Jump to Navigation

Mensch & Medizin

Mensch & Medizin

Kaum ist die erste Entrüstungswelle über den südkoreanischen "Klonskandal" verklungen, melden deutsche Forscher und Politker wieder Forderungen nach einer Ausweitung der embryonalen Stammzellforschung hierzulande an. Die deutsche Stichtagsregelung sei "überholungsbedürftig", erklärte unlängst Ernst-Ludwig Winnacker, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG.
Sie planen eine Unterrichtseinheit zu Themen der Bioethik wie Gentests, vorgeburtliche Diagnostik, Organtransplantation, Eugenik, Sterbehilfe?
Gerne unterstützen wir Ihre Vorbereitungen mit unserer kostenlosen Unterrichtsmappe "Lebensfragen. Kontroversen zur Bioethik".
Das Gen-ethische Netzwerk hat gemeinsam mit Aktion Mensch Materialien für den Unterricht erstellt.
Am 24. Juli 2007 meldete die zentrale Aufsichtsbehörde für Medikamentenstudien in den USA, die FDA, einen fatalen Zwischenfall.
Stellungnahme des GeN zu dem Referentenentwurf eines Gesetzes über genetische Untersuchungen beim Menschen (Gendiagnostikgesetz-GenDG) anlässlich der Anhörung im Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Bonn am 30. Juli 2008.
"Genetische Diskriminierung ist in ihrer Wertigkeit mit anderen Formen von Benachteiligung gleichzusetzen. Wir betrachten ein Gendiagnostikgesetz somit nur als ersten Schritt auf dem Weg zu umfassenderen Regelungen gegen Diskriminierung aufgrund medizinischer oder prädiktiver medizinischer Informationen."
Ende August 2008 hat das Bundeskabinett einem Entwurf für ein Gendiagnostikgesetz zugestimmt, das nun seinen parlamentarischen Weg geht. Das Gen-ethische Netzwerk ruft zum Protest gegen den § 17, Absatz 8 auf, der Gentests bei Visa- und Passanträgen erstmals regelt und somit legalisiert. Wir finden: Eine Politik mit zweierlei Maß. Menschen ohne deutschen Pass erhalten hier nicht die Schutzrechte, wie sie das Gesetz für andere vorsieht. Verschicken Sie Protestbriefe an die Bundesgesundheitsministerin und/ oder den Gesundheitsausschuss des Bundestages!
Am 29. Februar und 1. März 2008 fand im Deutschen Hygiene-Museum in Dresden der Kongress "Da stimmt doch was nicht..." - Logik, Praxis und Folgen vorgeburtlicher Diagnostik statt. Das Gen-ethische Netzwerk hatte dazu zusammen mit 14 anderen Gruppen und Verbänden eingeladen: zum Austausch über die unterschiedlichen Betroffenheiten, zum respektvollem Streit und kritischen Nachdenken darüber, was anders möglich ist. Nun ist die Kongressdokumentation erschienen und für eine Schutzgebühr von 5,- € über das GeN zu beziehen.
Mit den neuen Informationstechnologien entstehen äußerst vielfältige Möglichkeiten des Datengebrauchs in Medizin und Gesundheitssystemen. Ich möchte im folgenden einige Beziehungen der derzeitigen Forschungsansätze in der Medizin und der forschungs- und gesundheitspolitischen Diskurse und Zielsetzungen zur Einführung der Gesundheitskarte deutlich machen. Dabei geht es mir nicht nur darum, Ausmaß und Umfang der derzeit bereits stattfindenden Datenerhebungen in der Medizin und damit verbundene datenschutzrechtliche Gefahren zu beschreiben; auch die Frage, wie der medizinische Fortschritt aussieht, der mit dieser Forschung versprochen wird, soll hier nur gestreift werden. Ich möchte den Blick erweitern auf die biopolitischen Hinter- und Untergründe, die den Datenerhebungen und -verarbeitungen in Medizin und Gesundheitssystemen gemeinsam sind.
Am 21.1.2009 hat der Gesundheitsausschuss des Bundestags zu einer Anhörung zum Gendiagnostik (GenDG)-Gesetzentwurf geladen. Die spezielle Kritik des Gen-ethischen Netzwerks richtet sich gegen die migrationspolitischen Implikationen von Paragraf 17 (8) des GenDG-Entwurfs.
Wovon Freunde der inneren Sicherheit hierzulande noch träumen, ist in Großbritannien längst Realität: Die mittlerweile über 2,1 Millionen Datensätze und Proben der Police National DNA Database (NDNAD) sind fest in den Händen der Polizei. Die vorerst letzten gesetzlichen Ausweitungen im April 2004 riefen die Bürgerrechtsorganisation GeneWatch UK auf den Plan. Fazit ihres im Januar veröffentlichten Berichtes zur DNA-Analyse im britischen Justizsystem: So darf es nicht weiter gehen.
Neben anderen pharmazeutischen Proteinen sollen in Zukunft direkt konsumierbare Impfstoffe in transgenen Pflanzen produziert werden. Wissenschaftler entwickeln Antigene gegen Krankheiten wie Hepatitis B oder Cholera. Doch das System stößt an seine technischen Grenzen und die Forschung wendet sich bereits von direkt konsumierbaren Pflanzen-Impfstoffen ab.