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Kurz notiert - Landwirtschaft und Lebensmittel

Brasilien Top-Agrochemie-Markt

733,9 Millionen Tonnen Pestizide sind im Jahr 2008 in Brasilien auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht worden. Mit einem Anstieg von einem Viertel gegenüber dem Vorjahr hat sich das Land weltweit an die Spitze der Pestizid-Nutzer katapultiert. Zum Vergleich: In den USA, dem bisherigen Spitzenreiter dieser Liste, wurden im gleichen Jahr 646 Millionen Tonnen Pestizide gespritzt, was einem Marktwert von etwa sechs Milliarden US-Dollar entsprach. Die Pflanze, deren Anbau den größten Anteil am Spritzmittelmarkt hat, ist Soja. Diese wird auf etwas mehr als der Hälfte ihrer Anbaufläche in gentechnisch veränderten Varietäten gepflanzt, für die das Spritzen von Herbiziden obligatorisch ist. (GM-Free Brazil Campaign, 01.12.09, im Netz unter: www.aspta.org.br) (pau)

Gv-Mais-Studie: Kritik unberechtigt

Alberta Velimirov war im vergangenen Jahr an einer Studie beteiligt, in deren Verlauf mit gentechnisch verändertem Mais gefütterte Mäuse Auffälligkeiten bei ihrer Reproduktion gezeigt hatten. Nachdem sie verschiedentlich für die Mehrgenerationen-Untersuchung kritisiert worden war, hat sie nun ihrerseits eine Reaktion veröffentlicht. Grundsätzlich, so betont Velimirov, sei sie der Meinung, dass ihre Ergebnisse nicht als schlechte Wissenschaft, als „bad science” bezeichnet, sondern auf wissenschaftlicher Basis diskutiert werden sollten. Die Kritik an ihren statistischen Methoden sei nicht berechtigt. Sie kündigte einen eigenen wissenschaftlichen Artikel zu dieser Frage an. Auch die methodischen Anmerkungen seien nicht berechtigt, da die Methoden zum Beispiel vom „US National Toxicology Program” eingesetzt werden. (Originalpublikation: Velimirov A et al. (2008) „Biological effects of transgenic maize NK603xMON810 fed in long term reproduction studies in mice.” Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend Report, Forschungsberichte der Sektion IV Band 3/2008, Austria, 2008. Im Netz unter: http://bmgfj.cms.apa.at; Reaktion Velimirov nach www.gmwatch.eu) (pau)

Bayer CropScience: Neue Kooperation mit FuturaGene

Der Agrarchemie- und Gentech-Konzern Bayer CropScience hat sich weltweit exklusiv die Rechte zur Nutzung der von dem britischen Unternehmen FuturaGene (London) entwickelten Technologie für Trockenheitstoleranz in Baumwollpflanzen gesichert. Wie der Internetplattform von FuturaGene zu entnehmen ist, basiert die Technologie auf dem Pflanzenhormon Abscisinsäure, dem verschiedene Einflüsse auf die Stressreaktion von Pflanzen zugesprochen wird, zum Beispiel auf das Schließen der Blattöffnungen. Die Technologie, die Übertragung der Gene, wird von der FuturaGene auch bei anderen Pflanzen angewendet. Bayer CropScience zahlt für die erworbenen Rechte im Voraus eine Lizenz, finanzielle Unterstützung für weitere Entwicklungen und beteiligt Futura an den Erlösen aus der kommerziellen Nutzung, weitere Details der Kooperation wurden nicht veröffentlicht. (PM Bayer CropScience, 03.12.09; www.futuragene.com) (pau)

USA: Bayer muss für Reis-Kontamination zahlen

In einem Verfahren wegen der Verunreinigung von Reis mit einer gentechnisch veränderten Sorte ist der deutsche Gentech-Konzern Bayer CropScience von der Jury eines US-Bundesgerichtes in St. Louis (Missouri) zur Zahlung von mehr als zwei Millionen US-Dollar (etwa 1,5 Millionen Euro) Schadensersatz verurteilt worden. Vor dem Gericht wurden nur zwei Fälle behandelt. Möglich sind aller­dings mehr als 1.000 weitere, da der gentechnisch veränderte Reis LL601 etwa ein Drittel der Ware von US-Riceland, der mit insgesamt 9.000 angeschlossen Farmern größten Reiskooperative der Welt, kontaminiert hatte. Im August hatte ein anderes Gericht eine Sammelklage (class action) abgelehnt. Dem Online-Portal „The American Lawyer” zufolge ist nicht zu erwarten, dass Bayer sofort eine außergerichtliche Einigung anstrebt. Zunächst werde der Konzern weitere einzelne Entscheidungen abwarten - die nächste Gelegenheit bietet sich am 11. Januar kommenden Jahres. (www.thelaw.com, 04.12.09; Bloomberg News, 05.12.09, beide zitiert nach gmwatch.eu) (pau)

