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Gebärmutterhalskrebs- Impfung

180 - Februar 2007
Gebärmutterhalskrebs- Impfung
Frau im Focus. Es ist ungewöhnlich, dass der GID einem medizinischen Produkt einen ganzen Schwerpunkt widmet. Doch die aktuelle Debatte um zwei neue Gentech-Impfstoffe zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs hat unserer Meinung nach für die Diskussionen um Gentechnik, Vorsorge und Forschungsethik einen hohen Stellenwert. Es lohnt sich, einzelne Aspekte genauer zu betrachten.
 
Kommentar von Sabisch, Katja
Kommentar von Katja Sabisch
Warum richtet sich der öffentliche Diskurs über die neu entwickelte Impfung gegen Humane Papilloma-Viren fast ausschließlich an Frauen? Die Soziologin Katja Sabisch analysiert die Ursprünge der imaginierten Durchseuchung des weiblichen Geschlechts aus kulturhistorischer Sicht.
Feuerlein, Monika
Um Kosten zu senken, lagern Pharmaunternehmen und staatliche Forschungseinrichtungen in Europa und den USA ihre Medikamententests oft ins "günstigere" Ausland aus. Der HPV-Impfstoff Cervarix zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs beispielsweise, über dessen Marktzulassung voraussichtlich Mitte des Jahres entschieden wird, wurde an Tausenden costaricanischen Frauen getestet – und dies unter fragwürdigen Bedingungen. Allmählich regt sich dort Widerstand gegen diese neue Form der Kolonialisierung aus dem Norden.
Hirte, Martin
Im Oktober letzten Jahres wurde auch in Deutschland eine Impfung gegen Humane Papilloma-Viren (HPV) zugelassen. Sie verspricht einen fast hundertprozentigen Schutz gegen zwei krebserregende Viren. Ob sie tatsächlich auch gegen den damit in Zusammenhang stehenden Krebs schützt, ist aber noch ungewiss.
Interview mit Koppermann, Silke
Obwohl eine entsprechende Stellungnahme der zuständigen Impfbehörde STIKO bisher aussteht wird der neue HPV-Impfstoff der Firma Merck von den großen Krankenkassen und vielen Fachärzten bereits offensiv beworben. Vor allem Eltern junger Mädchen haben bereits den einen oder anderen Brief bekommen. Um eine kritische Einschätzung baten wir die Hamburger Gynäkologin Silke Koppermann.
Interview mit Rosenbrock, Rolf
Im gesundheitspolitischen Diskurs wird inzwischen ganz offen über Sanktionen für "Vorsorgemuffel" diskutiert. Anfang. Februar hat der Bundestag beschlossen, dass Versicherte, die bestimmte Früherkennungsuntersuchungen nicht wahrgenommen haben, finanziell stärker belasten werden. Der GID sprach mit dem Experten für Gesundheitspolitik, Rolf Rosenbrock, über Sinn und Unsinn der Vorsorgepolitik.
Feuerlein, Monika
Es ist ungewöhnlich, dass der GID einem medizinischen Produkt einen ganzen Schwerpunkt widmet. Doch die aktuelle Debatte um zwei neue Gentech-Impfstoffe zur Vorbeugung von Gebärmutterhalskrebs hat unserer Meinung nach für die Diskussionen um Gentechnik, Vorsorge und Forschungsethik einen hohen Stellenwert. Es lohnt sich, einzelne Aspekte genauer zu betrachten.

Landwirtschaft & Lebensmittel

Lorch, Antje
Bei der EU liegt ein Zulassungsantrag von BASF für den Anbau einer gentechnisch veränderten Kartoffel vor, über den die EU-UmweltministerInnen am 20. Februar entscheiden sollen. Die BASF scheint zuversichtlich, hat sie doch bereits Mitte Januar über 150 Hektar für den Anbau in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern angemeldet. Und dennoch regt sich kein Sturm der Entrüstung, geht kaum jemand auf die Barrikaden. Fünf gute Gründe, sich dennoch gegen die Zulassung der BASF-Gentech-Kartoffeln zu engagieren.
Fischer, Thomas & Potthof, Christof & Stenz, Resi
Am Standort der Genbank in Gatersleben (Sachsen-Anhalt) arbeiten zunehmend auch Arbeitsgruppen und Firmen mit GVO. Im Winter wurde gv-Weizen freigesetzt, in diesem Jahr sollen gv-Erbsen hinzukommen. Die "Biotechnologie-Offensive" der Regierung von Sachsen-Anhalt gefährdet die wertvollen pflanzengenetischen Ressourcen der Genbank.

