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Rezension: Put on your Blue Genes

Ver-Bild-lichung - oder mehr?

Hybrid Video Tracks präsentierten im Herbst des vergangenen Jahres eine Ausstellung zu "Biotech-Kunst". Den zu dieser Ausstellung erschienenen Katalog möchte ich an dieser Stelle der geneigten Leserschaft zur Lektüre empfehlen. Wie die Ausstellung, so auch der Band: "Put on your Blue Genes". Das Buch ist ein Steinbruch von Ideen, Theorien, Prozessen und - nicht zuletzt - Texten. Es ist weniger eine Repräsentation der Kunstwerke, die in der Ausstellung gezeigt worden waren, als vielmehr eine Diskussion über Biotechnologie und Kunst. Natürlich wird die Frage gestellt:"Was kann die Kunst zu der Debatte (sei sie öffentlich oder auf bestimmte zum Beispiel inner-wissenschaftliche oder auch kulturell beschriebene Räume beschränkt) beitragen?" Ihr Beitrag, das wird schnell deutlich, soll sich nicht beschränken auf die Ver-Bild-lichung technischer Details, um unseren Vorstellungen auf die Sprünge zu helfen. Die Kunst, die Kunstschaffenden, müssen kritisch beleuchten, inwieweit sie die Rolle des Wegbereiters übernehmen (wollen), für die "Verheißungen der Biotechnologie", wie es im Untertitel heißt. Aber es ist eben ein Buch über Biotechnologie und Kunst, und so kann auch über die Biotechnologie viel gelesen - zuweilen vielleicht sogar gelernt - werden.
Neue Gesellschaft für Bildende Kunst (Hrsg.): "Put on your Blue Genes - BioTech-Kunst und die Verheißungen der Biotechnologie". Berlin 2005, 168 Seiten, kartoniert, ISBN 3-926796-97-9. Vertrieb: Vice Versa, Immanuelkirchstr. 12, 10405 Berlin, Tel.: 030/61609236, Fax: -38. Mit Texten von: Hybrid Video Tracks, Critical Art Ensemble, Tissue Culture & Art Project/SymbioticA, Thomas Lemke, Agentur (Kobe Matthys), Andrea zur Nieden, Paul Vanouse und anderen. Das Buch kostet 14 Euro.
174
Februar 2006
S. 53