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Kurz notiert - Landwirtschaft und Lebensmittel

Peru: 10 Jahre GVO-Verbot

Der Kongress von Peru hat in seiner Sitzung am 3. November ein GVO-Verbot für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) beschlossen. Die Entscheidung ist auf zehn Jahre befristet. Als Begründung für die Entscheidung wurde der Schutz der Biodiversität des Landes angegeben. Das Verbot umfasst Import und Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen und Tiere (inklusive Fische); ausgenommen sind GVO für Versuche, die in geschlossenen Systemen angebaut werden. Der Kongress hatte eine entsprechende Entscheidung bereits im Juli getroffen, die war aber von dem mittlerweile aus dem Amt geschiedenen Präsidenten Alan Garcia nicht umgesetzt worden. (AFP, 04.11.11, zitiert nach GENET news, im Netz unter www.genet-info.org) (pau)

BASF: Zulassungsantrag für weitere gv-Kartoffel

Die BASF hat einen Zulassungsantrag für die Speisekartoffel Fortuna gestellt. Fortuna wurde mit einer Resistenz gegen Kraut- und Knollenfäule ausgestattet, der in Deutschland häufigsten Kartoffelkrankheit. Diese wird durch eine Infektion mit dem Pilz Phytophthora infestans ausgelöst. Der Antrag bezieht sich auf den Anbau und die Nutzung als Nahrungs- und Futtermittel in der EU. Die BASF rechnet damit, dass Fortuna 2014 oder 2015 zugelassen wird. Auf dem Weg zur Zulassung wird Fortuna im nächsten Schritt von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) auf ihre Sicherheit für Menschen und Umwelt untersucht. Die Gene für die Resistenz stammen nach Angaben der BASF aus einer Wildkartoffel. Greenpeace-Sprecherin Stephanie Töwe kritisierte den Antrag, die Organisation verwies zugleich auf eine Umfrage, die sie 2010 durchgeführt hatte. Damals hätten die meisten Pommes- und Chipshersteller angegeben, „keinen Einsatz gentechnisch veränderter Kartoffeln“ zu planen. Unter den befragten Firmen beziehungsweise Marken waren zum Beispiel Chio, Funny Frisch, aber auch Burger King. (PM BASF, 31.10.11, www.basf.com; taz, 02.11.11) (mj/pau)

USA: Gv-Raps verwildert

Gentechnisch veränderter (gv) Raps breitet sich von landwirtschaftlichen Feldern in andere Ökosysteme aus. Das berichten US-amerikanische WissenschaftlerInnen aus der Gruppe von Cynthia Sagers von der Universität des US-Bundesstaates Arkansas. Sie hatten an Straßenrändern des US-Bundesstaates North Dakota wild wachsende Rapspflanzen untersucht. North Dakota, das an der Grenze zu Kanada liegt, gilt als das Zentrum des Anbaus von gv-Raps in den USA. An 288 von insgesamt 634 untersuchten Orten waren sie fündig geworden. Der größte Teil der gesammelten Proben (je etwa 40 Prozent) konnte gentechnisch veränderten Sorten zugeordnet werden, die entweder gegen das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat oder gegen das Mittel Glufosinat resistent waren. Zudem wurden zwei Pflanzen gefunden, die über Resistenzen gegen beide Herbizide verfügten. Diese müssen nach Einschätzung der ForscherInnen durch Kreuzung - entweder bereits auf den Feldern oder später am Straßenrand - entstanden sein, da eine solche Kombination nicht auf dem Saatgutmarkt gehandelt wird. Die Untersuchung wurde in der Fachzeitschrift PLoS ONE veröffentlicht. Bei der Interpretation der Ergebnisse gehen die Meinungen auseinander: Sagers brachte in der online-Version der Tageszeitung The Vancouver Sun ihre Besorgnis zum Ausdruck. Sie vertrat die Ansicht, die wild wachsenden gentechnisch veränderten Rapspflanzen könnten zum Beispiel für Ökobauern zu einem Problem werden, da diese den Weg auf ihre Farmen finden würden. Sagers und ihre KollegInnen werfen zudem die Frage auf, ob adäquate Beobachtungspläne genutzt würden, um die ökologischen Wirkungen dieser Biotech-Produkte zu verfolgen. Der Wissenschaftler Rene van Acker von der University of Guelph (Kanada) hat seinerseits in Kanada Untersuchungen zu verwilderten gv-Rapspflanzen durchgeführt. Er ist der Meinung, ein Problem bestehe erst, wenn zum Beispiel gv-Pflanzen mit pharmakologischen Wirkstoffen und mit Ölen für die Industrie-Produktion auf die Felder kommen. Diese müssten unter Kontrolle gehalten werden und dürften nicht in das Nahrungssystem gelangen. Allerdings bestätigt auch van Acker, dass die Produktion ökologischer oder gentechnikfreier Nutzpflanzen für kanadische Landwirte zunehmend schwieriger und teurer werde. (PLoS ONE, Oktober 2011, www.plosone.org; www.vancouversun.com, 06.10.11) (mj/pau)

