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Pestizid

Pestizid

Im Rahmen ihrer Kampagne für den Schutz von Menschen, Tieren und Umwelt vor Glyphosat-haltigen Totalherbiziden lud die Agrar Koordination am 3. November zu einer Veranstaltung nach Berlin. Ein Bericht.

Eine Gruppe von speziellen Erbgut-Molekülen - die Ribonukleinsäuren oder RNAs - geraten mehr und mehr in den Fokus der AgrarwissenschaftlerInnen. Sie sollen helfen, Genfunktionen zu manipulieren und so zum Beispiel auch Schädlinge von Nutzpflanzen abtöten - und einer neuen Pestizid-Generation den Weg bahnen.

Die für die Risikobewertung in Deutschland und der EU zuständigen Behörden halten die Anwendung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat für unbedenklich. Dabei gibt es zahlreiche Hinweise auf die Giftigkeit des Stoffes und seine Anreicherung im Körper.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat zu großen Teilen die vielfach kritisierte Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) übernommen, derzufolge von Glyphosat keine Krebsgefahr ausgehe. Diese Einschätzung steht im unverhüllten Widerspruch zu den vorliegenden Daten und lässt erahnen, welcher Lobbydruck da aufgebaut wurde.

Glyphosat ist der aktive Wirkstoff des Totalherbizids Roundup sowie anderer Totalherbizide, die beim Anbau von gentechnisch veränderten (gv) Pflanzen verwendet werden. Ende März stufte die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), eine Einrichtung der Weltgesundheitsorganisation, den Wirkstoff als „wahrscheinlich krebserregend“ ein - mitten im Prozess der Neuzulassung in Europa.

Das Gen-ethische Netzwerk (GeN) startet mit Unterstützung der GEKKO Stiftung (Hamburg) und der grassroots foundation (Warendorf) im September 2013 ein Projekt zu der Rolle von Konzernen in der Agro-Gentechnik.

Wälder werden zunehmend Teil des agrar-indus­triellen Systems zur Produktion nachwachsender Rohstoffe. Geht es nach den Gentechniker­Innen, werden Pestizide bei der Forschung und Entwicklung neuer Plantagenbäume eine immer größere Rolle spielen.

Glyphosat, der Wirkstoff in dem Herbizid „Roundup“ von Monsanto und anderen Unkrautvernichtungsmitteln, gerät immer stärker ins Zwielicht. Gilles-Eric Séralini hat in den letzten Jahren eine Reihe von wissenschaftlichen Publikationen zu diesen Giftstoffen veröffentlicht. Er legt damit auch Lücken in der Regulierung von Herbiziden und gentechnisch veränderten Pflanzen offen.

In den USA werden gentechnisch veränderte Pflanzen seit 1996 kommerziell angebaut. Der US-amerikanische Agronom Charles Benbrook hat im November den Bericht „Der Einfluss von gentechnisch veränderten Pflanzen auf den Pes­tizid-Verbrauch - die ersten dreizehn Jahre” veröffentlicht. Der Bericht macht deutlich, dass der Einsatz dieser Pflanzen den Pestizid-Verbrauch gewaltig gesteigert und die Problematik resis­tenter Unkräuter verschärft hat.