Arzneimittelforschung
Arzneimittelforschung
In Deutschland werden jährlich 9 Milliarden Euro für die Arzneimittelforschung ausgegeben.(1) Fast die Hälfte dieses Geldes stammt aus öffentlichen Kassen. Patentschutz wird als wichtigstes Stimulans zur Forschung eingesetzt und auch Universitäten werden angehalten, alle Entwicklungen zu patentieren, die kommerziell verwertbar sein könnten. Dennoch geht die Forschung oft an den Gesundheitsbedürfnissen vorbei, und global gesehen hat die Mehrheit der Weltbevölkerung keinen Zugang zu Medikamenten. Dient die moderne Arzneimittelforschung noch dem öffentlichen Interesse?
Forschung, die gegen den Willen der Versuchspersonen durchgeführt wird oder diesen Schaden zufügt, verstößt gegen die Menschenrechte. Doch die gelten in der Praxis nur, wenn es Menschen gibt, die sie auch einklagen.
Die Globalisierung klinischer Studien ist Teil eines grundlegenden Wandels in der Arzneimittelforschung. Es entstehen neue Akteursformen und neue Formen der Regulierung.
Auf den ersten Blick erinnert die Globalisierung der klinischen Forschung an die Globalisierung anderer wirtschaftlicher Produktionsbereiche wie der Lebensmittel- und Kleidungsindustrie. Was unterscheidet die neuen Abhängigkeitsstrukturen von den alten? Der US-amerikanische Anthropologe und Historiker Kaushik Sunder Rajan stellt Überlegungen zum Charakter der globalen biotechnologischen Beziehungen an.
Die Deklaration von Helsinki ist weltweit wohl die bekannteste ethische Grundsatzerklärung für die medizinische Forschung am Menschen. Im Laufe der Zeit ist sie mehrmals ergänzt und überarbeitet worden. In den letzten Jahren gab es einen Hang zu pragmatischeren Versionen.


