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Materialien

Wege aus der Hungerkrise

Eine neue Broschüre bringt die Inhalte und Ergebnisse des als Weltagrarbericht bekannt gewordenen „International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development” (IAASTD) auf den Punkt. „Wie können wir durch Schaffung, Verbreitung und Nutzung von landwirtschaftlichem Wissen, Forschung und Technologie Hunger und Armut verringern, ländliche Existenzen verbessern und gerechte, ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltige Entwicklung fördern?” - Die Antwort von 500 Wissenschaftlern, die in einem fünfjährigen Prozess dieser Frage nachgegangen sind, ist hier auf 42 Seiten zusammengefasst. Die Broschüre kostet pro Stück 3,10 Euro plus Versand. Sie wurde von der „Zukunftsstiftung Landwirtschaft” und der „Stiftung Eine Welt Eine Zukunft” herausgegeben. Bezug über den AbL-Verlag, Tel.: 02381/492288, eMail: verlag@bauernstimme.de, www.bauernstimme.de/broschueren.html. Der Bericht in englischer Sprache in leicht durchsuchbarer Form, umfangreiche Dokumente, aktuelle Darstellungen und vieles mehr findet sich auf den Internetseiten www.weltagrarbericht.de.

Landwirtschaft am Scheideweg

Der Weltagrarbericht IAASTD zeigt einen Weg für die Zukunft von landwirtschaftlicher Produktion auf. Dabei ist „business as usual”, das Weitermachen wie bisher keine Option. Die Umweltorganisation Greenpeace war der Erstellung des „International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development” beteiligt und hat nun eine Broschüre zusammengestellt, in der sie dessen Ergebnisse und Empfehlungen und die eigenen Vortellungen von der Zukunft der Landwirtschaft formuliert. In englischer Sprache, 63 Seiten. „Agriculture at a Crossroads”, zum kostenlosen Download auf den Internetseiten von Greenpeace: www.greenpeace.de > Themen: Landwirtschaft.

Die ersten dreizehn Jahre

Mehr oder weniger Pestizide durch gentechnisch veränderte Pflanzen? „Beides!”, sagt der Agrarwissenschaftler Charles Benbrook in seiner Darstellung, die im Auftrag des Organic Centers (USA), dem Zentrum für die wissenschaftliche Unterstützung des ökologischen Landbaus, erstellt wurde. Benbrook wertet Zahlen des US-Landwirtschaftsministeriums aus, um zu einer komplexen Darstellung der Materie zu kommen. Im Internet unter www.organic-center.org zum kostenlosen Download: „Impacts of Genetically Engineered Crops on Pesticide Use: The First Thirteen Years” von Charles Benbrook (2009).

Gentechnik bei Energiepflanzen

Gerade in Zeiten, in denen alle Welt über den Klimawandel spricht, wird ein Bericht veröffentlicht, der über die „Potentiale der Gentechnik bei Energiepflanzen” Auskunft gibt. Das Bundesamt für Naturschutz hatte den Forschungsschwerpunkt BIOGUM der Universität Hamburg mit einem Forschungsprojekt zu diesem Thema betraut. In dem Bericht werden gentechnische Ansätze mit konventionellen Ansätzen verglichen, was den Horizont absteckt und die Beurteilung oft erleichtert. Neben Recherchen in der wissenschaftlichen Literatur und im Internet, liegen dem Bericht auch umfangreiche Interviews mit Akteuren insbesondere aus der Pflanzenzucht zugrunde. Ergänzt werden diese Inhalte durch zwei Module, in denen zum einen mögliche Umweltwirkungen der Pflanzen herausgearbeitet werden sollten. Außerdem werden die „Herausforderungen an eine good governance konventioneller und gentechnisch veränderter Energiepflanzen” dargestellt. Markus Schorling, Susanne Stirn und Volker Beusmann (2009): „Potentiale der Gentechnik bei Energiepflanzen”. Erschienen als Nummer 258 in der Reihe BfN-Skripten des Bundesamtes für Naturschutz. BfN-Skripten werden in der Regel nicht in gedruckter Form abgegeben, können aber oft, so auch in diesem Fall, als pdf-Datei kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden: www.bfn.de > Themen > Agro-Gentechnik > Veröffentlichungen > Weitere Themen.