BMELV zum EuGH-Urteil

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hat für Mitte Dezember (nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) zu einem internationalen Workshop über die Folgen des„Honig-Urteils“ des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom 6. September diesen Jahres nach Berlin eingeladen. Richter in einem Verfahren am Bayerischen Verwaltungsgerichthof, in dem der Imker Karl-Heinz Bablock gegen den Freistaat Bayern auf Erstattung von Untersuchungskosten geklagt hatte, hatten dem EuGH drei Fragen zur Interpretation des europäischen Rechts vorgelegt (siehe dazu auch im GID 208, Oktober 2011). So ist dem EuGH-Spruch zufolge nun klar, dass der Pollen des gentechnisch veränderten (gv) Mais MON810 nicht in Honig- und Pollenprodukten zu finden sein darf. Monsanto hatte im Jahre 1998 keine vollumfängliche Genehmigung für die Verwendung des gv-Mais in Lebensmitteln bekommen. Die Nutzung von MON810-Mais zum Beispiel als Maisgries ist erlaubt. Welche Folgen das Urteil für Imker, Händler und Kontrolleure hat, ist nach bisheriger Darstellung des BMELV noch nicht klar. Eine offene Frage ist zum Beispiel, inwieweit Imker tatsächlich entschädigt werden müssen, wenn sie ihre Bienenvölker umsiedeln müssen, um ihre Honigernte vor Kontaminationen mit MON810-Material zu schützen. Auch ist derzeit noch nicht klar, in welcher Art Honig in Zukunft gekennzeichnet werden wird. Bisher war dabei zum Beispiel keine Liste von Inhaltsstoffen notwendig, da Honig nur einen Inhaltsstoff hatte: Honig. Der Pollen wurde nicht als Zutat gezählt. Aus dem Urteil des EuGH ergibt sich dagegen, dass Honig aus Honig und aus Pollen besteht. Das wäre also entsprechend zu kennzeichnen. Weiter muss geklärt werden, wie in diesem Zusammenhang der Grenzwert von 0,9 Prozent Anwendung finden muss, demzufolge gentechnisch veränderte Anteile in konventionellen und ökologischen Lebens- und Futtermitteln gekennzeichnet werden müssen. (Einladung BMELV „International Workshop on the consequences of the ECJ judgement on GM pollen in honey for GM crop release and cultivation in Germany and the EU“) (pau)

Menschliches Blutserumprotein in gv-Reis produziert

Chinesische Forscher haben Reispflanzen in der Art gentechnisch verändert, dass diese nun ein menschliches Blutserumprotein produzieren. Daichang Yang, Pflanzenbiotechnologe an der Wuhan Universität (Provinz Hubei) betont den Unterschied zu den bisherigen Versuchen, menschliches Blutserumprotein in gentechnisch veränderten Pflanzen herzustellen: „Früher war der Ertrag nicht hoch genug.“ Der Ertrag liegt jetzt mit 2,75 Gramm Serumprotein je Kilogramm Reis bei einer Proteinreinheit von 99 Prozent. Das von der ForscherInnengruppe entwickelte Serum sei sowohl chemisch, wie auch in seiner medizinischen Wirksamkeit identisch - dies sei in Tierversuchen getestet worden. Die Forschungen wurden in der Fachzeitschrift PNAS der US-Akademie der Wissenschaften publiziert. (He et al., 2011, „Large-scale production of functional human serum albumin...“, PNAS 22.11.11, www.pnas.org; Nature online, zitiert nach Scientific American online, 31.11.11, www.scientificamerican.com) (pau)

