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Warenförmige Körper und Bringschuld

GID-Titelbild: Warenförmige Körper und Brindschuld
182 - Juni 2007
Warenförmige Körper und Bringschuld
Das geht ans Herz... Während die Verwertung des menschlichen Körpers in großen Schritten voranschreitet und seine Warenförmigkeit juristisch festgeschrieben wird, ist im Zusammenhang mit der Abgabe von Organen seit neuestem nicht mehr nur von Nächstenliebe und Verantwortung die Rede, sondern auch ganz direkt von Pflichten.
 
Baureithel, Ulrike
"Selbstbestimmung", einst Forderung und Ziel feministischer, behindertenpolitischer und medizinkritischer Bewegungen, ist heute im öffentlichen wie im gesetzgeberischen Raum Ausgangspunkt für eine Vielzahl von Grenzüberschreitungen und Relativierungen. Ein Blick auf die bio-politischen Konjunkturen eines entleerten Begriffes.
Görlitzer, Klaus-Peter
Gern wird das "Selbstbestimmungsrecht von PatientInnen" auch ins Feld geführt, wenn es um den Zugriff der Forschung auf Blut- und Gewebeproben geht. Während eine gesetzliche Regelung für deren Nutzung in Biobankprojekten nach wie vor aussteht, wurden in Hamburg Fakten geschaffen. Mit "autonomen Entscheidungen" haben sie wenig zu tun.

Landwirtschaft & Lebensmittel

Herbst, Sigrid
Da in Gatersleben gentechnisch veränderter Weizen freigesetzt wurde, trafen sich VertreterInnen von Erhaltungsinitiativen für seltene Kulturpflanzen, ZüchterInnen und Bäuerinnen und Bauern aus ganz Europa in diesem Jahr ganz in der Nähe der wichtigsten deutschen Gengank, in Halle an der Saale. Die Beteiligten bestätigten die spezielle Bedeutung von Sammlungen pflanzengenetischer Ressourcen für ihre Arbeit und zeigten sich besorgt über die zunehmende Gefahr ihrer gentechnischen Verunreinigung.
Gura, Susanne
Tiergenetische Ressourcen werden zunehmend privatisiert. Gleichzeitig sind effektiv immer weniger Tiere an der Zucht beteiligt und der Markt konzentriert sich auf nur wenige Firmen, die ihrerseits weltweit aktiv sind. Eine internationale Konferenz im September wird diese Probleme nicht lösen können.

Mensch & Medizin

Feyerabend, Erika
Die Kölner Biotech Firma PlasmaGen hat seit Dezember 2006 ein umstrittenes Verfahren im Angebot: Ab der achten Schwangerschaftswoche kann ein Bluttest das Geschlecht des Ungeborenen bestimmen. Was nützt der Anwenderin die frühe Gewissheit, was sind die Folgen?

Politik & Wirtschaft

Schaaber, Jörg
Fast sah es so aus, als würde die von der Bundesregierung geplante Neuorganisation der Arzneimittelkontrolle nach kommerziellen Gesichtspunkten zügig über die Bühne gehen. Noch die erste Lesung des Gesetzentwurfs zur Errichtung einer Deutschen Arzneimittelagentur (DAMA) im Bundestag Anfang März fand trotz anhaltender, massiver Kritik vieler Experten und der Opposition kaum Beachtung in der Öffentlichkeit. Nun wird über die DAMA wohl doch noch einmal nachgedacht in der Koalition.

Impressum

GID 182, Juni 2007, 23. Jahrgang ISSN 0935-2481 Redaktion: Theresia Scheierling (ViSdP), Monika Feuerlein, Christof Potthof, Andrej Schönhof, Uta Wagenmann, Kai Bentlage