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Mensch & Medizin

Mensch & Medizin

(Köln, 26. Mai 2015)  Wir protestieren gegen die weltweite Vermarktungsoffensive von Bayer HealthCare mit dem Hormonimplantat Jadelle! Gemeinsam fordern wir einen Stopp der Vermarktung von Jadelle im Rahmen bevölkerungspolitischer Programme. Mehrere Organisationen werden auf der Aktionärs-Hauptversammlung von Bayer am 27. Mai präsent sein und in ihren Redebeiträgen häufige Nebenwirkungen und eine Unterordnung reproduktiver Gesundheitsbelange unter bevölkerungspolitische Ziele kritisieren.

(Berlin, 28. April 2015) Der neue Gen-ethische Informationsdienst (GID) ist da, und hier geht es - wie derzeit auch in der öffentlichen Debatte - um die Verwendung von und den Zugang zu Daten. Anlass ist der Start des Großforschungsprojektes „Nationale Kohorte“, in dem 200.000 Menschen mindestens 20 Jahre lang beobachtet werden sollen. 

Für fast alle Intersex-Variationen werden Gentests angeboten. Sie eröffnen neue Wege der Medikalisierung - und der vorgeburtlichen Selektion.

Der alte Traum von der Erzeugung „neuen Lebens“ und der Kontrolle über die Prozesse von Leben und Tod prägt auch die Synthetische Biologie - ihre technologische Entwicklung, ihr Modell des „Lebens“ und die damit verbundene Rhetorik.

(Berlin, 24. Februar 2015) Das GeN hat den Verband der privaten Krankenversicherungen zu einer offensiven Informationspolitik bezüglich Gentest-Ergebnissen aufgefordert. Der Zusammenschluss soll nicht nur das GenDG auf seinen Internetseiten verlinken. Seine Mitgliedsunternehmen müssen auch umgehend einen eindeutigen Hinweis in ihre Antragsunterlagen aufnehmen, dass Gentests nicht zu den Untersuchungen gehören, nach denen gefragt wird und darüber keine Auskunft erteilt werden muss.

Die unter der Überschrift „Nationale Kohorte” (NaKo) geplante Sammlung von Gesundheitsdaten in der Bundesrepublik ist offiziell gestartet: In den nächsten Monaten und Jahren sollen Gesundheitsdaten und Bioproben von 200.000 per Zufallsprinzip aus den Melderegistern ausgewählten Frauen und Männern gesammelt und für noch nicht näher definierte Forschungsprojekte zur Verfügung gestellt werden. Versprochen wird, damit gesundheitsbezogene Forschung im öffentlichen Interesse möglich zu machen - worunter vor allem individuelle Erkrankungsrisiken für chronische Erkrankungen verstanden werden: Vielfältige Untersuchungen sollen Daten liefern, um Risiken für Diabetes, Krebs, Demenz, Depression, Erkrankungen der Atemwege, Infektionserkrankungen oder Herz-Kreislauferkrankungen errechnen zu können.(1) Gegen das Vorhaben regt sich Widerstand: Wir dokumentieren einen Aufruf von GeN und Grundrechtekomitee aus Anlass des Projektstartes.