USA: Schnelle Pflanzen-Eigenschaften

Das Unternehmen Cibus aus dem US-Bundesstaat Minnesota hat für das kommende Jahr eine Rapssorte angekündigt, die gegen ein Herbizid der US-amerikanischen Firma Rotam tolerant ist. Das Besondere an diesen Pflanzen ist ihre Herstellungsart: Das Unternehmen manipuliert die DNA der Pflanzen mit Chemikalien, die zum Teil (ihrerseits) aus Nukleinsäuren, den Bestandteilen der DNA bestehen können. An der Manipulation ist auch das pflanzen- beziehungsweise zelleigene DNA-Reperatursystem beteiligt. Im Verlauf der Manipulation entstehen Variationen des Erbguts (Mutationen), die ihrerseits zu Eigenschaften entwickelt werden können. Pflanzen, die mit der so genannten Rapid Trait Development System-Technologie (System zur schnellen Entwicklung von Eigenschaften) hergestellt worden sind, werden in den USA nicht als gentechnisch verändert klassifiziert. Cibus hatte diese Technologie bereits vor einigen Jahren angekündigt. Auch die BASF kooperiert mit dem Unternehmen. Das Herbizid funktioniert auf der Basis von Sulfonyl-Harnstoff. (www. farmandranchguide.com, 07.11.11, zitiert nach GENET news, im Netz unter www.genet-info.org; www.cibus.com; www.rotam.com; siehe auch: GID 179, Dezember 2006, kurz notiert „Ohne Gentechnik?“ Landwirtschaft und Lebensmittel) (pau)

Tierversuchszahlen steigen - wegen Gentechnik

Die Gentechnik ist seit Jahren der wichtigste Einzelfaktor für den ständigen Anstieg der Versuchstierzahlen. Dieser Trend hält auch bezüglich der Zahlen von 2010 weiter an. Das ist der aktuellen Übersicht zu entnehmen, die Ende Oktober vom Bundeslandwirtschaftsministerium veröffentlicht worden ist. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2.856.316 Tiere in Versuchen getötet, das sind etwa 70.000 mehr als im Jahr zuvor. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr allein bei den gentechnisch veränderten (gv) Tieren ist mit 115.000 schon deutlich höher. Die Zahlen stiegen von 607.816 im Jahre 2009 auf nunmehr 722.793 (2010), was einer Zunahme von fast 20 Prozent entspricht. Bei den getöteten gv-Versuchstieren sind die Mäuse die mit Abstand größte Gruppe. Sie allein umfasst mehr als 700.000 Tiere. Der Grund für diesen unrühmlichen ersten Platz liegt in der Nutzung gentechnisch veränderter so genannter Knockout-Mäuse in der biologischen wie medizinischen Grundlagenforschung. Bei Knockout-Mäusen können einzelne Gene mehr oder minder gezielt ab- und angeschaltet werden. (Übersicht der Versuchstierzahlen 2010 und 2009 des BMELV, www.bmelv.de; siehe dazu auch den Beitrag „Die Gen-Maus: geplantes Leid“ im GID 208, Oktober 2011, Seite 39) (pau)

Japan: Gv-Papaya als Nahrungsmittel zugelassen

Gentechnisch veränderte (gv) Papaya sind in Zukunft in Japan als Lebensmittel zugelassen. Wie es bei dem Internationalen Landwirtschaftsdienst (Foreign Agricultural Service - FAS) des US-Landwirtschaftsministeriums in einer Mitteilung vom September heißt, habe der Import Anfang Dezember begonnen. Die Papaya werden weltweit nur in den USA, und dort auch nur auf Hawaii angebaut. Anlässlich der Zulassung wurde in der japanischen US-Botschaft mit den Mitteln der US-Regierung eine Veranstaltung ausgerichtet, als Werbung und „Wissenschaftscafé“. (www.usdajapan.org, 19.09.11) (pau)

