Kein Patent auf Lachse!

Tiere und Pflanzen sind keine Erfindungen der Nahrungsmittelindustrie. Das Europäische Patentamt hat ein Patent auf Fischfutter genehmigt unter das auch die Fische selbst fallen. Unterstützen Sie uns und Kein Patent auf Saatgut! um gegen dieses Patent vorzugehen und unterschreiben Sie unsere gemeinsamen Forderungen.

Schaubild Lachspatent

Verfahrensschritte und Zwischenprodukte, die unter das Patent fallen.

Das Europäische Patentamt hat ein Patent auf Futtermittel für die Aquakultur genehmigt. Unter dieses Patent fallen neben dem Futtermittel allerdings auch der damit gefütterte Lachs, die Haltungsmethode sowie die Endprodukte wie Nahrungsergänzungsmittel. Das Erfinderische soll ein Fischfutter und Fütterungsverfahren sein, wodurch der Lachs am Ende der Mast einen höheren Omega-3-Fettsäure-Wert aufweist als andere Fische.

Zusammen mit Kein Patent auf Saatgut! Und anderen Organisationen fordern wir, dass dieses Patent aus folgenden Gründen widerrufen wird:

  • Das Patent ist nicht erfinderisch. Wenn Tiere zur Erfindung werden nur, weil sie bestimmte Futtermittel fressen, werden bald auch Kühe und Schweine patentiert, die auf der Weide gehalten werden. Derartige Patente werden die Landwirtschaft sehr direkt betreffen. Bäuer*innen dürften dann ohne Erlaubnis des Patentinhabers keine Kuh melken, kein Schwein schlachten und kein Hühnerei verkaufen.
  • Das Patent ist nicht neu. Es ist bekannt, dass beispielsweise die Milch von Kühen, die auf der Weide gehalten werden, einen höheren Gehalt an jenen Fettsäuren aufweist, wie sie auch im Patent beschrieben werden. Es ist daher nicht erstaunlich, dass Veränderungen in der Zusammensetzung von Tierfutter auch die Zusammensetzung der Lebensmittel beeinflusst, die von diesen Tieren gewonnen werden.
  • Das Patent verstößt auch gegen Artikel 53a des EPÜ, das Patente verbietet, deren Verwertung gegen grundlegende ethische Werte verstößt. Werden Nutztiere patentiert, ist zu befürchten, dass der Tierschutz unter den Gewinninteressen der Konzerne leidet, die innerhalb der Laufzeit der Patente maximalen Profit herausholen wollen.

Damit wir mehr politischen Druck ausüben können würden wir uns sehr freuen, wenn Sie mit ihrer Unterschrift unser gemeinsames Anliegen unterstützen würden. Unterzeichnen sie online ein Formular oder drucken Sie sich unsere Unterschriften-Listen aus.

Worum geht es bei dem Patent?

Der beschriebene Lachs soll auf Grund der Fütterung einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuen aufweisen. Diese gelten als gesundheitsförderlich und sollen unter anderem das Herzkreislaufsystem stärken. Daher gibt es eine Palette an Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Tabletten und Ölen die in Apotheken, Reformhäusern und im Internet zu erhalten sind.

Der Text zum angenommene Patent beschreibt die unter das Patent fallenden Methoden und Zwischenprodukte. So sollen die Lachsgattungen Salmo sp. (unter anderem Atlantischer Lachs und Forelle) und Oncorhynchus sp. (Pazifische Lachse) für die Mästung genutzt werden. Die Fische sollen nach einem beschriebenen Vorgehen mit einer speziellen Futtermittelmischung gefüttert werden. Menge und zeitliche Abstände der Fütterung sind festgehalten.

Das Futtermittel muss mindestens 5,5 Prozent Stearidonsäure (SDA) beinhalten damit die Fische später einen höheren Omega-3-Fettsäuren Gehalter aufweist. Dazu werden verschiedene Pflanzenarten und Teile verarbeitet. Vor allem die Samen sowie gentechnisch veränderten Pflanzen sind von Interesse, weil sie höhere SDA-Werte haben. Diese Pflanzenteile werden mit weiteren Zusätzen wie Vitaminen, Mineralien und Fischmehl vermengt und bilden das Fischfutter. Durch dieses soll der gemästete Lachs bei der Schlachtung einen deutlich höheren Gehalt an Omega-3-Fettsäuren aufweisen als anders gefütterte Lachse.


Unterlagen:
Unterschriftenliste zum ausdrucken (diese müssen bis zum 17.06 im GeN Büro sein)
Online unterzeichnen

Weitere Informationen:
Patenttext zu EP 1 965 658 B1
Pressemitteilung von Kein Patent auf Saatgut! und anderen
Hintergrundpapier zu Patenten auf Nutztiere von Kein Patent auf Saatgut!

Gen-ethisches Netzwerk e.V.

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3. Juni 2019

Pressekontakt im GeN:

Judith Düesberg, GeN - Gen-ethisches Netzwerk e.V.
Tel.: 030/685 7073
E-Mail: Judith.dueesberg[at]gen-ethisches-netzwerk.de