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In Bewegung




Gentech-Konzerne - Macht euch vom Acker!

Auch in diesem Jahr werden wir wieder bei der Hauptversammlung der BASF-Aktionäre vor Ort präsent sein und protestieren. Am 26. April ist es soweit. Bewaffnet mit jeder Menge Infomaterial und einem eigenen Redebeitrag, den GeN-Mitarbeiter Christof Potthof vor den vermutlich rund 6.500 oder 7.000 AnteilseignerInnen des Konzerns halten wird, werden wir uns zum wiederholten Mal mit guten Argumenten in das Geschehen einmischen. Ein erster Erfolg zeichnet sich schon zwei Wochen, bevor wir uns auf den Weg nach Mannheim machen, ab: In diesem Jahr werden wir dem Konzern einen weiteren Schritt näher auf den Pelz rücken können. Nachdem wir 2012 einen etwas abseits liegenden Standort für unseren Infostand bekommen hatten, haben wir vor dem Verwaltungsgericht Karlsruhe gegen den Bescheid der Stadt geklagt und damit insbesondere gegen die Privatisierung vormals öffentlicher Räume und das damit einhergehende Verbot von Versammlungen protestiert. Das Signal ist verstanden worden: Kurz vor Redaktionsschluss erreichte uns das erste Angebot des Amtes. Wir werden unmittelbar auf dem Vorplatz des Veranstaltungsortes Stellung beziehen können. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe.



Offener Brief gegen Keimbahneingriffe

Die Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA), eine Behörde, die in Großbritannien die Anwendung von Technologien der künstlichen Befruchtung überwachen soll, hat in der zweiten Märzhälfte der britischen Regierung empfohlen, das so genannte mitochondrial replacement gesetzlich zu erlauben (siehe auch die Kurzmeldung auf Seite 30 in diesem Heft). Damit spricht sich die HFEA für die Erlaubnis einer Technik aus, mit der genetische Veränderungen an die Nachkommen weitergegeben würden. Um einen solchen Schritt zu verhindern, hat das GeN einen Offenen Brief verschiedener Organisationen unterzeichnet - darunter Human Genetics Alert aus Großbritannien, Our Bodies Ourselves und The Center for Genetics and Society aus den USA. Der Brief wurde am 15. März in der Zeitschrift The Guardian veröffentlicht. Das GeN hatte sich bereits im Dezember mit einer Stellungnahme an die HFEA für die Aufrechterhaltung des Verbotes von Keimbahneingriffen ausgesprochen und vor einer Ausweitung des Marktes für selektive Technologien gewarnt (siehe auch GID 215, S. 5).

➤ Die Stellungnahme des GeN findet sich unter www.gen-ethisches-netzwerk.de/gen/2012/1212_GeN_zur_gentherapie, der Offene Brief unter www.guardian.co.uk/science/2013/mar/15/eugenics-fear-over-gene-modification (beides in englischer Sprache).



Unterstützung für belgische KritikerInnen

In Belgien läuft das Verfahren gegen die „11 von Wetteren“ darauf hinaus, dass ein Exempel statuiert wird (siehe dazu auch auf Seite 24 dieser Ausgabe). Die Aktivistinnen und Aktivisten stehen wegen einer Aktion auf einem Freisetzungsfeld vor Gericht, bei der 2011 im belgischen Wetteren gentechnisch veränderte Kartoffeln gegen Bio-Kartoffeln ausgetauscht worden waren. Aufmerksamen GID-LeserInnen ist Barbara van Dyck als Autorin und Interview-Partnerin bekannt. Abseits aller inhaltlichen Diskussionen brauchen die 11 auch Unterstützung: Ein freundliches Wort, ein gutes Argument und Geld ... vieles ist möglich!
BITTE UNTERSTÜTZEN SIE DIE „11 VON WETTEREN“!

➤ Weitere Informationen über die GID-Redaktion (siehe Impressum) oder http://fieldliberation.wordpress.com.

HannoverGen

Wenn sich Menschen aus politischen Bewegungen in Debatten um den Unterricht an Schulen einmischen, egal ob in Bezug auf Materialien oder Inhalte, dann kann das leicht ins Auge gehen. Im Falle des Engagements des Agrarbündnisses Niedersachsen ist das jedoch nicht der Fall gewesen. Seit Jahren haben sich die Mitstreiterinnen und Mitstreiter für eine gentechnikfreie Landwirtschaft gegen das von der (mittlerweile abgewählten) schwarz-gelben Landesregierung eingeführte und geförderte Projekt HannoverGen engagiert. Das lag nicht zuletzt an dem sichtbaren Kopf und Initiator von HannoverGen, dem bekannten Gentech-Lobbyisten Hans-Jörg Jacobsen, Abteilungsleiter am Institut für Pflanzengenetik und Professor an der Universität Hannover. Jacobsen ist zudem im Vorstand des „Wissenschaftlerkreises Grüne Gentechnik“, der unter anderem von Gentech-Konzernen unterstützt wurde. Auch die Beteiligung des Saatgut-Konzerns KWS Saat AG, der seinen Stammsitz im niedersächsischen Einbeck hat und in den vergangenen Jahren selbst Freisetzungsversuche mit gentechnisch veränderten Zuckerrüben durchgeführt hat, ist mehr als unglücklich und weist in Richtung des eigentlichen Problems: Die private Wirtschaft wirft mehr und mehr ein Auge auf die Schulen als Orte, an denen Einflussnahme stattfinden kann. Die Unternehmen machen sich die derzeitige strukturelle Schwäche des Bildungssektors oder zumindest die Überlastung vieler LehrerInnen zunutze. Um hier für ein bisschen Ausgleich zu sorgen hat der Informationsdienst Gentechnik (www.keine-gentechnik.de), eine von gentechnikkritischen Verbänden (und damit auch vom Gen-ethischen Netzwerk) betriebene Internetplattform, seinerseits Materialien für LehrerInnen und SchülerInnen erstellt, die online unter www.schule-und-gentechnik.de zu finden sind - wohl wissend, dass den Problemen Unterfinanzierung von Bildung und Einflussnahme auf Schulen damit nicht beizukommen ist. HannoverGEN läuft Ende Juni aus, das von der ehemaligen Landesregierung geplante NiedersachsenGEN geht erst gar nicht an den Start. Das hat die neue niedersächsische Landesregierung (rot-grün) entschieden.

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April 2013
S. 4 - 5