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Kaffeesatz-Lesen


Die Koalitionsverhandlungen zwischen FDP auf der einen und CDU und CSU auf den anderen Seiten laufen gerade auf Hochtouren. Das ist die Zeit, in der das Kaffeesatz-Lesen über die Dinge, die da kommen werden am schönsten ist - zumindest für Menschen mit Kontakt zu diesem Teil der politischen Landschaft. Da die Positionen der drei Parteien eigentlich nicht in Einklang gebracht werden können und die Verhandlungen beziehungsweise das, was aus ihnen hervorsickert, nichts wirklich Neues enthalten, ist ein Blick in den letzten Koalitionsvertrag ein naheliegender Zeitvertreib. Unter dem Titel „Grüne Gentechnik verantwortlich nutzen” war der Auftrag wie folgt formuliert: „Die Regelungen [in einem durch die Große Koalition überarbeiteten Gentechnikgesetz] sollen so ausgestaltet werden, dass sie Forschung und Anwendung in Deutschland befördern.” Dass es zumindest in Bezug auf die Anwendung nicht so gekommen ist, kann auf eine rege kritische Bewegung zurückgeführt werden. Diese braucht deshalb auch vor dem drohenden Koalitionsvertrag keine Angst zu haben. Von allein wird sich die Arbeit aber nicht machen.
Mit den ersten Feldbefreiern, die für ihre Aktionen des zivilen Ungehorsams ins Gefängnis gegangen sind, hat die Auseinandersetzung eine deutlich neue Qualität gewonnen. Sie zeigen, dass es sehr viel Entschlossenheit gibt. Nicht jedeR wird einen solchen Weg gehen können oder wollen. Wichtig ist aber gerade jetzt, dass sich die verschiedenen Teile der Bewegung nicht auseinander dividieren lassen.
196
Oktober 2009
S. 2