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Genbanken

GID-Titelbild: Genbanken: Sammeln, pflegen, ...
181 - April 2007
Genbanken
Sammeln, pflegen, ... Gerade in Verbindung mit einem Thema, das in letzter Zeit die Medien beherrscht, der Klimaerwärmung, wird dem Genpool der Pflanzenwelt eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Nur mit den alten Sorten und dem damit in Verbindung stehenden Wissen wird es vermutlich möglich sein, neue Pflanzen zu züchten, die mit einem gegebenenfalls wärmeren Klima zurecht kommen. Pflanzengenetische Ressourcen in Sammlungen werden nicht selten als "Erbe der Menschheit" bezeichnet.
 
Bauer, Andreas
Am Standort der Genbank in Gatersleben will die Firma Novoplant in diesen Tagen einen Freisetzungsversuch mit gentechnisch veränderte Erbsen starten. Geht es nach den 75.000 Menschen, die dagegen ihren Einwand formuliert haben, wird es nicht dazu kommen.
Stenz, Resi
Dass der Erhalt pflanzengenetischer Ressourcen in seiner Bedeutung zunehmen wird, ist unbestritten. Während es zahllose traditionelle Wege gibt, die Biodiversität von Nutzpflanzen zu erhalten, hat sich die "moderne" Agrarforschung ihrer erst vor etwa dreißig Jahren angenommen - nicht nur zum Vorteil für die genetische Vielfalt.
Interview mit Vögel, Rudi
Im vergangenen Jahr wurde in Gatersleben auf dem Gelände von Deutschlands größter Genbank im Rahmen eines Freisetzungsversuches Winterweizen ausgesät. Der "Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg" (VERN) hat dagegen geklagt.
Potthof, Christof
Sammlungen von Pflanzensorten sind von der Verunreinigung mit gentechnischem Material besonders bedroht. Für die Pflanzenzüchtung sind die genetischen Ressourcen von existenzieller Bedeutung.
Claßen, Alice
In Norwegen haben die Bauarbeiten zur weltweit womöglich sichersten Genbank für Nutzpflanzenarten begonnen. Das "Erbe der Menschheit" soll hier künftig effektiv vor den Folgen von Klimakatastrophen und Kriegen geschützt werden.

Landwirtschaft & Lebensmittel

Idel, Anita
1980 wurden transgene Bakterien und damit weltweit die ersten Lebewesen patentiert, 1988 folgten in den USA und 1992 in Europa Patente auf die ersten transgenen Säugetiere. Zur Disposition stehen heute letztlich alle wirtschaftlich interessanten Tiere - Schmuse-, Sport- und Wildtiere eingeschlossen. So nimmt die Verfügbarkeit von Tieren für eine nachhaltige landwirtschaftliche Entwicklung durch eigentumsrechtliche Strategien dramatisch ab.
Lorch, Antje
Was in den Zusammenfassungen wissenschaftlicher Arbeiten steht, ist nicht immer nur die kondensierte Form der Gesamtfassung. Zum Teil liegt der Verdacht nahe, ihr Inhalt sei eher politisch denn wissenschaftlich motiviert.
Tippe, Ruth
Am 28. März 2007 hat die Einspruchsabteilung des Europäischen Patentamtes ein Patent auf konventionell gezüchtete Sonnenblumen bestätigt. Ein weltweites Bündnis tritt gegen diese Patentierungspraxis an.

Mensch & Medizin

Wagenmann, Uta
Die seit Oktober 2005 an der Universität Basel in Vorbereitung befindliche Langzeitstudie SESAM ist Mitte März von der zuständigen Ethikkommission im Grundsatz gebilligt worden. Ein Scheitern des Projektes scheint dennoch nicht mehr ausgeschlossen: Die Auflagen der Ethikkommission haben es in sich, und wichtige Sponsoren wollen ihre finanziellen Zusagen überprüfen.
Lemke, Thomas
In den letzten Jahren sind eine Reihe von Ratgebern publiziert worden, die die Veralltäglichung genetischen Wissens dokumentieren. Sie verbinden die Darstellung von Orientierungswissen mit der Ausarbeitung praktischer Verhaltenslehren und verkoppeln Formen der Selbstführung mit Techniken zur Führung anderer.

Politik & Wirtschaft

Striegel, Sebastian
Die Koordination der "Initiative für eine gentechnikfreie Region Nebel/Krakow am See" lag mehr als zwei Jahre in den Händen eines NPD-Mitgliedes. Aber nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern versucht die rechtsextreme Partei, sich über die so genannten weichen Bürgeranliegen in etablierte soziale Bewegungen einzuklinken.
Wagenmann, Uta
Eigentlich sollte die vor knapp drei Jahren in Kraft getretene EU-Richtlinie 2004/23/EG lediglich einheitliche Qualitäts- und Sicherheitsstandards bei der Verwendung menschlicher Gewebe und Zellen im Rahmen medizinischer Behandlungen in den Mitgliedsstaaten schaffen. Ihre Umsetzung in deutsches Recht wird voraussichtlich aber viel weiter reichende Konsequenzen haben: Der Referentenentwurf aus dem Bundesgesundheitsministerium - derzeit in Überarbeitung befindlich- schafft einen umfassenden gesetzlichen Rahmen für die effektive und gewinnbringende Verwertung der Körper von Toten.

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Impressum

GID 181, April 2007 23. Jahrgang - ISSN 0935-2481 Redaktion: Theresia Scheierling (ViSdP), Monika Feuerlein, Amadeus Janio, Christof Potthof, Andrej Schönhof, Uta Wagenmann, Alice Claßen