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Joachim Schiemann

Stand: Mai 2008

Studium & wissenschaftliche Arbeit

1969-73: Biochemie-Studium an der Uni Halle. 1973-77: Promotion in Biochemie. 1976-91: Wissenschaftler am Institut für Pflanzenbiochemie und am Zentralinsitut für Genetik und Kulturpflanzenforschung in Gatersleben.

aktuelle Position

Seit 1991 ist im Institut für Pflanzenvirologie, Mikrobiologie und biologische Sicherheit der Biologischen Bundesanstalt für Land und Forstwirtschaft (BBA, Braunschweig) beschäftigt. Seit 2008 ist das BBA durch Umstrukturierung Teil des Julius Kühn-Institut (JKI). Schiemann ist Leiter der Abteilung Gentechnik und Biologische Sicherheit, und berät so das BMELV in Fragen der Biologischen Sicherheit von GVO.
Seit 1999 ist er Koordinator der BBA-Arbeitsgruppe Anbaubegleitendes Monitoring gentechnisch veränderter Pflanzen im Agrarökosystem, in der Wissenschaftler, Behördenvertreter und Firmenvertreter u.a. Fragebögen zum Anbaumonitoring entwickelt haben, wie sie in ähnlicher Form durch den BVL-Bescheid vom April 2007 als unzureichend beurteilt wurden. Dabei arbeit Schiemann häufig mit Kerstin Schmidt (BioMath, BioOK, FINAB) zusammen, z.B. zur Veröffentlichung von Artikeln.
Schiemann nimmt mit der BBA als Projektpartner an zahlreichen deutschen und EU-Forschungsprojekten, u.a. auch zur Entwicklung eigener gentechnischer Methoden und Pflanzen teil.
Er hat Lehraufträge an der TU Braunschweig und der Uni Lüneburg.

wissenschaftliche Publikationen (Auswahl)

Schieman J,¹ Wilhelm R,¹ Beißner L,¹ Schmidtke J² & Schmidt K² (2006): Data acquisition by farm questionnaires and linkage to other sources of data. Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit 1(1), 26-29. ¹ BBA, ² BioMath.
Wilhelm R, Beißner L, Schmidt K, Schmidtke J & Schiemann J (2004):Monitoring of the cultivation of genetically modified plants - Use of farmers' questionnaires. Nachrichtenblatt des Deutschen Pflanzenschutzdienstes 56: 184-188.

Mitglied in Kommissionen & Arbeitsgruppen

1996-99: OECD-Expertengruppe zur Harmonisation of Regulatory Oversight in Biotechnology.
2000-03: Mitglied des Scientific Committee on Plants (SCP) und seit 2003 Mitglied des EFSA-GMO-Panel; z.Z. Mitglied der EFSA-Arbeitsgruppen GMO-Applications-Environment, GMO-Guidance for the assessment of genetically modified plants used as a production platform for non-food products. 2004-06 war er Mitglied der EFSA-Arbeitsgruppe zum Post-market Environmental Monitoring (PMEM), die sich u.a. mit der Entwicklung von Fragebögen zum Monitoring beschäftigte.
2000-04 war Schiemann im Wissenschaftlichen Beirat Biosicherheitsforschung und Monitoring des BMBFs. Z.Z. ist er Treuhänder des Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Ökologie (IME), das sich u.a. mit der Entwicklung von Pharma-gv-Pflanzen beschäftigt.

