Meldungen der Woche
31. August 2010
Alexander Schwerin
Genetischer Fingerabdruck im Biologie-Unterricht. Ganz nach dem Motto „Früh übt sich“ sollen SchülerInnen jetzt ihre DNA selber analysieren. In der Didaktik der Biowissenschaften an der Frankfurter Universität wurde hierfür ein Experimentierkoffer für den Schulunterricht entwickelt, der das notwendige enthält. Die SchülerInnen erfahren, wie sie DNA aus Zellen der Mundschleimhaut isolieren, DNA-Fragmente mithilfe der Gelelektrophorese trennen und wie ein genetischer Fingerabdruck nachgewiesen wird. Diese praktische Veralltäglichung der DNA-Datenerfassung hat unter anderem die Firma Merck unterstützt. Doch wo bleibt die Ethik?
20. August 2010
Alexander Schwerin
Die Änderung der „Mutterschaftsrichtlinien“ wird zur Zeit bereits vom Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen vorbereitet. „Das gesamte Ultraschallscreening, wie es die Richtlinien vorsehen, ist derzeit in der Beratung“, sagt Kristine Reis-Steinert vom Bundesausschuss. „Am Ende des Jahres soll eine neue Fassung stehen.“ Das heißt konkret, dass auch das deutsche Mehrstufenmodell in Frage steht. Danach ist eine Überweisung in ein Pränatalzentrum nur bei einer bestimmten Indikation möglich - wenn der Gynäkologe oder die Gynäkologin zum Beispiel irgend eine "Auffälligkeit" erkannt hat. Sie einigten sich schließlich auf die Empfehlung, dass niedergelassene Ärzte zukünftig nur Basis-Ultraschallkontrollen durchführen sollten.
Der Vorschlag ist jetzt, dass alle schwangere Frauen, wenn sie wünschen, einen Pränatalmediziner konsultieren können. Den Vorschlag unterstützen viele Ärzte. „Jede Schwangere sollte das Recht haben, um die zwanzigste Woche zu einem Spezialisten für Pränataldiagnostik überwiesen zu werden – unabhängig vom Alter der Frau oder davon, ob bisher eine Komplikation festgestellt wurde“, sagt etwa Frank Louwen, Leiter der Geburtshilfe und Pränatalmedizin am Uniklinikum Frankfurt.
Wer die die Praxis der Vorsorgeuntersuchungen in gynäkologischen Praxen kennt, dürfte alarmiert sein. Denn all zu schnell willigen die künftigen Eltern in Untersuchungen ein, deren Bedeutung ihnen nicht richtig erklärt wurde. Die Eltern wollen einfach "alles" tun. Es geht doch um die "Gesundheit" des Kindes, heißt es. An dieser Dynamik hat das Gendiagnostikgesetz, dass eine Beratung einfordert, nichts geändert. Es soll alles "abgecheckt" werden, heißt es, insbesondere das Herz. Wer will das nicht. Die Eltern verstehen oftmals erst zu spät, in welches Entscheidungsdilemma sie hineinschlittern: dass es dann nicht um Therapieoptionen geht, sondern um Abtreibung des Fötus, weil irgend etwas nicht stimmt.
(Siehe auch dazu den Bericht in der Faz vom 18.08.2010: "Auf Herz und Nieren geprüft. Soll man gezielt nach Fehlbildungen des Fötus suchen, um Spätabbrüche zu vermeiden? Ärzte und Gutachter arbeiten am Umbau der Schwangerenvorsorge" von Christina Hucklenbroich.)
Die eugenische Logik der Qualitätssicherung. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Köln hat ein Gutachten zur Pränataldiagnostik vorgelegt. Kernaussage: Wenn Schwangere die regulären Ultraschalluntersuchungen beim niedergelassenen Frauenarzt wahrnehmen, wird „nur“ ein Drittel aller „Fehlbildungen“ erkannt, in High-tech-Pränatalzentren dagegen 90%. Schon werden Stimmen laut, alle Schwangere müssten in den Genuss der High-tech-Diagnostik kommen. Die Dynamik der „Qualitätssicherung“ heißt also Ausbau und Normalisierung der Eugenik. Die Änderung der „Mutterschaftsrichtlinien“ (mehr...)