Transgene DNA im Nahrungsnetz des Bodens nachgewiesen

Eine Gruppe von WissenschaftlerInnen von der Universität von Guelph (Kanada) hat relativ große Mengen so genannter epsps-Gensequenzen von RoundupReady-Mais in verschiedenen Bodenorganismen nachgewiesen. Das epsps-Gen vermittelt die Toleranz gegenüber dem Wirkstoff Glyphosat des Unkrautvernichtungsmittels Roundup, es wird zum Beispiel auch in die weltweit verbreitetste gentechnisch veränderte Pflanze, RoundupReady-Soja eingebaut. Nach Angaben der WissenschaftlerInnen stellt dies den ersten derartigen Nachweis dar. Weitere Forschungen müssten nun zeigen, inwieweit diese Präsenz der transgenen Gensequenz zu einem erhöhten Einbau in das Erbgut anderer Organismen, zum Beispiel Bakterien, führt. (Miranda Heart et al. „Detection of transgenic cp4 epsps genes in the soil food web”, Agronomy for Sustainable Development 29, 2009) (pau)

USA: Bt-Mais-Anbauer missachten Regeln

Viele US-Farmer halten sich nicht an die Regeln für den Anbau von gentechnisch verändertem Insekten-giftigen Bt-Mais. Die Zulassung des Mais, der ein Gift aus dem bodenlebenden Bakterium Bacillus thuringiensis produziert, ist gekoppelt an die Verpflichtung, dass die Landwirte einen Teil ihrer Mais-Anbauflächen mit konventionellen Sorten bepflanzen. Die sollen als Refugien und der Vermeidung von resistenten Schadinsekten dienen. Einem Bericht des „Centers for Science in the Public Interest” (Zentrum für eine Wissenschaft im Interesse der Öffentlichkeit - CSPI) zufolge halten sich aber etwa ein Viertel der Bt-Mais anbauenden Landwirte nicht an diese Vorgaben - was die Gefahr von resistenten Schädlingen deutlich erhöht. Dies gilt umso mehr, als der Anbau von Bt-Mais in den USA in den letzten Jahren weiter zugenommen hat. Wurde 2005 auf etwa 35 Prozent der US-Maisanbaufläche Bt-Mais angebaut, stieg dessen Anteil im Jahr 2008 auf 57 Prozent. Dies kann in manchen Gegenden der USA dazu führen, dass die sonst auch als Refugien nutzbaren Maisflächen von Nachbarn nicht genutzt werden können, da diese nunmehr ebenfalls mit Bt-Mais bepflanzt sind. Die Verantwortung für die Einhaltung liegt letztendlich bei den Unternehmen, die den Mais verkaufen. Diese sind dazu verpflichtet, durch Aufklärung und Schulungen dafür zu sorgen, dass die Landwirte sich an die Regeln halten. Nach Einschätzung von CSPI sind diese Erkenntnise insbesondere vor dem Hintergrund einer im nächsten Jahr in den USA anstehenden Re-Evaluation von Bt-Mais-Anbauregeln von großer Bedeutung. (PM Center for Science in the Public Interest, 05.11.09, www.cspinet.org, der Bericht „Complacency on the Farm” steht auf den Internetseiten zum kostenlosen Download) (pau)

Pakistan: Zwei gv-Baumwollsorten

Dem Online-Portal „Daily Times Pakistan” zufolge sind in dem Land zwei gentechnisch veränderte (gv) Baumwollsorten auf dem Weg, für den kommerziellen Anbau zugelassen zu werden. Allerdings fehlt den beiden Sorten, von denen eine ein Bt-Gift und die andere zwei Bt-Gifte bildet, noch die Autorisierung des „Punjab Seed Council”. Die gentechnische Veränderung führt zur Bildung von Insektengiften aus dem bodenlebenden Bakterium Bacillus thuringiensis. (www.dailytimes.com.pk, 26.11.09) (pau)

