie hat eine Aktion gegen die Agrogentechnik in Deutschland so viele Reaktionen produziert und ein so hohes Medienecho hervorgerufen. Was ist passiert?
Tippe, Ruth
Vor 25 Jahren wurde in USA das erste Bakterium patentiert. Der Supreme Court in USA befand, Bakterien seien "unbelebten chemischen Verbindungen weit ähnlicher als Pferden oder Bienen oder Himbeeren" und deshalb auch patentierbar. Diese Entscheidung hatte weitreichende Konsequenzen. Denn in den Folgejahren wurden sehr bald auch Patente auf Pflanzen und sogar auf Tiere angemeldet.

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171 - Gehölze
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Impressum

GID 171, Aug./Sept. 2005 21. Jahrgang - ISSN 0935-2481 Redaktion: Theresia Scheierling (ViSdP), Monika Feuerlein, Christof Potthof, Ute Sprenger, Stefanie Golla, Benjamin Köhler