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Liebe LeserInnen


Wie Sie und Ihr merkt, erscheint der GID auch dieses Jahr wie gewohnt! Unter dem Eindruck der missratenen Klimakonferenz in Kopenhagen war ja unsere erste Idee im letzten Dezember gewesen, auf eine Ausgabe GID zu verzichten - Verzicht als praktischer Beitrag zur Erreichung des Klimaziels (siehe Editorial im GID 197).
Ganz einfach ist der Verzicht allerdings auch nicht zu organisieren - zumal uns sogleich die Bitte verschiedener GID-LeserInnen erreichte, nicht ausgerechnet beim GID mit dem Verzicht zu beginnen. Ein Argument war: Der gesellschaftliche Verzicht sollte lieber bei solchen überflüssigen Druckerzeugnissen beginnen wie etwa der auf Buchlänge ausgewalzten Verirrung, dass uns ein „Glaubens-Gen” zum Glauben verdammt. Ja, natürlich, offensichtlicher geht es nicht: Die gesellschaftliche Verunsicherung - Finanzkrise, „Untergang des Abendlandes”-Rufe - verhilft jetzt auch ideologischen Mixturen zum Aufschwung, die sich gerne auf die Autorität der biologischen Wissenschaft berufen. Doch das ist natürlich immer das leidige Problem, wenn verzichtet werden soll: Wer macht den ersten Schritt?
Aber unsere LeserInnen haben Recht. Anfang Februar hat die Jury der Ini­tiative Nachrichtenaufklärung die TOP 10 der vernachlässigten Themen 2009 gewählt: darunter das Thema „Patente auf menschliche Gene”! Diese Schieflage macht uns natürlich klar: Da müssen wir was gegen machen!
- und da hilft kein Verzicht.
198
Februar 2010
S. 2