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Mäusezähnchen


Die meisten von uns haben eine Achillesferse, zuweilen wird diese nur sichtbar, wenn sie von einem bestimmten Licht beleuchtet wird. Meine wurde heute von einem verheißungsvollen Schein aus der Zukunft berührt, der seinen Ursprung im fernen Japan hat. Dortige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, das kann ab heute mit Fug und Recht behauptet werden, beschäftigen sich mit Dingen, die den Fortschritt selbst - und meinen Glauben an ihn - stützen. Allzuoft hat er in den letzten Jahren doch einige Federn lassen müssen. Hatte nicht auch ich gezweifelt an der schönen Welt als Neuer Mensch im Neuen Menschsein? Hatte ich nicht auch die Stirn gerunzelt bei all’ den Geschichten des Herrn Hwang, der über Jahre Narreteien und manch’ Böses mit uns trieb? Jetzt ziehe ich mit Büßergewand vor die Hohen Räte der Wissenschaft und schwöre diesen jämmerlichen Gedanken ab. Denn im Tagesspiegel vom 4. August diesen Jahres ist zu lesen: „Wie die japanische Gruppe nun berichtet, wurden aus zwei Zelltypen, die an der Zahnbildung beteiligt sind, im Labor künstliche Zahnkeime herangezüchtet. Diese kleinen, ganz frühen Entwicklungsstadien des Zahns wurden anschließend in die Lücken im Mäusekiefer eingesetzt, die drei Wochen zuvor durch das Ziehen eines Backenzahns entstanden waren. In den meisten Fällen hätten sich aus dieser Saat ausreichend harte, kautüchtige und schmerzempfindliche Zähne entwickelt, berichten die Forscher.” Ein Traum wird wahr!
... nur an der Schmerzempfindlichkeit könnten die JapanerInnen - wenn es nach mir ginge - noch etwas drehen.
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