Die Änderung der „Mutterschaftsrichtlinien“ wird zur Zeit bereits vom Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen vorbereitet. „Das gesamte Ultraschallscreening, wie es die Richtlinien vorsehen, ist derzeit in der Beratung“, sagt Kristine Reis-Steinert vom Bundesausschuss. „Am Ende des Jahres soll eine neue Fassung stehen.“ Das heißt konkret, dass auch das deutsche Mehrstufenmodell in Frage steht. Danach ist eine Überweisung in ein Pränatalzentrum nur bei einer bestimmten Indikation möglich - wenn der Gynäkologe oder die Gynäkologin zum Beispiel irgend eine "Auffälligkeit" erkannt hat. Sie einigten sich schließlich auf die Empfehlung, dass niedergelassene Ärzte zukünftig nur Basis-Ultraschallkontrollen durchführen sollten.
Der Vorschlag ist jetzt, dass alle schwangere Frauen, wenn sie wünschen, einen Pränatalmediziner konsultieren können. Den Vorschlag unterstützen viele Ärzte. „Jede Schwangere sollte das Recht haben, um die zwanzigste Woche zu einem Spezialisten für Pränataldiagnostik überwiesen zu werden – unabhängig vom Alter der Frau oder davon, ob bisher eine Komplikation festgestellt wurde“, sagt etwa Frank Louwen, Leiter der Geburtshilfe und Pränatalmedizin am Uniklinikum Frankfurt.
Wer die die Praxis der Vorsorgeuntersuchungen in gynäkologischen Praxen kennt, dürfte alarmiert sein. Denn all zu schnell willigen die künftigen Eltern in Untersuchungen ein, deren Bedeutung ihnen nicht richtig erklärt wurde. Die Eltern wollen einfach "alles" tun. Es geht doch um die "Gesundheit" des Kindes, heißt es. An dieser Dynamik hat das Gendiagnostikgesetz, dass eine Beratung einfordert, nichts geändert. Es soll alles "abgecheckt" werden, heißt es, insbesondere das Herz. Wer will das nicht. Die Eltern verstehen oftmals erst zu spät, in welches Entscheidungsdilemma sie hineinschlittern: dass es dann nicht um Therapieoptionen geht, sondern um Abtreibung des Fötus, weil irgend etwas nicht stimmt.
(Siehe auch dazu den Bericht in der Faz vom 18.08.2010: "Auf Herz und Nieren geprüft. Soll man gezielt nach Fehlbildungen des Fötus suchen, um Spätabbrüche zu vermeiden? Ärzte und Gutachter arbeiten am Umbau der Schwangerenvorsorge" von Christina Hucklenbroich.)
9. August 2010
Alexander Schwerin
Wir danken für die Anregung zu dieser Satire:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-710745,00.html
08.08.10
Bayern gegen Berlin Aigner gerät zwischen die Gentechnik-Fronten Agrarministerin Ilse Aigner steckt nach SPIEGEL-Informationen in der Klemme: Parteichef Seehofer möchte Bayern per Gesetz zur genfreien Zone erklären. Doch die Kanzlerin übt Druck von der anderen Seite aus, Merkel setzt auf grüne Gentechnik. Jetzt will Aigner das Gesetz reformieren. Hamburg - Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) will auf Druck ihrer Partei im Herbst das Gesetz zur Gentechnik reformieren. Dazu hatten sie nach Informationen des SPIEGEL Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Umweltminister Markus Söder, beide CSU, in den vergangenen Wochen gedrängt. Hintergrund ist eine Initiative der EU-Kommission in Brüssel, die die Befugnis über die Gentechnik wieder in die Hand der Mitgliedsländer legen möchte. Die Novellierung des Gesetzes müsse "vor der nächsten Aussaat im Frühjahr passieren", sagte Söder dem SPIEGEL. Union und FDP hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, dass künftig statt des Bundes die Länder festlegen dürfen, wie groß der Sicherheitsabstand zwischen Feldern mit Gentech-Pflanzen und solchen mit herkömmlichen Sorten sein muss. Mit der Festlegung möglichst großer Abstände hofft die CSU, den Genpflanzen-Anbau auf Bayerns relativ kleinen Feldern unterbinden zu können. Zugleich gerät Aigner unter Druck durch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Regierungschefin befürwortet die grüne Gentechnik und möchte, dass Brüssel weiterhin verbindlich für alle 27 EU-Mitgliedstaaten entscheidet, welche Gentech-Pflanzen angebaut werden dürfen und welche nicht. Im Herbst will die EU darüber beraten. Aigner wollte sich nicht dazu äußern.