Mensch & Medizin

Wagenmann, Uta
Biobanken bleiben im Trend. Die Gründerzeit wird zwar allmählich abgelöst durch die Verwertung bereits vorhandener Proben- und Datensammlungen. Nach wie vor wird aber mit der Rede von künftigen medizinischen Segnungen, an deren Entwicklung das Individuum mitwirken kann, Teilnahmebereitschaft hergestellt. Mit der im Juni vergangenen Jahres der Öffentlichkeit vorgestellten "Biobank der Blutspender" ist allerdings ein neuer Höhepunkt in Sachen Altruismusverwertung erreicht.
Interview mit Crichton, Michael
Im Januar ist der neue Roman des Science Fiction Autors Michael Crichton (Jurassic Park; Emergency Room) über das Leben im Gen-Zeitalter erschienen ­ mit einem Nachwort des Gen-ethischen Netzwerks. Dadurch bot sich die Gelegenheit, beim Autor selbst noch einmal nachzuhaken...

Politik & Wirtschaft

Interview mit Satheesh, P.V.
Auf dem indischen Subkontinent kocht ein heftiger Streit über den Einsatz gentechnisch veränderter Baumwollsorten. Es zeigt sich, dass die Saaten die Bedürfnisse der Bäuerinnen und Bauern nicht bedienen können. Nachhaltiger Landbau auf der Bais einer möglichst weit gehenden Autonomie dagegen verbessert die Situation von den Menschen auf dem Lande.
Haefeker, Walter
Die Bienen sind schuld. Und wenn nicht die Bienen, dann sind es die Imker. Wenn es um Koexistenz und Kontamination von gentechnikfreier Landwirtschaft geht, dann werden die sonst wegen der Bestäubung beliebten Insekten zum Problem. Die Wochenzeitung "Die Zeit" widmete sich diesem Thema und die Autorin kam zu einem Schluss, der nicht von allen geteilt wird, zum Beispiel nicht von einem Berufsimker. Ein nicht veröffentlichter Leserbrief.
Höfs, Silke
Auf Initiative des GeN und der mexikanischen Organisation Grupo de Estudios Ambientales (GEA) bot das ASA-Programm (1) im vergangenen Jahr zwei Stipendienplätze in Mexiko, bei denen Einblicke in die dortige Debatte um den Erhalt und die Nutzung gentechnikfreien Saatguts genommen werden konnten. In dem folgenden Erfahrungsbericht schildert die Stipendiatin Silke Höfs ihre Begegnungen mit den Kleinbauern und ihren Anbausystemen im südmexikanischen Bundesstaat Guerrero.
Baureithel, Ulrike
Die FDP will das Stammzellgesetz kippen – und eine Handvoll Forscher wird von der DFG bedenkenlos unterstützt.
Presseschau
Vor zwanzig Jahren wurde der erste Bericht einer Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages zu den "Chancen und Risiken der Gentechnologie" vorgelegt. Mehr als zwei Jahre hatten die ExpertInnen für die Ausarbeitung ihres Berichts benötigt. Wir nehmen dies zum Anlass für einen Medien-Rückblick.
Sprenger, Ute
Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen veröffentlichte am 24. Januar dieses Jahres ihren aktuellen "Weltbericht zu Hunger und Unterernährung 2006". Damit stößt sie eine Debatte um die Durchführung von Nahrungsmittelhilfen an, die sie für dringend geboten hält.

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180 - Gebärmutterhalskrebs- Impfung
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Impressum

GID 180, Feb./März 2007 23. Jahrgang - ISSN 0935-2481 Redaktion: Theresia Scheierling (ViSdP), Monika Feuerlein, Amadeus Janio, Christof Potthof, Andrej Schönhof, Ute Sprenger, Uta Wagenmann