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In Bewegung


Salus Journalistenpreis für die GID-Redaktion

Am 27. Oktober wurden in München die diesjährigen Preisträger des Salus-Journalistenpreises geehrt. Der Redaktion des GID wurde ein Sonderpreis für das Gesamtwerk - „für ihre redaktionelle Leistung über Jahrzehnte hinweg“ - zuerkannt.
Vielen herzlichen Dank an den Stifter Otto Greither, alle heutigen und ehemaligen RedaktionskollegInnen, Autorinnen und Autoren und natürlich an unsere LeserInnen!

Kundgebung gegen Patente auf Leben in München

Regen und erste Herbstkälte konnten mehrere hundert DemonstrantInnen nicht davon abhalten, ihren Unmut über die Vergabepraxis des Europäischen Patentamtes in München zum Ausdruck zu bringen. Aktueller Anlass war eine Anhörung im EPA zu einem Patent auf konventionell gezüchteten Brokkoli. Das Patentamt steht wegen der Patentierung von Pflanzen, Tieren, Geweben, Zellen und Genen seit Jahren in der Kritik. Initiiert wurde der Protest von der internationalen Koalition No Patents on Seeds (deren Arbeit sich allerdings - anders als ihr Name vermuten lassen könnte - nicht auf Saatgut beschränkt). Wenige Tage vor der Kundgebung wurde bekannt, dass der patentierte Brokkoli (EP 1069819) mittlerweile in Großbritannien in den Supermarktregalen zu finden ist. Christoph Then, der Sprecher der Koalition, und Ruth Tippe von der Initiative Kein Patent auf Leben! betonten in ihren Statements, dass sowohl in Deutschland wie auch auf der EU-Ebene Gesetzesänderungen dringend an der Zeit seien (siehe auch die Meldung „Patente: Brokkoli, Tomate und Schwarze Liste“ auf Seite 43 in diesem Heft).

Alternativer Nobelpreis

Die internationale Nichtregierungsorganisation GRAIN ist mit dem The Right Lifelyhood Award, dem so genannten Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden. GRAIN-AktivistInnen sind seit den frühen 1980er Jahren weltweit für die Rechte von marginalisierten Bevölkerungsgruppen - insbesondere in ländlichen Regionen - und für den Schutz der Biodiversität unterwegs. GRAIN hat in den letzten Jahren mit der Veröffentlichung von Berichten über das Landgrabbing, das heißt über die sytematische Aneignung von Landrechten in Entwicklungs- und Schwellenländern durch Investoren und Regierungen, dafür gesorgt, dass dieses Thema mittlerweile prominenter in den Medien zu finden ist. Vielen GID-LeserInnen sind die Texte von GRAIN und seinen MitarbeiterInnen bekannt. Herzlichen Glückwunsch und weiter frohes Schaffen!!

PID-Gesetz bleibt im Fokus

„Frauengesundheit darf nicht zum Marketingobjekt werden“ - dieses Fazit zogen die beiden Vorsitzenden des Arbeitskreises Frauengesundheit e.V. (AKF), Maria Beckermann und Karin Bergdoll, in einer Pressemitteilung nach der jährlichen Tagung des Zusammenschlusses am 5. und 6. November in Berlin. Rund 130 Teilnehmerinnen aus verschiedenen Gesundheitsberufen hatten zwei Tage lang in Workshops und bei Vorträgen über die strukturellen Veränderungen in der medizinischen Versorgung und Forschung und die Allgegenwart ökonomischer Interessen diskutiert. Zu den Themen gehörte das Pharma-Marketing ebenso wie die Rolle der Bertelsmann-Stiftung oder die Bedeutung unbezahlter Frauenarbeit bei der Pflege Sterbender in einem ökonomisierten Gesundheitswesen. Eingehend setzten sich die Teilnehmerinnen auch mit dem sexuellen und reproduktiven Selbstbestimmungsrecht von Frauen auseinander. „Dieses als Menschenrecht anerkannte Recht wird derzeit umgedeutet“, so Beckmann und Bergdoll vom AKF, und zwar dadurch, „dass durch Techniken der Pränataldiagnostik nur noch der Embryo bzw. Fetus in den Blick genommen wird und schwangere Frauen lediglich als Funktion wahrgenommen werden.“ Darüber, dass hier Gegenwind notwendig ist, waren sich auch die Teilnehmerinnen eines Workshops zur Präimplantationsdiagnostik (PID) einig; sie kamen zu dem Schluss, dass die Diskussion um die PID mit der Verabschiedung des Gesetzes nicht beendet sein darf und haben beschlossen, sich bei dessen Umsetzung aktiv einzumischen. Kontakt: Giselind Berg: 030/450 570 814; Uta Wagenmann/Susanne Schultz: 030/440 172 54.

