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Patente in der Landwirtschaft

GID_Titel190
190 - Oktober 2008
Patente in der Landwirtschaft

Patentierung von Lebewesen - das ist seit mehr als zehn Jahren ein Thema, das vielen Menschen nahe geht. Ob Patente auf Gene, auf Körperteile, Saatgut oder ganze Pflanzensorten und Tierrassen.

 
Then, Christoph

Die Koalition um den Globalen Aufruf gegen Patente auf Pflanzen und Tiere wird am 23. Oktober in München gegen die zunehmende Patentierung von Saatgut, konventionellen Pflanzensorten und Nutztierrassen protestieren. Aus der ganzen Welt haben sich Bauernverbände und andere Gruppen dem Protest angeschlossen.

Schimpf, Mute

Anhand von zwei Gemüsearten wird das Europäische Patentamt auf höchster Ebene entscheiden, ob konventionelle Züchtungen patentierbar sind oder nicht. Brokkoli und Tomaten landen bei den meisten EuropäerInnen als Gemüse im Kochtopf und stehen bei diesen für gewöhnlich nicht im Mittelpunkt einer politischen Auseinandersetzung.

Wolff, Karsten

Patente in der Landwirtschaft symbolisieren die ultimative Kontrolle über die Nahrungsproduktion: BäuerInnen hingegen, die ihre Nahrungsmittel selbst anbauen und hierfür eigenes Saatgut benutzen, können nicht von der agrochemischen Industrie kontrolliert und somit nicht in die kapitalistische Verwertungslogik eingebunden werden.

Potthof, Christof

Eine Fachtagung in Berlin macht die Konflikte zwischen den Ansprüchen auf das geistige
Eigentum an Pflanzen und den Bauernrechten deutlich.

Landwirtschaft & Lebensmittel

Ludwig, Michaela

In Burkina Faso wird in dieser Saison erstmals Gentechnik-Baumwolle angebaut. Eine Karawane westafrikanischer Bauernvertreter warnt vor Kosten und Risiken der neuen Technologie. Droht dem Anbau von Bio-Baumwolle das Aus?

Rehmer, Christian

Im sachsen-anhaltinischen Üplingen gibt es seit Juli dieses Jahr einen Schaugarten, in dem in erster Linie gentechnisch veränderte Pflanzen gezeigt werden sollen. Ein Besuch.

Mensch & Medizin

Klotz, Maren

Anonym oder nicht anonym? Wie mit den Informationen über Samenspender in Deutschland umgegangen werden soll, ist auch nach der Umsetzung der EU-Geweberichtlinie in nationale Gesetzgebung unklar. Ein ethnologischer Blick offenbart, dass die beteiligten AkteurInnen vielfältige Strategien entwickeln, um sich in dieser Situation zurechtzufinden. Und: Die Rechtsunsicherheit kann auch dazu dienen, den Ausschluss von der Samenspende zu legitimieren.

Schultz, Susanne

Einige Jahre war es ruhig um das Embryonenschutzgesetz – nach den Aufregungen in der Diskussion über Präimplantationsdiagnostik um die Jahrtausendwende. Jetzt deutet sich ein erneuter Vorstoß an, der darauf hinauslaufen könnte, das Gesetz auszuhebeln. Wieder preschen dieselben Akteure vor. Sie haben aber ein anderes, wesentlich konsensfähigeres Argument im Gepäck – den „elektiven Single Embryo Transfer“.

Politik & Wirtschaft

Kieser, Albrecht

Das Bundeskabinett hat Ende August dem Gendiagnostikgesetz zugestimmt. Nun beginnt der parlamentarische Weg des Gesetzes durch Bundestag und Bundesrat. Wie häufig bei deutschen Gesetzen enthält auch dieses ein Sonderrecht für AusländerInnen. Das Gesetz regelt Gentests, wenn Leute ihre Familie nachziehen lassen wollen oder wenn ein deutscher Vater einen deutschen Pass für sein Kind beantragt. Damit wird eine fragwürdige Praxis gesetzlich festgeschrieben, die Ausländerbehörden und Auslandsvertretungen bereits seit Jahren zu etablieren versuchen.

Interview mit Gatschke, Lars

Auch genetische Untersuchungen im Versicherungsbereich sollen von dem Gendiagnostikgesetz geregelt werden, das derzeit seinen parlamentarischen Weg geht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat in einer Anhörung Ende Juli dazu kritisch Stellung bezogen. Er stößt sich insbesondere an Ausnahmeregelungen bei Versicherungen über 300.000 Euro oder bei Jahresrenten über 30.000 Euro.

Potthof, Christof

Der Molkereikonzern Campina kennzeichnet seit kurzem Produkte seiner Premiummarke „Landliebe” mit dem im Frühjahr novellierten „ohne Gentechnik”-Label. Der Konzern belässt es aber nicht bei der Versicherung, keine gentechnisch veränderte Soja zu verfüttern. Landwirte, die für Landliebe liefern, verzichten auch auf importierte Futtermittel.

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Impressum

GID 190, Oktober 2008, 24. Jahrgang, ISSN 0935-2481, Redaktion: Theresia Scheierling (ViSdP), Susanne Schultz, Christof Potthof, Mandy Scholz