Reproduktives Reisen

Der Bundesverband Pro Familia hat eine Expertise zu reproduktionsmedizinischen Behandlungen im Ausland herausgebracht. „Reproduktives Reisen“ lautet der Titel und lässt erahnen, welch langen Weg viele kinderlose Eltern gehen, um sich den Wunsch einer eigenen Familie zu erfüllen. Die Fachpublikation soll den Lesern einen Überblick über Behandlungsmethoden, typische Zielländer und die nationalen und supranationalen rechtlichen Regelungen bieten. Die Expertise steht im Internet unter: www.profamilia.de > Angebot > Publikationen > Expertise.

Gleiches Recht für alle?

MitarbeiterInnen des Umweltbundesamtes Wien und KollegInnen haben im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) einen Bericht zur Umweltrisikoabschätzung erstellt, der jetzt in der Reihe BfN-Skripten des BfN erschienen ist. Verschiedene Gesetzestexte können die Basis für die Zulassung von gentechnisch veränderten Organismen in der Europäischen Union sein. Hinzu kommt, dass in den Mitgliedsländern der EU unterschiedlich strikt mit den Vorgaben aus Brüssel umgegangen wird und dass - in der Vergangenheit stärker als in der Gegenwart - den antragstellenden Firmen relativ freie Hand gelassen wurde. Es ist also kein Wunder, dass es den Ruf nach Vereinheitlichung gibt. Die Gemengelage zur Theorie und Praxis der Umweltrisikoabschätzung stellen die AutorInnen unfassend dar. Marion Dolezel, Marianne Miklau, Michael Eckerstorfer, Angelika Hilbeck, Andreas Heissenberger und Helmut Gaugitsch (2009): „Standardising the Environmental Risk Assessment of Genetically Modified Plants in the EU”. Erschienen als Nummer 258 in der Reihe BfN-Skripten des Bundesamtes für Naturschutz. Der Bericht kann als pdf-Datei kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden: www.bfn.de > Themen > Agro-Gentechnik > Veröffentlichungen > Umweltrisikoprüfung.

Nanosilber

Die Umweltorganisation BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) veröffentlichte in diesem Dezember eine neue Studie zum Thema Nanotechnologie mit dem Titel „Nanosilber - der Glanz täuscht“. Die Studie zeigt die Gefahren der Verwendung des Nanomaterials auf und macht deutlich, dass eine Vielzahl von Risiken vom Nanosilber ausgehen. Es steht im Verdacht physiologische Barrieren, wie die „Blut-Hirn-Schranke“, zu überwinden und Schäden am Erbgut hervorzurufen. Darüber hinaus veranschaulicht die Studie die Anwendungsgebiete des Nanosilbers mit Produktbildern und Fallbeispielen. Zudem gibt sie den Verbrauchern Empfehlungen, wie sie die Produktion von Artikeln mit Nanosilber-Bestandteilen stoppen können und appelliert an deren „Marktmacht“. Zu beziehen ist die Studie auf der Homepage des BUND als Pdf unter www.bund.net > Themen und Projekte > Chemie > Nanotechnologie.

Marker gestützte Selektion

Es werden verschiedene Begriffe für Methoden moderner Pflanzenzüchtung verwendet: Zum Beispiel smart breeding oder Marker gestützte Selektion (marker assisted selection). Mit biotechnologischen Methoden wird der konventionellen Züchtung der Sprung ins 21. Jahrhundert erleichtert. Gleichzeitig der Hoffnungsträger für einen großen Teil der Kritikerinnen und Kritiker der Agro-Gentechnik. Der Autor Benno Vogel hat für Greenpeace die wichtigsten Informationen über die neuen Technologien zusammengestellt. In englischer Sprache, 28 Seiten. „Smart Breeding - Marker-Assisted Selection: A non-invasive biotechnology alternative to genetic engineering of plant varieties”. Im Netz unter: www.greenpeace.org.
197
Dezember 2009
S. 57