Gv-Mais lockt Nützlinge an

WissenschaftlerInnen der Technischen Universität München haben eine Maissorte mit gentechnischen Methoden derart verändert, dass die Pflanzen nützliche Fadenwürmer anlocken. Werden die Wurzeln - zum Beispiel von Maiswurzelbohrer-Larven - angefressen, geben die Pfanzen das so genannte (E)-beta-Caryophyllen (EßC) in den Boden ab, das die Würmer anlockt. Die widerum befallen und töten die Larven des Maiswurzelbohrers. Dieser ist in den USA der wichtigste Insektenschädling im Maisanbau. Die Wirksamkeit der gentechnischen Veränderung wurde, wie die WissenschaftlerInnen in der Online-Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift PNAS berichten, in Freisetzungsversuchen bestätigt. In Europa kommt der Maiswurzelbohrer im Moment südlich der Alpen vor, breitet sich aber aus. Der Lockstoff war in konventionellen Maissorten entdeckt worden, interessanterweise nur bei in Europa üblichen Sorten. Den nordamerikanischen ist er vermutlich im Laufe der konventionellen Züchtung verlorengegangen. (Degenhardt, J etal.: „Restoring a maize root signal that attracts insect-killing nematodes to control a major pest”, PNAS online, www.pnas.org) (pau)

Maisgenom-Entwurf - Version 1

Dutzende, möglicherweise hunderte von WissenschaftlerInnen haben in den vergangenen 15 Jahren an der Beschreibung des Genoms von Mais mitgearbeitet. Im November haben sie die Ergebnisse ihrer Arbeiten in knapp 20 verschiedenen Fach-Artikeln vorgestellt: Der „fortgeschrittene Entwurf der Nukleotid-Sequenz des 2,3 Gigabasen großen Maisgenoms” mit dem schönen Namen „B73 Referenz-Genom - Version 1”. Möglicherweise ist es nur dem Untersuchungsobjekt, dem Maisgenom, geschuldet, dass die AutorInnen ihre Begriffe vorsichtiger gewählt haben, als dies bei der Publikation früherer, vergleichbarer Projektergebnisse der Fall war. Das Genom des Mais gilt aufgrund verschiedener Besonderheiten als außergewöhnlich komplex. Der Titel in einem der Hauptartikel im Fachmagazin Science heißt entsprechend: „The B73 Maize Genome: Complexity, Diversity, and Dynamics” (Das B73 Maisgenom: Komplexität, Diversität und Dynamik). Das Maisgenom besteht zu mehr als 80 Prozent aus so genannten „Springenden Genen” (Transposons), die ihre Position im Genom wechseln und dabei andere Gene in ihrer Wirkung beeinflussen können. Insgesamt werden 32.000 Gene für den Mais angenommen, sie sind auf 10 Chromosomen verteilt. Die Wissenschaftler prophezeien einen starken Einfluss ihrer Ergebnisse auf die zukünftige Züchtung neuer Maissorten wie auf die Untersuchung anderer Pflanzenarten, insbesondere anderer Gräser. (Science, 20.11.09, www.sciencemag.org; PLoS Genetics „2009 Maize Genome Collection”, www.plosgenetics.org) (pau)

Monsanto-Strafe

Vier Farmer aus der kanadischen Provinz Ontario sind die ersten, die vom US-Gentechkonzern Monsanto von der Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen der Firma ausgeschlossen wurden. Nachdem sie von einem Gericht verurteilt worden waren, illegalerweise Monsanto-Saatgut genutzt zu haben, waren sie nicht nur zur Zahlung der fälligen Lizenzgebühren und zur Übernahme der Kosten des Konzerns verpflichtet. Als Bonus-Strafe des Konzerns kam die Monsanto-Strafe noch hinzu - für immer. (Winnipeg Free Press, 14.11.09, www.winnipegfreepress.com, zitiert nach GENET news, im Netz unter www.genet-info. org) (pau)