Im Sommertheater. Gezeigt wird: „Gentechnikanbau auf den Äckern oder nicht?“, heute: Folge 15: „Ränkeschmiede im Sommerloch“. In den Hauptrollen: DIE EU, Ilse (Ilse Aigner), Populismus-Horst (Horst Seehofer), Gentechnik-Angela (Angela Merkel), Umwelt-Söder (Markus Söder). Plot: Nach der Ankündigung von DIE EU, die Einzelstaaten über den Gentechnikanbau entscheiden zu lassen, will Populismus-Horst seine Beliebtheit mit einem Gentechnikverbot aufpolieren und schickt Umwelt-Söder vor. Gentechnik-Angela will aber 1 Entscheidung von DER EU. Schöner Mist, denkt Ilse, ich sitz zwischen den Stühlen. (Wie Ilse den Spagat macht, lesen Sie in Folge 16.)
Wir danken für die Anregung zu dieser Satire:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-710745,00.html
08.08.10
Bayern gegen Berlin Aigner gerät zwischen die Gentechnik-Fronten Agrarministerin Ilse Aigner steckt nach SPIEGEL-Informationen in der Klemme: Parteichef Seehofer möchte Bayern per Gesetz zur genfreien Zone erklären. Doch die Kanzlerin übt Druck von der anderen Seite aus, Merkel setzt auf grüne Gentechnik. Jetzt will Aigner das Gesetz reformieren. Hamburg - Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) will auf Druck ihrer Partei im Herbst das Gesetz zur Gentechnik reformieren. Dazu hatten sie nach Informationen des SPIEGEL Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und Umweltminister Markus Söder, beide CSU, in den vergangenen Wochen gedrängt. Hintergrund ist eine Initiative der EU-Kommission in Brüssel, die die Befugnis über die Gentechnik wieder in die Hand der Mitgliedsländer legen möchte. Die Novellierung des Gesetzes müsse "vor der nächsten Aussaat im Frühjahr passieren", sagte Söder dem SPIEGEL. Union und FDP hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, dass künftig statt des Bundes die Länder festlegen dürfen, wie groß der Sicherheitsabstand zwischen Feldern mit Gentech-Pflanzen und solchen mit herkömmlichen Sorten sein muss. Mit der Festlegung möglichst großer Abstände hofft die CSU, den Genpflanzen-Anbau auf Bayerns relativ kleinen Feldern unterbinden zu können. Zugleich gerät Aigner unter Druck durch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Die Regierungschefin befürwortet die grüne Gentechnik und möchte, dass Brüssel weiterhin verbindlich für alle 27 EU-Mitgliedstaaten entscheidet, welche Gentech-Pflanzen angebaut werden dürfen und welche nicht. Im Herbst will die EU darüber beraten. Aigner wollte sich nicht dazu äußern.
28. Juli 2010
Christof Potthof
Zu früh freute sich Pioneer: Der Saatgutkonzern bestreitet seit Wochen, dass es gentechnische Kontaminationen mit der Pioneer-Linie NK603 in konventionellem Mais-Saatgut gab. Nun hat ein Bauer in Hessen seinen Acker, der im Verdacht stand eben jenem Saatgut ein neues Zuhause geworden zu sein, mit dem Spritzmittel Glyphosat behandelt. Einige Pflanzen blieben stehen und wurden von der Gentechnik-Abteilung des Regierungspräsidiums Gießen untersucht. Damit ist jetzt klar: Konventionelle Pioneer-Sorten sind kontaminiert mit gentechnisch veränderten Sorten der Linie NK603 von Pioneer.
