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Klaus-Dieter Jany

Stand: Dezember 2009 (letzte Ergänzungen im Juni 2010)

Studium & wissenschaftliche Arbeit

Biologiestudium. 1972: Promotion zu Genetik von magenlosen Fischen. 1980: Habilitation zur Genetik von Hornissen. 1974-86 v.a. Veröffentlichungen zur Genetik von magenlosen Fischen, Insekten und Baktieren. seit 1982 außerplanmässiger Professor an der Uni Stuttgart. 1986-89: Zusammenarbeit mit Hans Günter Gassen an der TU Darmstadt, Institut für Biochemie zur Identifizierung von Genen. Wechselnde Lehraufträge an den Unis Darmstadt und Karlsruhe.

aktuelle Position

Jany ist mittlerweile (Juni 2010) Ehrenvorsitzender des Wissenschaftlerkreises Grüne Gentechnik WGG, wie aus einer Meldung der Arbeitsgemeinschaft Innovativer Landwirte im Biotech-Lobbyverband Innoplanta hervorgeht.
Von 1989 bis 2008 war Jany an der Bundesforschungsanstalt für Ernährung (BFE) in Karlsruhe beschäftigt, seit 1992 als Leiter des Molekularbiologischen Zentrums (MBZ). Durch Umstrukturierungen wurde das BFE 2004 in BfEL umbenannt, seit 2008 ist es Teil des Max Rubner-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel (MRI). Janys Aufgabenbereich ist seit 1996 die Bewertung von Lebensmitteln aus gv-Pflanzen und von Enzymen aus GVOs für die Lebensmittelherstellung sowie Entwicklung von Nachweismethoden.
Das MRI ist eine Bundesoberbehörde des BMELV, und durch die Umstrukturierungen liegt die Bewertung von gv-Lebensmitteln nun beim Institut für Mikrobiologie und Biotechnologie in Kiel, unter Leitung von Prof. Knut Heller. Jany ist im Juni 2008 beim MRI pensioniert worden, ist aber immer noch im Bereich von Lebensmittelforschung aktiv.
Jany gibt auf der Webseite des WGG an, dass er Vizepräsident für Forschung und Lehre der Wadi-International-University, Syrien sei - mangels englischsprachiger Texte auf der Interseite der Universität, kann das aber nur eingeschränkt nachvollzogen werden.

wissenschaftliche Publikationen (Auswahl)

Jany veröffentlichte zwar wissenschaftliche Artikel zur Genetik von Insekten und anderen Tieren, und in den letzten Jahren auch zahllose eher popular-wissenschaftliche Artikel und Stellungnahmen auf der WGG-Webseite, aber mit Ausnahme einer Reihe von drei Artikeln in 2006 gibt es von ihm keine wissenschaftlichen Artikel zu Gentechnik-Themen. In diesen Artikeln erscheint er als Ko-Autor von mehreren Wissenschaftlern von Monsanto, USA; der Erstautor war Doktorand im MBZ bei Jany:
Rübelt MC*, Leimgruber NK*, Lipp M*, Reynolds TL*, Nemeth MA*, Astwood JD*, Engel KH & Jany KD (2006): Application of two-dimensional gel-electrophosis to interrogate alternations in the proteome of genetically modified crop. Journal of Agricultural and Food Chemistry 54, 2154-61. *Product Safety Center, Monsanto Company, USA

Mitglied in Kommissionen & Arbeitsgruppen

Jany ist Mitglied verschiedener nationaler und internationale Organisationen und (Bei)Räte (u.a. OECD, WHO). Er ist Mitautor des Memorandumentwurfs der Akademien der Wissenschaften.
Seit 2009 ist Jany Vorsitzender des Food contact materials, enzymes, flavourings and processing aids (CFE)-Panels der EFSA

Mitglied in Forschungsprojekten

Gutachter u.a. für die EU, die DFG, das BMBF und das BMWi.

Mitglied in/Teilnahme an Lobby-Organisationen

Seit etwa 1992 veröffentlicht Jany von zahllosen positiven Artikeln über Gentechnik, z.T. als WGG-Vorsitzendem und/oder mit Hinweis auf das BfEL ohne das diese vollständig in den jährlichen Publikationslisten des BfEL aufgeführt sind. Jany hat an an der Ausstellung Gen-Welten-Ernährung der Nestle-Stiftung Alimentarium mitgearbeitet, er ist Autor von Broschüren des BLL., und Stellungnahmen von ihm sind in vielen Zeitungsbeilgern der Gentechnikindustrie und der PR-Agentur Shandwick zu finden. (z.B. in Unicum 16(12) 1998)
1997 stellte er mit Gabriele Sachse (BioAlliance) den Stand der Forschung anlässlich von Monsantos Import von gv-Soja zusammen. Auf der Webseite Information Sojabohne von Monsanto, dem BLL und dem Verband Deutscher Ölmühlen, ist er ebenso wie Sachse und Ammann mit einer Stellungnahme vertreten, in der er die (inzwischen gültige) verfahrenssspezifische Kennzeichnung von GVOs ablehnt.
1998 war Jany einer der Mitbegründer des Wissenschaftlerkreis Günen Gentechnik (WGG), dessen Vorsitzender er seit 2000 ist. Auf der Webseite des WGG publiziert er zahlreiche Papiere und Stellungnahmen. 2003/4 und 2007:initierte er für den WGG zwei Offene Briefe (2003, 2007) an Bundesregierung und Bundestag zu Änderungen des Gentechnikgesetzes.
Jany ist Beiratsmitglied von Innoplanta, und tritt bei Innoplanta-Veranstaltungen z.T. als Angestellter des BfEL< auf, ohne dass dies in BfEL-Tätigkeitsberichten erwähnt würde. 2006 übernahm er als Leiter des MBZ der BfEL eine Patenschaft für einen MON810-Bauern in der Arbeitsgemeinschaft Innovativer Landwirte im Innoplanta (AGIL).
2005 veröffentlichte Jany zusammen mit fünf weiteren Wissenschaftlern eine einseitige Zusammenfassung zum derzeitigen Stand in Bezug auf Futtermittel aus gentechnisch veränderten Pflanzen und der darauf basierten Milcherzeugung um zu belegen (pdf).

direkte & indirekte Beteiligung an Genehmigungsverfahren

Jany ist beim MBZ zuständig für die Bewertung von Lebensmitteln und Zusatzstoffen aus GVO, sowie für die Entwicklung von Bewertungskriterien und Nachweismethoden.

Patente

1989 wird Jany zusammen mit Gassen und anderen als Mit-Erfinder eines Patent auf genmanipulierte Mikroorganismen (EP 388593) angegeben, das 1996 auch erteilt wurde. Patentinhaberin ist die Firma Röhm (Degussa), die mittlerweile zum Konzern evonik gehört.

Zitate

Nach unseren Recherchen (Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel (BfEL) und Wissenschaftlerkreis Grüne Gentechnik e.V. (WGG)... - einer Antwort von Jany in einer Anhörung des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, 12.1.2008, in der Jany als Einzelsachverständiger auftrat.

Webseiten

www.wgg-ev.de

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Jany EP0388593 B1.pdf1.75 MB
unicum_1998.pdf1.93 MB