Treibstoff aus Luft

Joule Biotechnologies, eine Biotechfirma aus dem US-Bundesstaat Massachussetts, hat Fortschritte bei der Entwicklung einer Technologie vermeldet, die Kohlendioxid aus der Luft in Treibstoff verwandelt. Das von der Photosynthese angetriebene System aus - patentrechtlich geschützten - gentechnisch veränderten Mikroorganismen und einem speziellen technischen Design habe bei Tests im Labor gezeigt, dass es möglich sei, das Kohlendioxid in Ethanol umzuwandeln. Die letzten Fortschritte beziehen sich auf die Entdeckung von Genen, die - wenn sie erst einmal in Mikroorganismen eingebaut worden sind - die chemische Synthese von mehreren Treibstoff-Komponenten möglich machen. (www.joulebio.com, 09.11.09) (pau)

Weniger Methan durch gv-Gras

Das staatliche neuseeländische landwirtschaftliche Forschungszentrum AgResearch plant Freisetzungsversuche mit einem gentechnisch veränderten Gras, das die Methanproduktion von Kühen reduzieren soll. Um Fütterungsversuche durchführen zu können, werde das Pflanzenmaterial der gv-Pflanzen benötigt. Der Ort, an dem diese ins Freiland gebracht werden sollen, liegt aber nach Aussage eines Sprechers von AgResearch noch nicht fest. (www.nzherald.co.nz, 06.11.09, zitiert nach GENET news, im Netz unter www.genet-info.org) (pau)

CH: Die Zukunft der Agro-Gentechnik

In der Schweiz ist das Moratorium über den kommerziellen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen bis zum Jahr 2013 verlängert worden. Das hat der Bundesrat entschieden. Erst wenn die Forschungen im Rahmen des „Nationalen Forschungsprogramms ‚Nutzen und Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Pflanzen’ (NFP 59)” beendet sind, soll über eine Änderung bestimmt werden. Unterdessen ist der Zwischenbericht zum NFP 59 vorgelegt worden, das sozial-, rechts- und naturwissenschaftliche Projekte umfasst. Bislang gibt es kaum nennenswerte - im Sinne von: überraschende - Ergebnisse: Nach Ansicht der Forschenden sind zum Beispiel die derzeitigen Gesetze nicht geeignet „um eine Koexistenz von landwirtschaftlichen Produktionsme­thoden mit und ohne gentechnisch veränderten Pflanzen zu regeln”. Das Gentechnikgesetz von 2004 sollte entsprechend erneut geändert werden, zum Beispiel in Bezug auf das Haftungsrecht. Nachwievor sind die BürgerInnen der Schweiz der Agro-Gentechnik gegenüber negativ eingestellt, der Darstellung der WissenschaftlerInnen zufolge ist diese Ablehnung aber geringer geworden. An manchen Stellen des Berichtes ist nicht klar, was Meinung der WissenschaftlerInnen und was Ergebnis ihrer Forschung ist. So stellen sie im Kapitel „Neue wissenschaftliche Methoden” dar, dass in „der heutigen modernen Landwirtschaft (...) die Vermischung verschiedener Saatgut-Typen praktisch nicht mehr auszuschliessen” sei, um dann die eigenen neuen Methoden zur genauen mengenmäßigen Erfassung von Kontaminationen zu rühmen: Für Versuche zur Durchmischung verschiedener Sorten wird jetzt blaukörniger Mais verwendet, damit den ForscherInnen keine Verunreinigung entgeht. Der gesamte Zwischenbericht steht auf den Internetseiten des NFP 59 zum kostenlosen Herunterladen bereit. (www.nfp59.ch, PM vom 04.12.09) (pau)

BioArts klont keine Hunde mehr

Das US-Unternehmen „BioArts International” hat sein Angebot, Hunde kommerziell zu klonen, eingestellt. Unter anderem sei es bei der Klonierung zu unvorhergesehenen Ergebnissen gekommen, zum Beispiel bei den Knochen der Tiere. Der Klon eines männlichen Tieres hatte sich - aus bisher nicht geklärten Gründen - als weibliches Tier entpuppt, wie der Bundesverband „Menschen für Tierrechte” in seinem Gentechnik-Newsletter schreibt. Als weitere Gründe werden auch Konkurrenz einer asiatischen Firma und die mangelnde Größe des Marktes angegeben. (www.tierrechte.de, Oktober 2009; www.bioarts.com) (pau)