PR-Panne bei der Lobbygruppe EuropaBio

Die Gentechnik-Lobbygruppe EuropaBio hat sich mit dem Vorhaben „Gentechnik-Botschafter“ anzuwerben blamiert. Das geht aus internen Dokumenten hervor, die der britischen Zeitung Guardian vorliegen. EuropaBio wollte mithilfe dieser „Botschafter“ die Akzeptanz von Gentechnik in der Bevölkerung steigern. Ob die Kampagne nun wie geplant stattfinden wird, ist ungewiss. Denn auf Nachfrage der Zeitung bestritten die potentiellen Gentechnik-Botschafter jeglichen Kontakt mit der in Brüssel ansässigen Lobby-Organisation. Unter den genannten Personen befinden sich der Sänger Bob Geldorf, Lord Patten (Präsident der Oxford Universität), David Byrne (Irischer EU-Kommissionsbeauftragter) und der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan. Die Auswahl der Botschafter verdeutlicht, dass eine große Spannbreite der Bevölkerung angesprochen werden sollte. Zu den Mitgliedern EuropaBios gehören unter anderem Monsanto, BASF und Bayer. Geplant war, die Kampagne mit einem Brief im Namen der Botschafter in der Financial Times zu starten, in dem die Gentechnik als Lösungsweg aus der globalen Nahrungsmittelknappheit angepriesen werden sollte. Aus den Dokumenten gehe außerdem hervor, dass EuropaBio gentechnikfreundlich eingestellte Nichtregierungsorganisationen zu einem Treffen mit EU-Behörden hinzuziehen wollte. Laut Christopher Flores, einem Berater EuropaBios, sind die Informationen aus dem Dokument vertraulich und hätten nie veröffentlicht werden sollen. (www.guardian.co.ok, 20.10.11) (mj)

NRW gentechnikfrei

Nordrhein-Westfalen ist dem „Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen“ beigetreten. Ziel des Netzwerks ist es, im Rahmen des geltenden EU-Rechts einen wirksamen Schutz von gentechnikfreier Landwirtschaft zu gestalten. Unter anderem soll der juristische Status des Begriffs „gentechnikfreie Regionen“ gefestigt werden. Der Umwelt- und Verbraucherschutzminister von Nordrhein-Westfalen, Johannes Remmel (Bündnis 90/Die Grünen), hob den Verbraucherschutz als Beitrittsgrund besonders hervor: Zwei Drittel der nordrhein-westfälischen Verbraucher seien gegen Gentechnik in der Landwirtschaft. Deshalb müssten sie davor geschützt werden, dass Produkte gentechnisch veränderte Bestandteile enthalten. Landwirten und Erzeugern müsse es möglich sein, gentechnikfrei zu produzieren. Remmel betont die Wichtigkeit der europäischen Ebene bei den Entscheidungen zum Umgang mit Agro-Gentechnik. Ein starkes Netzwerk, um gentechnikkritische Positionen gegenüber den europäischen Institutionen zu vertreten, sei daher von großer Bedeutung. (PM Umweltministerium NRW, 10.10.11, www.umwelt.nrw.de; www.gmofree-euregions.net) (mj)

Mexiko: Gv-Baumwolle kreuzt in wilde Pflanzen

Mexikanische Wissenschaftler haben gentechnische Verunreinigungen in mit Baumwolle verwandten Wildpflanzen (Gossypium hirsutum) gefunden. In knapp einem Viertel von 270 Proben sind transgene DNA-Elemente gefunden worden. Das Internet-Portal scidev.net berichtet, eines der verunreinigten Saatgut-Körner sei in 755 Kilometer Entfernung vom nächsten Feld mit gentechnisch veränderter (gv) Baumwolle gefunden worden. Die Wissenschaftler vermuten, dass es zum Beispiel durch einen LKW, Vögel oder auch durch den Wind transportiert worden sein könnte. Der Nachweis ist der erste dieser Art für Baumwolle. Zuvor war die Auskreuzung gentechnischer DNA von gv-Nutzpflanzen in verwandte wild lebende Pflanzen bereits bei Gräsern und Raps gezeigt worden. (www.scidev.net, 13.10.11, zitiert nach www.gmwatch.org) (pau)

Rapssaatgut ohne Verunreinigungen

Der ökologische Anbauverband Bioland und die Umweltorganisation Greenpeace haben bei den Bundesländern die Ergebnisse der diesjährigen Saatgutanalysen abgefragt. Demzufolge wurde kein gentechnisch veränderter Raps in konventionellen und ökologischen Chargen gefunden. Die Behörden hatten über 300 Proben durchgeführt. Die Verbände fordern, dass die sogenannte Nulltoleranz gegenüber Verunreinigungen mit GVO im Saatgut auch in Zukunft aufrecht erhalten bleibt. Vertreter der Saatgutindustrie hatten in den vergangenen Jahren wiederholt die Einführung von Grenzwerten oder die Anwendung von geringeren technischen Standards gefordert. Jan Plagge von Bioland: „Die aktuellen Analyseergebnisse zeigen, dass die konsequente Reinhaltung von Saatgut möglich ist.“ (PM Bioland und Greenpeace, 31.10.11) (pau)

