Das biotechnische Zeitalter
Gen- und Biotechnologie verändern, was wir essen, wie wir arbeiten, wie wir unsere Kinder bekommen und wie wir die Welt um uns herum und uns selbst betrachten. Doch kennen wir auch die Risiken? Jeremy Rifkins „Das biotechnische Zeitalter. Die Geschäfte mit der Gentechnik“ ist nun in einer Neuauflage erschienen. In seinem Buch untersucht der amerikanische Ökonom die sozialen und ökonomischen Konsequenzen der biotechnischen Revolution. Auf diese Weise sucht er nach Antworten auf die Frage nach dem Preis, den die Menschen für eine „rosige“ Zukunft mit der Biotechnologie zu zahlen haben. Das Buch ist erschienen im Campus Verlag mit 381 Seiten und es kostet 19,90 Euro. ISBN 978-3-59338-466-5
Gute Saaten, schlechte Saaten
In dem Buch „Good Crop / Bad Crop. Seed Politics and the Future of Food in Canada“ untersucht Devlin Kuyek die ökonomischen und ökologischen Hintergründe des modernen Saatgut-Handels aus kanadischer Perspektive. Seitdem sich Chemie-Konzerne wie Monsanto und Du Pont in dieses Geschäft hineingekauft hätten, konzentriere sich die Kontrolle darüber immer stärker bei jenen Unternehmen. Kuyek verweist kanadische Bauern auf Entwicklungsländer, die mit den Folgen der Grünen Revolution zu kämpfen haben. Dort gebe es nun wieder erste Schritte in Richtung Ernährungssouveränität. Herausgegeben im BTL-Verlag mit 160 Seiten, 24,95 US-Dollar, ISBN 978-1-8971-21-2
Der Wandel von Wissen
Debatten um Biotechnologie, Bioethik und Biopolitik werden überwiegend von Experten geführt. Wie aber wird das neue Wissen außerhalb der Expertenkreise aufgenommen? Wie erreicht das neue Wissen die sogenannten Laien? Und: Welche Rolle spielt die klassische Wissensvermittlungsinstanz Schule bei der Verbreitung und dem Verstehen der neuen biopolitischen Inhalte und biotechnologischen Entwicklungen? Diesen Fragen gehen Katharina Liebsch und Ulrike Manz in ihrem Buch „Jenseits der Expertenkultur: Zur Aneignung und Transformation biopolitischen Wissens in Schulen“ nach. Das Buch ist erschienen im VS-Verlag für Sozialwissenschaften, 2007, 223 Seiten, 29,90 Euro, ISBN: : 978-3-531-15511-1
Die Welt nach Darwin
Auch 125 Jahre nach Darwins Tod ist eine Vorstellung noch fest im menschlichen Selbstverständnis verankert: die Krone der Schöpfung zu sein. Hartnäckig hält sich das Gefühl, das Tierreich sei vor allem ein Kampfplatz, auf dem der Krieg der Natur tobt und wo Konkurrenz und Selektion die entscheidenden Kräfte sind. Dieser Natur mit hoch entwickelten experimentellen Technologien zu Leibe zu rücken, gilt daher als der Königsweg zum Verständnis des Menschen. Die Biologin Gabriele Werner-Felmayer nähert sich diesem Themenkomplex mit literarischen Mitteln in ihrem Buch „Die Vorsicht der Schildkröten. Charles Darwin, der heimliche Krieg der Natur und die zukünftigen Bewohner von Santa Rosalia“. 101 Seiten, gebunden, 17,80 Euro, Berlin University Press, 2007, ISBN 978-3-940432-10-0
Mr. Münsterberg und Dr. Hyde
Dieses Buch thematisiert den Zusammenhang zwischen der Kinematographie als wissenschaftlichem Medium zur experimentellen Beobachtung des Menschen und dem Menschenversuch als Gegenstand von Kinofilmen. Die hier versammelten exemplarischen Filmanalysen interessieren sich dabei in erster Linie für Spielfilme, die Menschenversuche nicht nur als narrativen Hintergrund oder als Motiv behandeln, sondern die Möglichkeiten des Mediums 'Film' zur Menschenbeobachtung selbstreflexiv thematisieren. Herausgeber des Werks „Mr. Münsterberg und Dr. Hyde. Zur Filmgeschichte des Menschenexperiments“ sind Marcus Krause und Nicolas Pethes. 318 S., kartoniert, 29,80 Euro, transcript, 2007, ISBN: 978-3-89942-640-3
Extrakorporale Embryos
Der Band "Der Status des extrakorporalen Embryos" trägt die wesentlichen Ergebnisse des gleichnamigen, vom Bundesforschungsministerium geförderten Freiburger Verbundprojektes zusammen. Darin wird aus interdisziplinärer Sicht die Frage nach dem ontologischen, moralischen und juristischen Status des extrakorporalen Embryos gestellt, Kriterien für die normative Bedeutung dieses Status' werden diskutiert und Regelungsvorschläge für Gesetzgebungen werden entwickelt. Herausgegeben von Giovanni Maio im frommann-holzboog Verlag, 740 Seiten, 98 Euro, ISBN 978-3-7728-2425-8
Einführung in die Biopolitik
Der Begriff der Biopolitik wird heute in einer thematischen Spanne eingesetzt, die von demokratischer Gestaltung des biotechnologischen Fortschritts bis hin zu Verbindungen mit Eugenik und Rassismus reicht. Die „Biopolitik zur Einführung“ von Thomas Lemke bringt Ordnung in das Wirrwarr. Sie liefert einen systematischen Überblick über die Geschichte des Begriffs und seine Bedeutung in aktuellen theoretischen Debatten. Bezugspunkte sind u.a. die Arbeiten von Michel Foucault, Giorgio Agamben, Michael Hardt und Antonio Negri. Das Buch stellt das gegenwartsdiagnostische Potenzial des Begriffs der Biopolitik heraus und zeigt dessen kritische Distanz zum Diskurs der Bioethik. Erschienen im Junius Verlag, Hamburg 2007, 192 Seiten 12,90 Euro, ISBN 978-3-88506-635-4