Mitglied in Forschungsprojekten

1999-2002: Koordinator Auskreuzung aus transgenem Mais und Quantifizierung der Auskreuzung (BMBF).
2001-04: Koordinator: Methodenentwicklung für das anbaubegleitende Monitoring (BMBF).
Seit 2003 aktiv in European Technology Platform Plants for the Future als Mitglied des Steering Committee, Co-Autor des Visionspapier und 2004: Co-Vorsitzender der Arbeitsgruppe Horizontal Issues.
2004-2007: Mitglied des Project Executive Committee des EU-Projekt SIGMEA.
Seit 2005: Beiratsmitglied von GMO-Compass.
2005-09: Mitglied des Management Boards und Executive Committee des EU-Projekt CO-EXTRA.
2006-09: Koordinator von BIOSAFENET in Zusammenarbeit mit ISBR.
2006-09 Partner und Arbeitspaketleiter im EU-PRRI-Projekt Science4BioReg.
Einer von vier 'Informationsknoten' des Projektes GMORESCOM.
Die Finanzierung eines Projektes von Schiemann, bei dem markerfreie gv-Pflanzen entwickelt wurden, wurde 2004 durch das BMVEL gestoppt, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Die Forschung wird 2005-08 durch Inge Broer (Uni Rostock) weitergeführt (2001-04, 2005-08).

Mitglied in / Teilnahme an Lobby-Organisationen

Seit 2004 ist Schiemann Präsident der International Society for Biosafety (ISBR) und Redaktionsmitglied von deren Zeitschrift Environmental Biosafety Research (EBR).
Er ist Mitglied des IOBC/WPRS und Ko-Autor von dessen Publikation zum Tiered Approach (2008).
1999 war Schiemann Gründungsmitglied von FINAB - Verein zur Förderung innovativer und nachhaltiger Agrobiotechnologie in Mecklenburg-Vorpommern“. Nachdem seine Mitgliedschaft 2005 öffentlich wurde und für politische Diskussionen sorgte, ist er inzwischen auf der Webseite des Vereins nicht mehr als Mitglied angegeben.
Schiemann ist Mitglied im WGG.
2004 trat er als Redner auf der ABIC2004 auf.

direkte & indirekte Beteiligung an Genehmigungsverfahren

Die BBA (bzw. JKI) ist stellungnehmende Behörde bei der Zulassung von GVOs und sie berät das BMELV in Fragen der Biologischen Sicherheit von GVO. Als Leiter der BBA-Arbeitsgruppe Anbaubegleitendes Monitoring wirkt Schiemann maßgeblich an der Ausgestaltung von Kriterien für Monitoringpläne mit, bzw. hat mit Mitgliedern dieser Arbeitsgruppe (v.a. mit Kerstin Schmidt, BioMath) an dem Entwurf eines Fragebogens zum Monitoring gearbeitet.
Als Mitglied des EFSA-GMO-Panels, beurteilt er auf EU-Ebene gv-Pflanzen, sowie die Einwände von Mitgliedstaaten. Schiemann ist aber auch als Entwickler von gv-Pflanzen, bzw. war als Mitglied des Vereins FINAB (der GVOs freisetzt und ein S1-Labor betreibt) selbst ein möglicher Antragsteller für Freisetzungsgenehmigungen.

Weiteres & Zitate

„Nach bisher vorliegenden Daten gingen von den transgenen Pflanzen, die in den letzten fünfzehn Jahren in zehntausenden Freilandversuchen getestet und in den letzten Jahren auf 175 Mio ha kommerziel angebaut wurden, keine Gefahren für die Umwelt oder die Gesundheit des Menschen aus.“ (Akademie-Journal 1/2002, S.39).
„Die Ausbreitung eines Transgens per se ist kein negativer Effekt. Die Sicherheit der eingeführten Gene wurde doch im Zulassungsverfahren sehr intensiv geprüft.“ (FAZ 30.4.06)
„Koexistenz von GVO-, konventionellem und Ökoanbau sowie -vermarktung ist möglich und notwendig“ (Vortrag 2002)

Patente

1996 meldete Schiemann als Erfinder und Eigentümer das Patent WO 98016824 auf genmanipulierte Pflanzen mit fluoreszierenden Proteinen an. Ziel dieser gentechnischen Veränderung ist eine leichtere Identifizierung von gv-Pflanzen im Freiland. Das Patent wurde angemeldet nachdem Schiemann bereits 5 Jahre lang (seit 1991) am der BBA beschäftigt war. Seit dem Jahr 2000 gilt der Patentantrag als zurückgezogen.