Gentechnik-freie Landwirtschaft

Schwerpunkt

GVO-freie Regionen weltweit: Was vor wenigen Jahren noch als Randerscheinung in der Gentechnikdebatte und politisch naive Aktivität betrachtet wurde, hat sich spätestens im Laufe des letzten Jahres zu einer weltweit ernst zu nehmenden Bewegung entwickelt - die Ausrufung Gentechnik-freier Zonen.

Impressum

GID 162, Februar/März 2004 20. Jahrgang - ISSN 0935-2481 Redaktion: Theresia Scheierling (ViSdP), Monika Feuerlein, Christof Potthof, Nele Jentsch, Silke Westermann

Artikel in dieser Ausgabe

  • GVO-freie Regionen weltweit

    Von
    Hartmut Meyer

    Was vor wenigen Jahren noch als Randerscheinung in der Gentechnikdebatte und politisch naive Aktivität betrachtet wurde, hat sich spätestens im Laufe des letzten Jahres zu einer weltweit ernst zu nehmenden Bewegung entwickelt - die Ausrufung Gentechnik-freier Zonen. Im folgenden Artikel wird ein knapper Überblick über die weltweite Gentechnik-frei-Bewegung gegeben.

  • „Faire Nachbarschaft“ statt „Bauernkrieg“

    Von
    Heike Moldenhauer

    Am 12. Januar 2004 hat Landwirtschaftsministerin Renate Künast den Entwurf für ein neues Gentechnikgesetz vorgestellt, das den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Deutschland regeln soll. In seiner jetzigen Fassung bietet es keine ausreichende Grundlage für den Schutz einer Gentechnik-freien Landwirtschaft. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland fördert mit seinem Projekt "Faire Nachbarschaft" die Einrichtung von Gentechnik-freien Regionen.

  • BIO-Region ALPE ADRIA

    Von
    Stefan Merkac

    Biobauern aus drei Staaten, Österreich, Slowenien, und Italien, haben im vergangenen Jahr eine gemeinsame - grenzüberschreitende - Gentechnik-freie Zone gegründet. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung erfolgte bereits am 10. Juni 2003 in Ljubljana (Slowenien). Dort besiegelten die Biobauern in Form einer feierlichen Urkundenunterzeichnung den Start der BIO-Region und Gentechnik-freien Zone ALPE ADRIA. Jetzt kam ein wichtiges Signal aus Brüssel: Der Entwurf für ein Gentechnik-Vorsorgegesetz des österreichischen Bundeslandes Kärnten wurde von der Kommission der Europäischen Union nicht zurückgewiesen.

  • Gentechnik-freies Großbritannien

    Adrian Bebb

    Die Regierung Großbritanniens scheint die Kommerzialisierung gentechnisch veränderter Pflanzen vorantreiben zu wollen, obwohl Untersuchungen über gentechnisch veränderte Pflanzen in der Landwirtschaft, die im Jahre 2003 in Großbritannien durchgeführt wurden, weitreichende Risiken aufzeigen und der Großteil der britischen Bevölkerung dem Anbau von gv-Pflanzen ablehnend gegenübersteht. Nun haben über zwanzig kommunale Behörden angekündigt, dass sie auf ihrem Gebiet keine gv-Pflanzen anbauen wollen.

  • Ausgetretene Pfade

    Sabine Faaß

    Im Rahmen einer Studie des Umweltbundesamtes wurden anhand von fünf Fallbeispielen gentechnische Lösungsansätze für pflanzenbauliche beziehungsweise verarbeitungstechnische Probleme den Strategien der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft gegenübergestellt. Im Folgenden werden die zentralen Punkte des Berichtes „Alternativen zu gentechnisch veränderten Pflanzen“ dargestellt.

  • The next Generation

    Von
    Benno Vogel, Christof Potthof

    Gesunde Pflanzenöle, samenlose Früchte und vitaminreiche Gemüse - mit diesen Produkten wollen die Gentech-Firmen die Akzeptanz der KonsumentInnen gewinnen. Angekündet sind sie als zweite Generation transgener Pflanzen. Was dahinter steckt, wurde vom Gen-ethischen Netzwerk untersucht. Hier die Zusammenfassung.

  • Pharmakogenetik

    Von
    Mechtild Schmedders

    Der Nutzen pharmakogenetischer Tests in der klinischen Praxis ist bis heute ungeklärt. Offen ist auch die Frage, unter welchen Bedingungen Patientinnen und Patienten von diesen Entwicklungen profitieren und welche Konsequenzen sich aus der Implementierung der Pharmakogenetik in die klinische Praxis mittel- und langfristig ergeben werden. Im Rahmen eines BMBF-geförderten Forschungsprojektes wurden der Stand der Pharmakogenetik und die sozialen Implikationen pharmakogenetischer Tests untersucht.

  • Lange Hälse und gelbe Mäuse

    Von
    Florianne Koechlin

    Erworbene Eigenschaftlich sind nicht erblich, sagt die klassische Lehre. Neue Forschungen kratzen an diesem Dogma.

  • Die Macht des Faktischen

    Von
    Tamàs Nagy

    Noch ist es nicht in trockenen Tüchern, das neue Gentechnikgesetz der Verbraucherministerin. Kaum aber hatte Renate Künast die Eckpunkte ihrer Novelle präsentiert, schon überschlugen sich landesweit die Reaktionen. Vor allem von Umwelt-, Verbraucher- und Bauernverbänden hagelte es Kritik – was zunächst überrascht, bekennt sich der Entwurf doch ausdrücklich zu „Wahlfreiheit“ und „Haftungsregelungen gemäß dem Verursacherprinzip“.