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gv-Soja

gv-Soja

Das weltweit am häufigsten genutzte Unkraut­vernichtungs­mittel Roundup ist giftiger als bisher angenommen. Das haben französische Wissen­schaftler­Innen festgestellt.
Mit der Einführung der Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“ bietet sich ein echter Anreiz für Bauern, gentechnikfreies Futter zu nutzen. Aber es gibt auch andere gute Gründe.
Einführung zum Schwerpunkt dieser Ausgabe.
Die herbizidresistente Sojabohne RoundupReady des US-Konzerns Monsanto ist die verbreitetste gentechnisch veränderte Pflanze weltweit. Sie wurde 2007 auf knapp 60 Millionen Hektar angebaut, was mehr als der Hälfte der Anbaufläche transgener Pflanzen insgesamt entspricht. Sie gehört zu den ältesten Produkten der Agro-Gentechnik und muss aktuell neu überprüft werden, wenn sie auch in Zukunft weiter in Europa verkauft werden soll.
In den USA werden beim Soja-Anbau zu fast hundert Prozent gentechnisch veränderte Sorten eingesetzt. Aber obwohl Agro-Gentechnik somit als ein fester Bestandteil der US-amerikanischen Landwirtschaft anzusehen ist, ist sie auch dort alles andere als unumstritten.
Der Runde Tisch für verantwortliche Soja ist ein Versuch weniger Nichtregierungsorganisationen, mit den Agrarkonzernen ein Abkommen für die Soja-Produktion zu entwickeln. Grundsätzliche Kritik hat in der Runde nichts verloren.
Gentechnisch veränderte Soja ist immer häufiger in Lebens- und Futtermitteln zu finden. Die bislang vorliegenden Ergebnisse der Lebensmittelüberwachungsbehörden zeichnen ein eindeutiges Bild: Während im Jahr 2006 durchschnittlich erst bei jedem vierten untersuchten Lebensmittel gv-Soja ausfindig gemacht werden konnte, war dies im Jahr 2007 schon bei jedem zweiten bis dritten sojahaltigen Produkt der Fall.
In der Europäischen Union tobt eine Lobby-Auseinandersetzung um die Akzeptanz von
Verunreinigungen mit nicht in der Gemeinschaft zugelassenem gentechnisch verändertem Material. Den Anlass bietet die für 2009 vorgesehene Einführung einer neuen gentechnisch veränderten Sojasorte, RoundupReady 2, in den USA. Wir dokumentieren ein umfassendes Hintergrundpapier von gentechnikkritischen Verbänden in den wesentlichen Auszügen.
Mit seiner Politik am Roundtable for Responsible Soy (RTRS) hat der WWF Unmut und Kritik aus der ganzen Welt auf sich gezogen. Es sind nicht nur die Kolleginnen und Kollegen in anderen Nichtregierungsorganisationen - gelinde gesagt - iritiert. Auch die Partner aus Handel und Industrie, die bereits seit Jahren mit grossem Erfolg - und dem Segen des WWF - an einer nachhaltigen Soja-Zertifizierung gearbeitet haben, fühlen sich geradezu brüskiert. Die Prinzipien des Roundtable wurden jetzt verabschiedet - Gentechnikfreiheit ist kunstvoll ausgeklammert.
Alle reden vom Klima - wir auch. Gentechnisch veränderte Pflanzen sollen das Klima retten und uns vor den Konsequenzen des Klimawandels schützen. Allerdings können die Gentechniker nicht jedeN mit Ein-Problem-ein-Gen-Technologien überzeugen.