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Rezension: „Hoffnung, keine Schlagzeilen“

Agrar-Gentechnologie oder - wie es heute auch gerne heißt - moderne Biotechnologie wird kontrovers diskutiert. Das ist in der Gesellschaft so, und das ist auch unter WissenschaftlerInnen nicht anders. Deutlich wurde dies erneut im Rahmen der Erstellung des mittlerweile als Weltagrarbericht firmierenden International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development (IAASTD). Gerade die Biotech-Fragen haben nämlich dazu geführt, dass die VertreterInnen der Agrarindustrie kurz vor Torschluss aus diesem mehr als vierjährigen Prozess ausstiegen, an dem verschiedene supra-nationale Organisationen (darunter die Agenturen der Vereinten Nationen für Ernährung, FAO, für Kultur und Bildung, UNESCO und für Umwelt, UNEP) mitgewirkt haben. Einer der 400 beteiligten Co-Autoren, der in Neuseeland arbeitende Wissenschaftler Jack Heinemann, hat mit seinem Band „Hope not Hype“ nun diesen Konflikt fortgeschrieben. Nicht dass er den Konflikt an sich betont, vielmehr seziert Heinemann einige der Biotech- beziehungsweise Gentech-Themen aus dem Gesamtkomplex Weltagrarbericht, um sie isolierter für „Menschen, die Landwirtschaft betreiben, aber noch mehr für solche, die essen“ zunächst darzustellen und im Folgenden auch weiter zu diskutieren. Das ist angesichts der zusammenfassenden Formel des IAASTD „Weiter so ist keine Option“ auch dringend nötig. Heinemann übernimmt eine kritische Position - Gegenpositionen, die auf den Ergebnissen des IAASTD-Berichtes aufbauen, sind allerdings im Moment rar gesät.

Christof Potthof

Jack Heinemann: Hope not Hype - the Future of Agriculure guided by the International Assessment of Agricultural Knowledge, Science and Technology for Development. Herausgegeben vom Third World Network, Malaysia, 2009, broschiert, 176 Seiten, in Englisch, 39 US-Dollar, ISBN 978-983-2729-81-5. Im Netz zum freien Download unter: www.twnside.org.sg.
199
April 2010
S. 48