Rezension: Pusztai
Ende der 1990er Jahre hat der ungarisch-britische Wissenschaftler Árpád Pusztai gemeinsam mit seiner ebenfalls als Wissenschaftlerin arbeitenden Frau, Susann Bardósz, im Auftrag der britischen Regierung gentechnisch veränderte (gv) Kartoffeln untersucht. Die Ergebnisse waren derart besorgniserregend, dass er sie noch vor ihrer Publikation in einem Fachmagazin in einem Channel-4-Fernsehinterview öffentlich machte. Darin beklagte er, dass die Menschen mit kommerzialisierten, aber ungenügend untersuchten gv-Lebensmitteln zu Versuchskaninchen gemacht werden. Der Name Pusztai ist seit dieser Zeit mit den Risiken der Gentechnik in Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion auf das Engste verknüpft. Pusztais und Bardószs Buch „Sicherheitsrisiko Gentechnik“, 2006 in Ungarn erstmalig publiziert, ist nun in deutscher Sprache erschienen. Das Buch beschreibt ihre eigene Arbeit im Labor sowie ihren Einsatz für eine umfassende Untersuchung und eine angemessene Regulierung gentechnisch veränderter Produkte. Dargestellt ist auch der Kampf, der sich an das Fernsehinterview mit dem britischen Sender Channel 4 anschloss: Wie Pusztai in dem außergewöhnlichen 45-minütigen Film, der dem Buch als DVD beiliegt, erzählt, hat „die andere Seite nicht nur ihr Bestes getan, um die Nachricht zu zerstören - sie versuchte ebenso, ihren Überbringer zu treffen“. Dass dies nicht gelungen ist, dafür sind Buch und DVD nun Beleg. In dem Film von Bertram Verhaag kommen neben Pusztai und Bardósz auch eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen umfassend zu Wort.
Christof Potthof
Árpád Pusztai und Susann Bardósz: Sicherheitsrisiko Gentechnik. Herausgegeben von Gentechnikfreies Europa e.V., 2009. Klappenbroschur, 177 Seiten (mit DVD), 18 Euro, ISBN 978-3936086-50-8, Bestellung über www.gentechnikfreies-europa.eu.
Christof Potthof
Árpád Pusztai und Susann Bardósz: Sicherheitsrisiko Gentechnik. Herausgegeben von Gentechnikfreies Europa e.V., 2009. Klappenbroschur, 177 Seiten (mit DVD), 18 Euro, ISBN 978-3936086-50-8, Bestellung über www.gentechnikfreies-europa.eu.



