Gentechnik-Kritik
Gentechnik-Kritik
Italienische Verbände hatten sich während der Überarbeitung der EU-Bio-Verordnung sehr für eine Null-Toleranz gegenüber gentechnischen Verunreinigungen stark gemacht. Das zeigte, wie auch die starke Beteiligung an einer Befragung von unten im vergangenen Jahr, dass die Kritik an der Agro-Gentechnik hier in speziellen Bahnen verläuft, die Luca Colombo nachzuzeichnen versucht.
Österreich gilt vielen in der Agro-Gentechnik-Debatte als Vorbild auch für wünschenswerte deutsche Politik. Nicht nur, dass es seit Jahren genau die gentechnisch veränderten Sorten verboten hat, die in der Europäischen Union zum Anbau zugelassen sind. Auch haben österreichische Akteure einen - nicht unumstrittenen - pragmatischen Weg gefunden, 400 Nahrungsmittel als Gentechnik-frei zu kennzeichnen.
Gentechnikkonzerne erwecken gerne den Eindruck, als könnten sie tun und lassen, was sie wollen. Dass dem nicht so ist, hat eine kleine Gemeinde in Hessen eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Manche Gentechnik-KritikerInnen tun es, andere tun es nicht: sich explizit auf Ökonomie-Kritik beziehen. Wir haben uns deshalb gefragt, wie viel Ökonomie in der Gentechnik-Kritik steckt.
Die erste GID-Nummer erschien 1985. Damals es gab noch keine Freisetzungsversuche, noch kein Gentechnikgesetz und auch keine Gentechnik-kritische Bewegung im eigentlichen Sinne. Welche Rolle spielte vor 20 Jahren innerhalb der Gentechnik-Kritik im GID die Kritik an der Ökonomie und der Ökonomisierung? Welche Argumente wurden angeführt? Ein Blick ins GID-Archiv zeigt, dass viele Themen, die damals aktuell waren, es auch noch heute sind.
GentechnikkritikerInnen in den USA kämpfen derzeit an zwei Fronten: Einerseits gilt es, die weitere Ausbreitung der Agro-Gentechnik aufzuhalten und gegen Neu-Zulassungen zu protestieren. Andererseits fordern sie die Einführung einer Kennzeichnungspflicht, um zumindest Transparenz zu schaffen und den Verbrauchern eine Wahlmöglichkeit zu geben.


