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Glyphosat

Glyphosat

Das weltweit am häufigsten genutzte Unkraut­vernichtungs­mittel Roundup ist giftiger als bisher angenommen. Das haben französische Wissen­schaftler­Innen festgestellt.
Für den Wirkstoff Glyphosat, die daraus hergestellten Unkrautvernichtungsmittel und die mit diesen gemeinsam genutzten gentechnisch veränderten Pflanzen wird es langsam eng. Es mehren sich Forschungsergebnisse, die Wirkstoff und Giftrezepturen in neuem Licht erscheinen lassen: Ehemals als relativ ungiftig gelobt, wird nun deutlich, dass in erster Linie wohl nicht richtig hingesehen worden ist.
In den USA werden gentechnisch veränderte Pflanzen seit 1996 kommerziell angebaut. Der US-amerikanische Agronom Charles Benbrook hat im November den Bericht „Der Einfluss von gentechnisch veränderten Pflanzen auf den Pes­tizid-Verbrauch - die ersten dreizehn Jahre” veröffentlicht. Der Bericht macht deutlich, dass der Einsatz dieser Pflanzen den Pestizid-Verbrauch gewaltig gesteigert und die Problematik resis­tenter Unkräuter verschärft hat.
Glyphosat, der Wirkstoff in dem Herbizid „Roundup“ von Monsanto und anderen Unkrautvernichtungsmitteln, gerät immer stärker ins Zwielicht. Gilles-Eric Séralini hat in den letzten Jahren eine Reihe von wissenschaftlichen Publikationen zu diesen Giftstoffen veröffentlicht. Er legt damit auch Lücken in der Regulierung von Herbiziden und gentechnisch veränderten Pflanzen offen.
Die Kritik an dem rücksichtslosen Anbau von Soja in Argentinien wird immer lauter. Nicht zuletzt die von der Wissenschaft bestätigte Vergiftung von Menschen und Umwelt hat in den letzten Jahren auch Parlamente und Gerichte auf den Plan gerufen.
Ende Juni veröffentlichte die Nichtregierungsorganisation Testbiotech Unterlagen der Industrie, die den Mais „SmartStax“ betreffen. Daraus geht nach Ansicht von Testbiotech hervor, dass die Risiken dieser gentechnisch veränderten Maislinie von der Europäischen Lebensmittelbehörde EFSA nicht ausreichend geprüft wurden.
(aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung, Brandenburg, 2. Februar 2012) BAD WILSNACK - Wer es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, mag es vielleicht nicht glauben: In erstaunlicher Eintracht saßen gestern Naturschützer und Landwirte beieinander – wobei auch Letztere oft weit davon entfernt sind, eine homogene Gruppe zu bilden. (Von Dorothea von Dahlen)