Südafrika: Tribunal verbietet Saatgut-Deal

Ein südafrikanisches Wettbewerbs-Gericht (Competition Tribunal) hat die Übernahme des größten Saatgutunternehmens des Landes Pannar durch den US-Konzern Pioneer untersagt. Die Nichtregierungsorganisation African Center for Biosafety hat die Entscheidung begrüßt. Das Verbot sei „ein bisschen Spielraum für die Entwicklung eines angemessenen Saatgutsystems (...), das den Bedarf von Kleinbauern und Landwirten mit geringen Ressourcen bedient und nicht den der multinationalen Konzerne“. (Siehe dazu auch „ACB redet bei Firmenübernahme mit“ in der vergangenen Ausgabe des Gen-ethischen Informationsdienst, Oktober 2011, GID 208, Seite 28; www.biosafetyafrica.org.za, 14.10.11, zitiert nach www.gmwatch.org) (pau)

Neues Bt-Toxin

ForscherInnen der Clemson Universität im US-Bundesstaat South Carolina, der Universität von Melbourne (Australien) und des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie in Jena haben bekannte Bt-Toxine modifiziert, um so die Probleme mit der zunehmenden Resistenz von Schädlingen in den Griff zu bekommen. Bt-Toxine, die ursprünglich aus dem bodenlebenden Bakterium Bacillus thuringiensis kommen, werden in der Landwirtschaft gegen Insekten eingesetzt, die durch Fraß Schäden an Nutzpflanzen verursachen. In die gentechnisch veränderten Pflanzen werden die für die Bt-Toxine kodierenden Gensequenzen aus dem Bakterium eingebaut. Der massive Einsatz dieser Pflanzen hat die Entwicklung von resistenten Insekten befördert. (Tabashnik et al. (2011): Efficacy of genetically modified Bt toxins against insects with different genetic mechanisms of resistance, Nature biotechnology online, 09.10.11) (pau)

Bayer baut Weizenzucht-Zentrum in Gatersleben

Der deutsche Agrar- und Gentechkonzern Bayer CropScience will in Gatersleben (Sachsen-Anhalt) sein Weizenzucht-Zentrum für Europa aufbauen. Bis zu 40 Mitarbeiter sollen „Weizensorten mit höherem Ertrag und verbesserten Eigenschaften“ entwickeln, wie der Konzern Anfang Dezember bekanntgab. Bayer CropScience wird in den Biotechnologiepark einziehen, der in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Institut für Kulturpflanzenforschung liegt. Dort ist auch die Genbank Gatersleben angesiedelt, eine der bedeutendsten Sammlungen genetischer pflanzlicher Ressourcen weltweit. „Die Ansiedlung von Bayer Crop-Science (...) bedeutet eine substanzielle Stärkung der Grünen Biotechnologie in Sachsen-Anhalt“, kommentierte die Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft des Landes Sachsen-Anhalt, Birgitta Wolff. „Diese Technologie stellt einen wichtigen Schwerpunkt bei der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung des Landes dar.“ (PM Bayer CropScience, 01.12.11, www.bayer.com) (pau)

100-mal „Ohne Gentechnik“

Der Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) hat bekanntgegeben, dass mit der Molkerei Zott nunmehr einhundert Unternehmen das einheitliche Logo „Ohne Gentechnik“ des Verbandes nutzen können. Zott plant die Kennzeichnung von Produkten ab dem kommenden Frühjahr - bisher nutzt das Unternehmen eine firmeneigene Variante. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte die Kennzeichnung von Lebensmitteln, bei deren Herstellung auf die „Anwendung gentechnischer Verfahren“ verzichtet wird, 2008 neu geregelt. Jochen Koester aus dem Vorstand des VLOG verwies auf die zunehmende Bereitschaft von Supermarktketten, ihre Eigenmarken mit dem Logo zu kennzeichnen. (PM VLOG, 14.11.11) (pau)
209
Dezember 2011
S. 28 - 30