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Immer wieder Watson...

Er war nie irgendwer. James Watson ist eine der zentralen Figuren im Gen- und Biotechnologie-Zirkus der letzten Jahrzehnte. Mit der Beschreibung der Doppelhelix-Struktur der DNA (gemeinsam mit Francis Crick, Maurice Wilkins und Rosalind Franklin) war er immer schon da, wenn man so will von Anfang an. Am Schluss war er Kanzler und Vorstand am Cold Spring Harbor Laboratory, Long Island, einem der renommiertesten biologischen Forschungseinrichtungen der Welt. Und dann sagt er so etwas... Die Online-Ausgabe der Times vom 17. Oktober zitiert ihn wie folgt: „The 79-year-old geneticist said he was ‚inherently gloomy about the prospect of Africa’ because ‚all our social policies are based on the fact that their intelligence is the same as ours - whereas all the testing says not really.’. He said he hoped that everyone was equal, but countered that ‚people who have to deal with black employees find this not true’.“ Er hat sich dafür entschuldigt und er ist von seinen Posten zurückgetreten. Er sagt aber nicht, er sei falsch zitiert worden. Vielmehr sagte er, es gebe für das, was er gesagt hat, keine wissenschaftliche Basis. Aber warum hat er es dann gesagt?
Eine mögliche Antwort gibt die eigene Zunft des Professors: Neurowissenschaftler um Tilmann Klein aus Leipzig glauben Hinweise für eine genetische Disposition gefunden zu haben, die „die Träger irgendwie unempfindlich gegenüber den negativen Konsequenzen selbstzerstörerischer Verhaltensweisen macht - möglicherweise, weil sie ein generelles Defizit beim Lernen aus Fehlern verursacht“. Watson hat immer wieder Kopfschütteln und Entsetzen hervorgerufen. Mal sprach er sich für Abtreibung von genetisch nicht gesunden Embryonen aus. Dann für die genetische Manipulation am Menschen. Zum Widerstand gegen die Anwendung der Molekularbiologie in Medizin und Landwirtschaft sagte er: „Immer wenn ich den Begriff ‚Vorsorgeprinzip’ höre, geht mein Blutdruck hoch.“
Ganz los sind wir ihn nach seinem Rücktritt immer noch nicht. In seinem Labor in der Nähe von New York will er weiterhin arbeiten.


Die GID-Redaktion
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