21. Juli 2010
Alexander Schwerin
Ausbalanciert. Die EU-Kommission will den Mitgliedsstaaten die Freiheit gewähren, über den Anbau gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in ihrem Hoheitsgebiet selbst zu entscheiden. Der Schritt solle den BürgerInnen zeigen, dass ihre Bedenken gegen GVOs berücksichtigt werden. De facto ist damit ein EU-weites Verbot vom Tisch. Was als Zurückgewinn von Entscheidungsmacht verkauft wird, ist letztlich die Kapitulation vor den Unternehmen. Diese können nun die Genehmigung einzelner Anbaugebieten beschleunigen. Die Folgen des Anbaus machen jedoch vor den Staatsgrenzen nicht halt. Aktion „Gentechnikfreies Europa 2010“: ...
Unter dem Motto „Gentechnikfreies Europa 2010“ findet vom 12.-18. September in Brüssel und Gent die 6. Konferenz der Gentechnikfreien Regionen in Europa statt.
Quelle: PM EU-Kommission, 13.7.10, europa.eu/rapid/, IP/10/921_DE
Quelle: PM EU-Kommission, 13.7.10, europa.eu/rapid/, IP/10/921_DE
22. Juni 2010
The
Vom Feinsten...?
Gleich sieben unterschiedliche gentechnisch veränderte Maissorten hat das Umweltinstitut München in einem Produkt mit dem Namen "Pancake Mix" gefunden. Dieses bei "Feinkost Käfer" erhältliche Produkt des US-amerikanischen Herstellers Stonewall war nicht als "gentechnisch verändert" gekennzeichnet - und dies bei einem gv-Mais-Anteil von 99 Prozent. "Das ist schon ungewöhnlich dreist", so Anja Sobcak vom Umweltinstitut München. "Der Hersteller hat sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, den Gen-Mais konventionellem Mais unterzumischen."
Quelle: PM Umweltinstitut München, 11.06.10
9. Juni 2010
Christof Potthof
Dreck. In Deutschland ist der Anbau von gentechnisch verändertem Mais seit 2009 verboten. Ungeachtet dessen ist auf einer Fläche von 3.000 Fußballfeldern gentechnisch verunreinigtes Maissaatgut auf Felder ausgebracht worden. Die Sache sollte klar sein: Der Verursacher ist in letzter Instanz die Firma Pioneer, also muss Pioneer haften! Stattdessen wird lauthals argumentiert, dass eine Verunreinigung von konventionellem Saatgut mit gentechnisch verändertem Material unvermeidlich ist und deshalb auch hierzulande legalisiert werden müsse. Es fällt nicht schwer, hinter dieser Forderung die Taktik der Industrie zu erkennen, denn...
... die Rufe nach Liberalisierung werden mit der Unvermeidbarkeit der Verunreinigung von nicht-gentechnischen Saatgut begründet. Diese Begründung stellt aber die Verhältnisse auf den Kopf. Die GentechnikkritikerInnen haben immer schon gewarnt, dass die sogenannte Koexistenz - das Nebeneinander von gentechnisch veränderten und nicht gentechnisch veränderten Anbauformen - eine Illusion ist. Kontaminationen sind kaum zu vermeiden.
Es macht darüber hinaus stutzig, dass immer wieder gerade Saatgutpartien betroffen sind. Im vorliegenden Fall sollen Freisetzungsversuche in Ungarn (wo Maissaatgut vermehrt wird) die Ursache sein. Der Verdacht liegt nahe, dass System dahinter steckt. Die Saatgutindustrie macht keinen Hehl daraus, dass ihr die bisherige Regelung - jede Verunreinigung führt dazu, dass eine Lieferung nicht mehr auf die Felder darf - ein Dorn im Auge ist. Kleine Kontaminationen kommen ihr da gelegen; denn sie erhöhen den Druck auf die Politik, die Regelungen zu lockern.
Es bleibt zu hoffen, dass die deutschen Gerichte dieses Spiel nicht mitmachen und die Firmen für ihre Kontaminationen in die Pflicht nehmen. Es lohnt ein Blick über den Atlantik. Der Bayer-Konzern hat in den USA ein Verfahren nach dem anderen verloren und sieht sich zur Zeit mit einer dreistelligen Schadensersatzforderung konfrontiert.
