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Reproduktionsmedizin und Biopolitik

GID_Titel227
227 - Dezember 2014
Reproduktionsmedizin und Biopolitik

Die Legalisierung reproduktions-technologischer Verfahren und ihre moralische Legitimität werden zur Zeit heiß diskutiert. Wer argumentiert hier wie und warum? Was spricht gegen, was für bestehende Verbote?

 
Baureithel, Ulrike

Die Auseinandersetzung um social freezing hat wieder einmal alte Debatten der Frauenbewegung auf die Agenda gesetzt: Wie viel Autonomie birgt die Technisierung der Reproduktion?

Ein Streitgespräch zwischen Rebecca Maskos (RM) & Sarah Diehl (SD) und Ulrike Klöppel (UK).

Wie kann, wie sollte eine feministische und herrschaftskritische Perspektive auf reproduktionsmedizinische Verfahren aussehen, und wie positioniert sie sich zu der medialen Kritik an den Verfahren?

Schultz,Susanne & Wagenmann, Uta

Moralische Empörung auf der einen, euphorische Visionen einer technologisch unterstützten Familienplanung auf der anderen Seite - die mediale Debatte geht an gesellschaftspolitisch wichtigen Fragen rund um die Reproduktionsmedizin in der Regel vorbei. Ein Blick auf Eizellabgabe und Leihmutterschaft aus herrschaftskritischer Perspektive.

Reuschling, Felicita

Weil das marxistische Konzept industrieller Lohnarbeit für die Analyse von Eizellhandel, Stammzell- oder Pharmaforschung ebenso wenig wie für die von Hausarbeit oder Kinderbetreuung passt, haben Feministinnen den Begriff der klinischen Arbeit geprägt. Wie brauchbar ist er für eine Kritik der Reproduktionsmedizin?

Graumann, Sigrid

Immer mehr deutsche Frauen fahren nach Spanien oder Tschechien, wo auch Ausländerinnen Eizellen angeboten werden. Deutsche Kinderwunschpraxen dringen daher verstärkt auf eine gesetzliche Zulassung des Eizelltransfers hierzulande. Eine Gegenrede aus medizinethischer Sicht.

Bergmann, Sven

Bei der Verwendung von Ei- und Samenzellen Dritter wird auf Ähnlichkeit mit den Empfängerinnen geachtet. Welche Kategorien kommen bei dem als Matching bezeichneten Verfahren zur Anwendung, und warum? Ein ethnografischer Blick auf die reproduktionsmedizinische Praxis in spanischen und tschechischen Kliniken.

Landwirtschaft & Lebensmittel

Friedrich, Beate & Gottschlich, Daniela & Sulmowski, Yen

Obwohl Bilder Wirklichkeit konstruieren, werden sie in der sozial-ökologischen Forschung bisher wenig analysiert. Diese Forschungslücke versucht die Forschungsgruppe PoNa (Politiken der Naturgestaltung) an der Leuphana Universität Lüneburg zu schließen. Mitglieder der Gruppe haben Bilder in Kampagnen im Politikfeld Agro-Gentechnik untersucht.

Mensch & Medizin

Dokumentation eines Aufrufs von GeN und Grundrechtekomitee

Die unter der Überschrift „Nationale Kohorte” (NaKo) geplante Sammlung von Gesundheitsdaten in der Bundesrepublik ist offiziell gestartet: In den nächsten Monaten und Jahren sollen Gesundheitsdaten und Bioproben von 200.000 per Zufallsprinzip aus den Melderegistern ausgewählten Frauen und Männern gesammelt und für noch nicht näher definierte Forschungsprojekte zur Verfügung gestellt werden. Versprochen wird, damit gesundheitsbezogene Forschung im öffentlichen Interesse möglich zu machen - worunter vor allem individuelle Erkrankungsrisiken für chronische Erkrankungen verstanden werden: Vielfältige Untersuchungen sollen Daten liefern, um Risiken für Diabetes, Krebs, Demenz, Depression, Erkrankungen der Atemwege, Infektionserkrankungen oder Herz-Kreislauferkrankungen errechnen zu können.(1) Gegen das Vorhaben regt sich Widerstand: Wir dokumentieren einen Aufruf von GeN und Grundrechtekomitee aus Anlass des Projektstartes.

Politik & Wirtschaft

Steven, Elke

Der Druck zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) wird derzeit erheblich verstärkt. Zugleich erfordern die Perspektiven, die mit der so genannten Telematik-Infrastruktur und der elektronischen Patientenakte verbunden sind, auch weiterhin, das Projekt mit kritischer Aufmerksamkeit zu begleiten und den Protest fortzusetzen.

Interview mit Steffi Ober

Mit der neuen Hightech-Strategie der Bundesregierung werden die Pfade für die zukünftige Forschungsförderung des Bundes gelegt. Die Industrie sitzt prominent mit am Tisch.

Editorial

Dass einer der Rezensenten von „Identität auf Vorrat“ das Bild aus der Einleitung des vom GeN herausgegebenen Buches aufgenommen hat und von „Schmuddelkindern der gegenwärtigen Überwachungsdebatte“ * schreibt, muss wohl als Sympathiebekundung gewertet werden, die wir - stellvertretend für unsere KollegInnen Susanne Schultz und Uta Wagenmann - gerne und dankend annehmen. Die ersten Rezensionen...

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Impressum

GID 227, Dezember 2014, 30. Jahrgang, ISSN 0935-2481, Redaktion: Theresia Scheierling (ViSdP), Anne Bundschuh, Monika Feuerlein, Bastian Niedermeyer, Christof Potthof, Uta Wagenmann