Willi Watte gibt nicht auf

Nach einem Sommer voller öffentlichkeitswirksamer Aktionen gegen die DNA-Sammelwut der Polizei gab es in den letzten Monaten gleich zweimal wichtige Post: Sehr gefreut haben wir uns, dass das Ermittlungsverfahren wegen der Umzingelung der Berliner BKA-Nebenstelle durch mehrere tausend Wattestäbchen wegen Geringfügigkeit eingestellt worden ist. Weniger amüsiert waren wir von der Antwort aus dem Büro der Bundesjustizministerin auf den Offenen Brief, die Anfang Oktober im GeN-Büro eingetrudelt ist - vier Monate nach dessen Abgabe. Frau Leutheusser-Schnarrenberger vertritt darin die Auffassung, die Speicherung von DNA-Profilen stelle „keine Vorratsdatenspeicherung dar“. Trotz der langen Zeit der Bearbeitung geht die Ministerin weder auf unsere differenzierte Kritik der derzeitigen Erhebungs- und Speicherungspraxis noch auf die daraus abgeleiteten Forderungen ein und empfiehlt stattdessen, das auch aus ihrer Sicht „wichtige Anliegen“, für „eine regelmäßige und unabhängige Kontrolle der Datenspeicherung Sorge zu tragen“, beim Innenministerium vorzutragen, sie sei dafür nicht zuständig.
Das halten wir nach dieser lapidaren Antwort allerdings für nachrangig. Wir richten unsere Energien stattdessen lieber darauf, möglichst viele Menschen gegen die DNA-Sammelwut zu mobilisieren und Unterschriften unter unserem Offenen Brief zu sammeln. Dafür reiste Willi Watte in den vergangenen Wochen durch die Republik, Stationen waren unter anderem Hannover und Dresden. Zum Jahresende wird Willi außerdem auf dem CCC-Kongress in Berlin einen Workshop abhalten. Auch in den kommenden Monaten werden wir nicht locker lassen. Wir haben einen langen Atem, und wir freuen uns weiterhin über jede Unterstützung! Detaillierte Informationen (Offener Brief zum Unterschreiben, Antwort der Ministerin, Kampagneninfos, Termine) unter www.fingerwegvonmeinerdna.de

Glückwunsch!

Dr. Rolf Lorenz, langjähriges GeN-Mitglied, hat das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen bekommen. Lorenz war über viele Jahre hinweg aktiv in einer Initiative für Bioethik. Vorgeschlagen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, verliehen von Bundespräsident Christian Wulff, wurde der Orden schließlich am 7. Dezember vom Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer überreicht. Herzlichen Glückwunsch und alles Gute!

Alternativer Nobelpreis

Die internationale Nichtregierungsorganisation GRAIN ist mit dem The Right Lifelyhood Award, dem so genannten Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet worden. GRAIN-AktivistInnen sind seit den frühen 1980er Jahren weltweit für die Rechte von marginalisierten Bevölkerungsgruppen - insbesondere in ländlichen Regionen - und für den Schutz der Biodiversität unterwegs. GRAIN hat in den letzten Jahren mit der Veröffentlichung von Berichten über das Landgrabbing, das heißt über die sytematische Aneignung von Landrechten in Entwicklungs- und Schwellenländern durch Investoren und Regierungen, dafür gesorgt, dass dieses Thema mittlerweile prominenter in den Medien zu finden ist. Vielen GID-LeserInnen sind die Texte von GRAIN und seinen MitarbeiterInnen bekannt. Herzlichen Glückwunsch und weiter frohes Schaffen!!
209
Dezember 2011
S. 4 - 5

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