Es macht darüber hinaus stutzig, dass immer wieder gerade Saatgutpartien betroffen sind. Im vorliegenden Fall sollen Freisetzungsversuche in Ungarn (wo Maissaatgut vermehrt wird) die Ursache sein. Der Verdacht liegt nahe, dass System dahinter steckt. Die Saatgutindustrie macht keinen Hehl daraus, dass ihr die bisherige Regelung - jede Verunreinigung führt dazu, dass eine Lieferung nicht mehr auf die Felder darf - ein Dorn im Auge ist. Kleine Kontaminationen kommen ihr da gelegen; denn sie erhöhen den Druck auf die Politik, die Regelungen zu lockern.
Es bleibt zu hoffen, dass die deutschen Gerichte dieses Spiel nicht mitmachen und die Firmen für ihre Kontaminationen in die Pflicht nehmen. Es lohnt ein Blick über den Atlantik. Der Bayer-Konzern hat in den USA ein Verfahren nach dem anderen verloren und sieht sich zur Zeit mit einer dreistelligen Schadensersatzforderung konfrontiert.
31. Mai 2010
Alexander Schwerin
Der Riese Monsanto mit Blessuren. Der amerikanische Agrar- und Biotechnikkonzern Monsanto kämpft in seinem Pflanzenschutzgeschäft zunehmend mit Schwierigkeiten. Grund dafür ist, dass Monsantos Zugpferd, das Unkrautvernichtungsmittels „Roundup“, Konkurrenz von Nachahmerprodukten bekommt. Damit wankt das Geschäftsmodell von Monsanto. Das bestand darin, die BäuerInnen in doppelter Abhängigkeit zu halten und ihnen Saatgut und Pestizide zu überhöhten Preisen in einem Paket zu verkaufen. Es wäre aber eine Illusion anzunehmen, dass die Marktkonkurrenz die BäuerInnen wirklich aus der Umklammerung der Agrarindustrie befreit.
Monsanto sieht sich außerdem mit dem von KritikerInnen schon lange vorausgesagten Umstand konfrontiert, dass die Pflanzen Resistenzen gegen "Roundup" entwickeln. Damit fällt auch der Mythos des Allround-Herbizids "Roundup".
Gut ist sicher, dass jetzt die Preise für das Herbizid Roundup fallen. Ob das für die Bauern und Bäuerinnen gut ist, ist zu bezweifeln. Der Einsatz der Herbizide wird durch den Preissturz nicht gesünder. Die Konkurrenz von Monsanto kommt zur Zeit meistens aus China. Und es ist nicht zu erwarten, dass die Geschäftsmodelle chinesischer Firmen fairer sein werden als die von Monsanto. Es ist also zu erwarten, dass die Agrarindustrie versuchen wird, die Bauern und Bäuerinnen weltweit weiterhin an der kurzen Leine zu führen. Entweder mit der Kombimethode, die Monsanto eingeführt hat, oder mit klassischen Methoden.
Gegen die "Monsantosierung" haben erst kürzlich verschiedene agrarkritische Verbände protestiert.
(siehe auch FAZ vom 29.5.2010, Seite 18)
Gut ist sicher, dass jetzt die Preise für das Herbizid Roundup fallen. Ob das für die Bauern und Bäuerinnen gut ist, ist zu bezweifeln. Der Einsatz der Herbizide wird durch den Preissturz nicht gesünder. Die Konkurrenz von Monsanto kommt zur Zeit meistens aus China. Und es ist nicht zu erwarten, dass die Geschäftsmodelle chinesischer Firmen fairer sein werden als die von Monsanto. Es ist also zu erwarten, dass die Agrarindustrie versuchen wird, die Bauern und Bäuerinnen weltweit weiterhin an der kurzen Leine zu führen. Entweder mit der Kombimethode, die Monsanto eingeführt hat, oder mit klassischen Methoden.
Gegen die "Monsantosierung" haben erst kürzlich verschiedene agrarkritische Verbände protestiert.