„Entschlüsselung”: Das Schweine-Genom

An der Universität Illinois ist das Erbgut des Hausschweins „entschlüsselt” worden. Wie zuvor auch beim Menschen ist die Sequenz des Schweinegenoms zunächst allerdings „nur zu 98 Prozent komplett“ und noch nicht analysiert. Daher ist zu erwarten, dass uns nicht nur die von der Universität angekündigte Suche nach Genen, die für die Züchtung oder auch für die medizinische Forschung bedeutsam sein könnten, weitere Pressemitteilungen zum Hausschwein-Genom bescheren wird, sondern auch die einzelnen Schritte auf dem steinigen Weg der „Entschlüsselung“. Außerdem harren noch ­vier weitere Hausschweinrassen sowie das gemeine Wildschwein der Enthüllung ihrer Genomsequenzen. (Ärztezeitung, 04.11.09) (uw)

13 Jahre gv-Pflanzen: Mehr und weniger Pestizide

Gentechnisch veränderte Pflanzen haben in den USA in der Summe zu einem erhöhten Verbrauch an Pestiziden geführt. Charles Benbrook, ehemaliger Mitarbeiter des US-Landwirtschaftsministeriums, hat dies in einem Bericht dargestellt. Insgesamt beziffert er die Zunahme an Pestiziden mit 318,4 Millionen Pounds (1 pound = 0,453 kg). Differenzierter betrachtet kommt Benbrook zu dem Schluss, dass der Einsatz von gentechnisch veränderten Bt-Pflanzen (Mais und Baumwolle) eine Reduzierung von insektengiftigen Spritzmitteln, der Einsatz von herbizidtoleranten Pflanzen (Soja, Mais und Baumwolle) einen deutlichen Mehrverbrauch an Unkrautvernichtungsmitteln nach sich gezogen hat. Die Wirksamkeit der Herbizide, die mit den gv-Pflanzen ausgebracht werden, hat seit der Einführung gentechnisch veränderter Pflanzen vor 13 Jahren erheblich nachgelassen, was zum Teil das Ergebnis des Erfolgs der gentechnisch veränderten herbizidtoleranten (HT) Pflanzen ist. In manchen Gegenden der USA pflanzten Farmer in der Rotation HT-Soja- und HT-Maissorten, was den Selektionsdruck nachhaltig steigerte. In diesen Regionen nahm die Entstehung von resistenten Unkräutern, der Darstellung von Benbrook zufolge, ihren Anfang. Mittlerweile greifen manche Farmer wieder zur mechanischen Bekämpfung von Unkräutern, andere wechseln zu giftigeren Spritzmitteln. Speziell bei Soja ist auch eine Abnahme der Nutzung gentechnisch veränderten HT- und eine vermehrte Nutzung von konventionellen Sorten zu beobachten. Der Bericht wurde im Auftrag des Organic Center, einem Zentrum zur wissenschaftlichen Unterstützung des ökologischen Landbaus in den USA, geschrieben. (Charles Benbrook (2009): „Impacts of Genetically Engineered Crops on Pesticide Use: The First Thirteen Years”. Im Netz unter: www.organic-center.org) (pau)

Mexiko: Testfelder mit gv-Mais

Die mexikanische Regierung hat Feldversuche der US-Konzerne Monsanto und Dow mit gentechnisch veränderten Maissorten genehmigt. Auf insgesamt 24 Flächen mit insgesamt 13 Hektar dürfen die Pflanzen nun angebaut werden. Zu konventionellen Maissorten muss ein Abstand von 500 Metern eingehalten werden. Gegen die Genehmigung haben mehr als 2.000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie verschiedene Gruppen aus der Zivilgesellschaft protestiert. Sie halten es für ausgeschlossen, dass der Genfluss in wildlebende Bestände verhindert werden kann. In der Vergangenheit ist bereits in mehreren Untersuchungen nachgewiesen worden, dass Landsorten des Mais mit gentechnisch verändertem Material verunreinigt worden sind. (Nature, 26.11.09, www.nature.com) (pau)

Gv-Mais und Wildschweine

WissenschaftlerInnen von der Technischen Universität München (TUM) haben Dammhirsche und Wildschweine über mehrere Wochen mit gv-Mais gefüttert. Es gab keine Auffälligkeiten. Transgene Komponenten konnten in geringen Mengen im Darm der Wildschweine nachgewiesen werden, nicht jedoch in den Geweben. Maiskörner, die nach Ausscheidung der Verdauungsreste noch vorhanden und gegebenenfalls keimfähig sind, wurden nur in seltenen Fällen - und nur bei den Wildschweinen - gefunden. (PM TUM, 26.10.09, www.tum.de) (pau)
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Dezember 2009
S. 24 - 26