(siehe auch FAZ vom 29.5.2010, Seite 18)
20. Mai 2010
Susanne Schultz
Quelle: NYTimes, 12.05.10
Gen-Zukunft im Drugstore. Die US-Firma Pathway Genomics will einen Gentest in der Drogeriekette Walgreens vermarkten. 200 Euro soll es kosten, den Speichel einzuschicken und dafür eine lange Liste persönlicher Krankheitsrisiken zurückbekommen - von Diabetes über Krebs bis Alzheimer. „Verbessere Deine Zukunft“ oder „Wissen bringt Seelenfrieden“, so die Slogans der Firma. Zunächst hat allerdings noch die US-Medikamentenbehörde Testbedarf angemeldet. Zur Debatte steht unter anderem: Sind die Tests ein Infodienst oder medizinische Diagnostik? Wir würden eher sagen: genetische Wahrsagerei – aber deswegen nicht weniger riskant…
Quelle: NYTimes, 12.05.10
12. Mai 2010
Alexander Schwerin
Quelle: FAZ, 5.5.2010, S. 12: Starker Jahresauftakt für Qiagen
"Das Biotechnologieunternehmen hat in allen Marktsegmenten und Regionen in den ersten Monaten zugelegt. Trotzdem hebt der Vorstand die Prognose für 2010 vorerst nicht an. Doch auch im vergangenen Jahr war das Unternehmen zunächst vorsichtig. Erst nach dem zweiten und dem dritten Quartal erhöhte es seine Jahresziele. (...)"
Aus der Welt des Geldes. Qiagen heißt der Börsenprimus der Biotechbranche und spielt mittlerweile in einer Liga mit Merck. Was ist der Schlüssel zum Erfolg? Qiagen stellt Gendiagnostik-Kits her. Im Angebot ist der DNA-Nachweis von Krankheiten wie Aids, Influenza, Schweinegrippe, Vogelgrippe, vom HP-Virus (Gebärmutterhalskrebs) und Tests von Krebs. Die molekulare Diagnostik boomt und die genetische Klassifikation von Krankheiten. Nicht alles sind neue Tests, sondern ersetzen nur alte. Und von therapeutischen Erfolgen der Biotech-Industrie war mal die Rede...
Quelle: FAZ, 5.5.2010, S. 12: Starker Jahresauftakt für Qiagen
"Das Biotechnologieunternehmen hat in allen Marktsegmenten und Regionen in den ersten Monaten zugelegt. Trotzdem hebt der Vorstand die Prognose für 2010 vorerst nicht an. Doch auch im vergangenen Jahr war das Unternehmen zunächst vorsichtig. Erst nach dem zweiten und dem dritten Quartal erhöhte es seine Jahresziele. (...)"
27. April 2010
The
Wer hat das Schweinefleisch erfunden? Möglicherweise Monsanto. Der Konzern jedenfalls geht davon aus, dass Fleisch- und Wurstprodukte aus Schweinen, die mit hauseigener gentechnisch veränderter Soja gefüttert worden sind, eine exklusive Erfindung Monsantos sind. Denn eine solche Kost habe eine erhöhte Konzentration von ungesättigten Fettsäuren zur Folge. Monsanto hat im letzten Jahr tatsächlich eine entsprechende Patentanmeldung bei der Weltpatentbehörde in Genf eingereicht. Bei der derzeitigen Verbreitung von gv-Soja steht nun zu befürchten, dass Monsanto noch weitere Erfindungen erfinden könnte...
16. April 2010
Christoph Schulz
Mythos und Wahrheit. Zum einjährigen Jubiläum würdigen wir hier den Artikel „Mythos und Wahrheit“ in „Welt Online“ - ein wahres Highlight der Propagandaküche. Der Autor versucht darin, mit den „Halbwahrheiten und Falschbehauptungen“ der Anti-Gentechnik-Aktivisten aufzuräumen: so etwa, dass Monsanto nach der Weltherrschaft greift. (Rückfrage: Wer hat das behauptet?) Mit der Genommedizin befasst sich Michael Miersch erst gar nicht: Die sei ohnehin willkommen geheißen worden, „weil jeder Kranke selbst die Vorzüge spüren konnte“. (Das ist wirklich mal eine neue Information! Danke WELT online!)
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